Tirschenreuth
09.04.2021 - 14:12 Uhr

Herzliches Dankeschön aus Ruanda ins Stiftland

Corona bereitet den Schützlingen von Pater Danko und Dr. Uta Düll eine schwere Zeit. Hilfe ist weiter notwendig. Nach den jüngsten Lieferungen sowie Spenden kommt aus Ruanda ein herzliches Dankeschön zu den Menschen in Nordbayern.

Zu den Spenden aus Nordbayern gehört auch diese Schulausstattung. Bild: Aktion Solidarität/exb
Zu den Spenden aus Nordbayern gehört auch diese Schulausstattung.

Vor gut einem Monat haben die Hilfslieferungen der Aktion Solidarität ihren Weg zu den Empfängern gefunden. Und beide, Pater Danko sowie Dr. Uta Düll, sind überaus dankbar für die Spenden aus dem Stiftland. Gerade die Unterstützung durch beachtliche Geldspenden sind in diesen besonderen Zeiten für die beiden eine wertvolle Hilfe. Doch auch die Materialspenden sind wieder hoch willkommen. In den Kisten, die sich in dem Container befinden, freut sich der Geistliche über die vielen nützlichen Dinge für seine Einrichtung "Don Bosco Muhazi". In der Schule werde sich bemüht, den Menschen in den verschiedensten Bereichen eine fundierte Ausbildung zukommen zu lassen.

In einem Schreiben von Dr. Uta Düll, die in Gikonko (Ruanda) ein Krankenhaus betreut, berichtet die Ärztin, dass Corona die Mitarbeiter in der Klinik sehr fordere. "Täglich haben wir zwei bis zehn neue Patienten", teilt Dr. Düll mit. Zum Glück würden die meisten Patienten, überwiegend junge Leute, nur geringe Symptomen wie eine leichte Grippe aufweisen. Sie müssten sich dann zu Hause in Quarantäne begeben. Doch hier würde eine neue Belastung entstehen, durch Hausbesuche oder lange Diskussionen mit der Familie, wie man in einem kleinen Haus die Familie trennt. Besonders bedankte sich die Medizinerin für die "Extraspende" von 4000 Euro, die für laufende Kosten wie Medikamente, Hygieneartikel, Verbrauchsmaterial, neue Matratzenüberzüge oder Handschuhe dringend gebraucht werde.

Einen "herzlichen Dank, an alle die geholfen haben", übermittelt Pater Danko in einem aktuellen Schreiben. Gerade jetzt würde die Unterstützung für die Bereitstellung Nahrung benötigt, oder um den jungen Leuten weiter den Schulbesuch zu ermöglichen. Und die Geldspende von 10 000 Euro sei hier sehr willkommen. Nach seinem frühen Engagement bei Kigali kümmert sich Danko jetzt um die Schule in der Pfarrei in Rango. Auch hier würden ihm die Mitbrüder sowie die Schwestern "Inshuti Z'Abakene" (Freunde der Armen) zur Seite stehen.

Zugang zu Berufsausbildung

Für den Kontakt zu den Schulen in Kigali und Muhazi steht der Aktion Solidarität jetzt mit Therese Watripont eine Mitarbeiterin vor Ort zur Verfügung. Die Sachspenden in den Containern bezeichnet sie als "wahre Schätze". Das Material sei auf die verschiedenen Einrichtungen verteilt worden. "Im Namen der Lehrer und unserer jungen Leute danken wir Ihnen für ihr Engagement", schreibt Watripont. Die Container würden helfen, das notwendige Material für die Ausbildungen zu sammeln. Neben den handwerklichen Ausbildungen gehöre auch die "Alphabetisierung" seit vielen Jahren zu den wichtigen Angeboten der Schulen. Gerade die Auffrischung oder Wiederholung von Grundbildungsfächern würde eine wichtige Voraussetzung für den Zugang zu einer Berufsausbildung oder für die Wiederaufnahme eines Studiums darstellen, berichtet die Mitarbeiterin.

Tirschenreuth04.01.2021

In ihrem aktuellen Schreiben gibt Watripont auch einen Einblick in die Arbeit im Haus "Don Bosco Muhazi". Die fünf Schwestern würden Kurse wie Erziehungslehre, Nähen, Kochen, Landwirtschaftslehre, Religion, Alphabetisierung oder Kinyarwanda anbieten. Unterstützung erhalten sie dabei von fünf Laien. "Die Erziehungsgemeinschaft beaufsichtigt und begleitet die Jugendlichen, um eine regelmäßige Nachbetreuung zu gewährleisten sowie die Aneignung der notwendigen Fähigkeiten, und um dafür zu sorgen, dass sie eine ganzheitliche, menschliche und christliche Erziehung erhalten."

Neuer Kurs braucht Geräte

Therese Watripont berichtet weiter von einem neuen Projekt, das im nächsten Jahr angeboten werden soll. "Wir denken über zweimonatige, ergänzende Ausbildungsmodule in den Bereichen Schweißen, Spengler, Computer, Backen, Haushaltselektrik nach." Diese Kurse würden die Grundausbildungskurse ergänzen und damit mehr Möglichkeiten bieten, Arbeit zu finden. Doch auch für diese Kurse benötigt man Materialspenden. Etwa Werkzeuge sowie Geräte zum Schweißen und Schleifen. Nähere Angaben zu den Kontakten finden sich auf der Homepage der Aktion Solidarität (www.aktion-solidaritaet.de). Dort finden sich auch aktuelle Bilder von "Don Bosco Muhazi".

In den Kisten aus den Container finden sich wahre Schätze. Bild: Aktion Solidarität/exb
In den Kisten aus den Container finden sich wahre Schätze.
Durch die Spenden konnten diese vier Kinder mit den Nötigsten ausgestattet werden. Bild: Aktion Solidarität/exb
Durch die Spenden konnten diese vier Kinder mit den Nötigsten ausgestattet werden.
Hintergrund:

Projekte der Aktion Solidarität

Seit vielen Jahren leistet die Aktion Solidarität Hilfe in vielen Ländern. Ein Schwerpunkt sind dabei Einrichtungen in Ruanda und Kenia.

  • Krankenhaus in Gikonko. In Ruanda, nur über eine Sandpiste zu erreichen, liegt das Krankenhaus Gikonko. 1995 übernahm die deutsche Ärztin Dr.Uta Düll die Krankenstation. Inzwischen ist das Gesundheitszentrum zu einem Krankenhaus erweitert worden. Dr. Uta Düll ist Chirurgin, leitet das Krankenhaus und hat ein Team von 50 Mitarbeitern zur Seite. Schwerpunkt des Krankenhauses ist die Diagnostik, Therapie und Nachbetreuung von Kindern mit sogenannten „Wasserköpfen“. Die notwendigen Shunts sind sehr teuer, aber lebenswichtig. Für diese und die sogenannten „Hasenscharten“-Operationen kommen die Patienten fast aus dem ganzen Land und angrenzenden Ländern. Der Beitrag, den die Patienten oder die lokale Krankenkasse bezahlen, deckt die Kosten für Medikamente, Material, Lebensmittel etc. bei weitem nicht. Ohne die Unterstützung der „Aktion Solidarität“ wären viel Hilfen nicht möglich.
  • „The Nest“ in Limuru: In Limuru in Kenia hat Irene Baumgartner ein Kinderheim “The Nest“ für Waisen und obdachlose Kinder, deren Mütter - oft aus nichtigen Gründen - in Haft sind, geschaffen. Neben der medizinischer Versorgung, wird durch liebevolle Zuwendung versucht, diesen Kindern über die Trennung von ihrer Mutter hinwegzuhelfen. In dem Kinderheim leben etwa 70 Säuglinge und Kinder. Die größeren Kinder besuchen eine staatliche Schule.
  • Schule in Muhazi: Die Grundausbildung der Kinder der Landbevölkerung ist sehr lückenhaft, da meist die Mittel für Schulgeld, Uniform und Schuhe fehlen. Die Folge mangelnder Unterstützung ist, dass die Jugendlichen keine Arbeit finden und ein Leben auf der Straße führen. Um diesen Kindern eine Chance zu geben, brachte Pater Danko die Schule zu den Kindern und baute ca. 30 km von Kigali ein Ausbildungszentrum. Hier erfolgen eine schulische Grundausbildung und eine fachliche Ausbildung in Landwirtschaft und Handwerk.
Service:

Spenden und Patenschaft

Die Arbeit der Aktion Solidarität kann durch Materialspenden sowie Geldspenden unterstützt werden. Kontakte für die Materialspenden finden sich auf der Homepage der Aktion www.aktion-solidarität.de. Geldspenden sind auf das Konto der Aktion möglich: IBAN DE677535 00000008828667 bei der Sparkasse Oberpfalz Nord. Spendenquittungen werden gerne ausgestellt. Es ist auch möglich, eine Patenschaft zu übernehmen. Nähere Angaben auch dazu auf der Homepage.

 
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