(ws) Noch einmal im großen Rathaussaal tagte die verkleinerte Version des Ferienausschusses. Die acht Vertreter aus dem Stadtrat rückten zwar bei der Distanz auseinander, waren bei den Themen aber durchaus auf Tuchfühlung. So wurde quer durch die Fraktionen die Entwicklung bei den Übernachtungszahlen und den Gästeankünften anerkannt. Im Bericht der Leiterin der Tourist-Info, Stefanie Süß, wurden für 2019 insgesamt 38 019 Übernachtungen gezählt.
Weit über dem Durchschnitt
Damit ergebe sich zwar im Vergleich zu 2018 (38 530 Übernachtungen) eine Abnahme von 1,3 Prozent, jedoch liege die Zahl im Zehn-Jahres-Vergleich weit über dem Durchschnitt. So seien 2009 insgesamt 27 630 Übernachtungen gezählt worden und im Gartenschaujahr 2013 dann 29 348 Übernachtungen.
Eine leichte Abnahme sei im vergangenen Jahr auch bei den Gästeankünften registriert worden. Die Zahl sank von 9382 in 2018 auf 9138. Bei der Bettenauslastung vermeldete die Leiterin der Tourist-Info 34,7 Prozent. Dabei standen im vergangenen Jahr insgesamt 300 Betten und damit acht mehr als 2018 zur Verfügung. Neun Gastgeber können mehr als zehn Betten vorweisen. Die Verweildauer lag 2019 bei 4,2 Tagen und damit über dem Vorjahr (4,1 Tage in 2018). Gerade die hohen Übernachtungszahlen nahm Bürgermeister Franz Stahl als Beweis für die touristische Qualität der Region. Zudem würde sie die Investitionen in diesem Bereich rechtfertigen. Peter Gold (CSU) freute sich über die Stabilisierung auf einem hohen Niveau. Gunar Prauschke (SPD) erkundigte sich über den aktuellen Stand bei den Wohnmobil-Stellplätzen am Fischhof. Hier werde die Aufstellung eines Bebauungsplanes fortgesetzt, jetzt aber ohne die geplante Bauplätze am Fischhof, informierte Stahl.
Gästeführer als Botschafter
Als den "absoluten Renner" bezeichnete Stahl die Gästeführungen im Ort. Im vergangenen Jahr summierten sich die Aktionen, darunter die Krippenführungen, neu die Kräuterführungen und natürlich die Historischen Stadtführungen, auf insgesamt 138. 2591 Personen nutzten diese Angebote. Es konnten 20 Führungen und über 270 Teilnehmer mehr als im Vorjahr verzeichnet werden. "Die historischen Stadtführungen waren im vergangenen Jahr ausverkauft", berichtete Stefanie Süß. Einer steigenden Nachfrage hätten sich auch die Kräuterführungen erfreut. Den Erfolg führte der Bürgermeister vor allem auf das Engagement der Gästeführer zurück, nicht nur bei der Durchführung sondern auch bei der Ausarbeitung der Touren. "Sie sind die besten Botschafter der Stadt", attestierte Stahl.
Spannung erhalten
In diesem Jahr werden aufgrund der Corona-Situation viele Führungen und Veranstaltungen ausfallen. "Die Historischen Stadtführungen wurden für das gesamte Jahr abgesagt", berichtete der Bürgermeister. Dieser vierte Teil der Stadtführungen soll aber im nächsten Jahr nachgeholt werden, versprach Stahl und schwärmte jetzt schon von dem neuen Programm. Mit was sich der vierte Teil beschäftigt, wollte der Bürgermeister nicht verraten. "Dann wäre ja die Spannung weg!"
Stahl bedauert auch, dass die neu ausgearbeiteten Themenführungen in der ehemaligen Fronfeste nicht wie geplant im Mai starten können. "Das tut mir im Herzen weh, dass wir diese besondere Stätte nicht nutzen können", betonte Stahl auch mit Blick auf die Attraktivitätssteigerung des Museumsquartiers. Bei den Kräuterführungen werde monatlich neu entschieden, ob sie durchgeführt werden.
Absagen
Abgesagt wurde die Veranstaltung am Internationalen Museumstag am 17. Mai, ebenso die Bilderausstellung von Jan Knap. Die sei jedoch auf der Homepage der Stadt virtuell erlebbar. Nicht stattfinden werde die Maurus-Fuchs-Ausstellung, die am 21. Mai starten sollte. Beide Ausstellungen werden, so Stahl, in die Planungen für das kommende Jahr mit aufgenommen, die Jan-Knap-Ausstellung im Rahmen der Passion, die Fuchs-Ausstellung im Zeitraum Juni/Juli.
Haus am Teich wird mitgezählt
Mit insgesamt 9816 Besuchern im Museumsquartier konnte Stefanie Süß von einem anhaltenden Interesse an der Einrichtung berichten. Nachdem auch das "Haus am Teich" die Besucher anziehe, werde man künftig in die Statistik monatlich rund 100 Personen mit einbeziehen. Paulus Mehler (CSU) konnte sich mit diesem pauschalen Ansatz nicht anfreunden. Man sollte sich lieber auf das Museum konzentrieren und mit einem modifiziertem Programm mehr Besucher anziehen. Auch Manfred Zandt (Freie Wähler) sprach sich dafür aus, die Attraktivität des Museumsangebotes weiter hoch zu halten.
Das anhaltende Interesse führte Peter Gold (CSU) gerade auf die Sonderausstellungen und die Veranstaltungen zurück. Bürgermeister Stahl nannte hier etwa die Museumsnacht. "Das MQ ist ein sehr exquisites Spartenmuseum", bescheinigte Gunar Prauschke (SPD) und appellierte, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen.














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