17.12.2019 - 15:09 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Hände nicht in den Schoß legen

In der Kreisstadt lässt sich gut leben. Darüber waren sich Bürgermeister und Fraktionsvorsitzende in ihren Weihnachtsansprachen einig. Die Ursachen für den "Spirit" von Tirschenreuth sind vielfältig.

Bürgermeister Franz Stahl bei seiner Weihnachtsansprache.
von Lena Schulze Kontakt Profil

Auch in der diesjährigen Weihnachtsansprache in der Stadtratssitzung war das Lieblingsthema von Bürgermeister Franz Stahl die Anziehungskraft der Kreisstadt, die sich durch alle Lebensbereiche ziehe. Egal ob Tourismus, Kultur, Bildung oder Wirtschaft. "Und alle Maßnahmen haben ein Hauptziel: Das Leben und Arbeiten in Tirschenreuth noch attraktiver zu gestalten." In seinem Rückblick ließ er drei Wochen "cooltour"-Sommer mit über 50.000 Besuchern Revue passieren. Kultur spiele auch im Frühjahr 2020 eine große Rolle, wenn acht Aufführungen der "Neuen Tirschenreuther Passion" anstehen. "Diese Veranstaltungen stehen nicht für das Engagement der Stadt, sondern auch für beispielhaftes ehrenamtliches Handeln", betonte Stahl.

Die vielen baulichen Veränderungen in der Stadt seien ein weiteres Plus an Lebensqualität sowie eine Stärkung des Standorts Tirschenreuth. Besonders der vierte Kindergarten und die Sanierung der Mittelschule seien zwei Projekte von rund 30 aktuellen und künftigen Stadtentwicklungsmaßnahmen, die dem Bürgermeister am Herzen lägen. Stahl sprach von einer "enormen finanziellen Stabilität" der Stadt. Die nach wie vor sehr gute wirtschaftliche Lage zeige sich auch in der Arbeitslosenquote. Diese liegt aktuell - sowie wie im Vorjahresmonat - bei 2,8 Prozent. "Experten sprechen da von Vollbeschäftigung."

"Qualitativ, hochwertig und sehr zielorientiert", bedankte sich der Rathauschef für die Zusammenarbeit im Gremium. Er sprach vom kommunalpolitischen Luxus, mit viele kreative Ideen arbeiten zu können. Bürgermeister Franz Stahl bedankte sich bei seinen Stadtratskollegen, "dass wir bei manch unterschiedlichen Positionen uns aufrecht in die Augen schauen können und den Bürgern damit ein gutes Beispiel geben."

"Man könnte glauben in Tirschenreuth ist alles perfekt und Bürgermeister und Stadtrat können die Hände in den Schoß legen", begann Peter Gold (CSU). Zwar könne man durchaus zufrieden zurückblicken, allerdings es gebe auch in der Kreisstadt viel zu tun und noch eine Reihe an Maßnahmen aufzuarbeiten. Besonders sprach er die Bereiche Bildung, Soziales, Gesundheit, Wirtschaft und Wohnraum an. "Von Stabilität in der internationalen Entwicklung sind wir weit entfernt", erläuterte Gold. Gerade deswegen sei man in der Pflicht, in der Tirschenreuther Gesellschaft Werte wie Demokratie, gemeinsame Fürsorge und Verantwortung für die Schöpfung zu pflegen.

"Wir alle gehören zu dieser Stadt, suchen und finden in ihr Platz", sagte der Freie-Wähler-Fraktionssprecher Manfred Zandt. "Durch unser aller Bemühen haben wir auch im vergangenen Jahr versucht, Tirschenreuth weiter liebens- und lebenswert zu machen. Dazu trügen auch viele engagierte Bürger bei. "Stehen wir auch in Zukunft für das Ehrenamt ein" appellierte Zandt. Er hob besonders die Fertigstellung des Feuerwehrgerätehauses und die baldige Einweihung der Fronfeste hervor. "Die erreichten Erfolge sind in dieser Bandbreite nur möglich, da das Ziel klar war: Diese Stadt für ihre Bürger mit den Besten Grundlagen in dieses Jahrhundert zu führen." Im Stadtrat sei es in den letzten sechs Jahren nicht langweilig geworden, meinte Zandt. Im Hinblick auf die Kommunalwahl sagte er: "Es ist ein öffentliches Amt, um das man sich bewirbt, nicht um das man kämpft."

Gunar Prauschke (SPD) ging in seiner Ansprache auf den "cooltour"-Sommer ein. Die Veranstaltungen hätten eindrucksvoll gezeigt, wie sich das Lebensgefühl in der Stadt mit Lebensfreude und Herzlichkeit zu einem "Spirit" von Tirschenreuth entwickelt hat.

Über all die positiven Entwicklungen dürfe man aber die Herausforderungen der Zukunft nicht vergessen, warnte Prauschke. Er sprach die Energiewende, die Klärschlammproblematik, Digitalisierung, ÖPNV, zunehmende Radikalisierung, Gewalt gegen Einsatzkräfte sowie die ärztliche und pflegerische Versorgung an.

Karl Berr, Fraktionssprecher der Wählergemeinschaft Umwelt, erzählte eine Geschichte von einem Mann, der Weihnachten für großen Unsinn hielt, am Ende aber verstand, warum Gott Mensch geworden ist.

Stahl und Fraktionssprecher bedankten sich nicht nur bei den städtischen Verwaltungsangestellten, sondern auch bei den Vereinen und Institutionen, Betrieben und Unternehmen, die sich ehrenamtlich engagieren oder für die wirtschaftliche Stärke der Stadt sorgen.

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