18.02.2020 - 17:17 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Mit Gutachten auf der sicheren Seite

Glück, wenn ein Unfall nur einen Blechschaden als Folge hat. Doch dann beginnen oftmals die Scherereien mit dem Unfallgegner oder den Versicherungen. Ein unabhängiger Gutachter kann hier für Sicherheit sorgen.

von Konrad RosnerProfil

Für jeden Autofahrer ist ein Unfall ein Unglück - sei er verschuldet oder unverschuldet. Rudolf Hecht, Kfz-Sachverständiger des TÜV aus Tirschenreuth, gibt Tipps, wie sich ein geschädigter Fahrer in dieser heiklen Situation verhalten soll.

2019 passierten in Deutschland mehr als 2,6 Millionen von der Polizei erfasste Unfälle. Der Großteil davon waren Blechschäden, gingen also glimpflich aus. Doch dann beginnen oft die Scherereien mit den Versicherungen und/oder dem Unfallgegner. Sachverständige raten, soweit es möglich ist, vom Unfallort und allen beteiligten Fahrzeugen Fotos anzufertigen. Hilfreich ist es auch, eine Unfallskizze anzufertigen. Sollte der Sachschaden sehr hoch oder Menschen verletzt sein, sollte auf jeden Fall die Polizei verständigt werden. Dies gilt natürlich auch, wenn der Verdacht auf Straftaten, wie Unfallflucht oder Missbrauch von Drogen und Alkohol, besteht oder die Sachlage nicht ganz klar ist.

Kfz-Sachverständiger Rudolf Hecht: "Bei einem Haftpflichtschaden, sprich bei einem Unfall, an dem der Gegner die Schuld hat, hat man bei einem Unfall die freie Wahl eines Sachverständigen."

Bei einem Kasko-Schaden, Teil- oder Vollkasko, ist man weisungsgebunden an die eigene Versicherung. "Deshalb sollte bei solch einem Schaden immer zuerst Kontakt mit der eigenen Versicherung aufgenommen werden", rät Hecht. Die Versicherung lege dann das weitere Vorgehen fest und bestimme auch einen Sachverständigen, wenn nötig.

Hecht verweist darauf, dass die Bagatellgrenze bei Unfällen derzeit bei 750 Euro liege, die Tendenz gehe bis zu einer Erhöhung auf 1000 Euro. Dies sei von einigen Gerichten auch schon so entschieden worden. Der Kfz-Sachverständige betont jedoch auch, dass 1000 Euro bei einem Unfall sehr schnell erreicht seien, zumal auch die Reparaturen an den Fahrzeugen immer aufwendiger würden. Sein Tipp: einen Sachverständigen kontaktieren und bei ihm Informationen einholen.

Unter anderem die TÜV-Stationen gäben dazu Auskunft, auch juristische Hilfe, falls sie nötig sein sollte. Der TÜV garantiere ein neutrales Schadensgutachten, denn sie seien von den Versicherungen unabhängig. "Dies ist die beste Grundlage dafür, die Ansprüche gegenüber der gegnerischen Versicherung geltend zu machen und den Schadensfall schnell abzuwickeln."

Der Bundesgerichtshof BGH hat in seiner ständigen Rechtsprechung festgestellt, dass Kosten für Gutachten Teil der Unfallkosten sind. Der Schädiger oder dessen Haftpflichtversicherung müssten deswegen die Kosten für das Unfallgutachten übernehmen. Dabei spiele es keine Rolle, ob durch die Versicherung des Schädigers schon ein Sachverständiger bestellt worden sei.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.