Bei vielen Projekten im Landkreis Tirschenreuth ist auch der Hinweis auf eine Leader-Förderung zu finden. Beispielsweise beim "Spielfeld der Begegnung" beim Freibad in Tirschenreuth. Dies bedeutet, dass hier auch Mittel aus einem europäischen Fördertopf geflossen sind. Leader ist ein Programm der Europäische Union und soll bei der Weiterentwicklung der ländlichen Regionen helfen. Im Landkreis hat der Initiaktivkreis Tirschenreuth als Lokale Aktionsgruppe (LAG) die Verteilung dieser Gelder im Blick.
Dabei hat der Initiaktivkreis, der ein eingetragener Verein ist, grundsätzlich zwei Aufgabenfelder, wie Geschäftsführer Florian Preisinger erklärt. Zum einen steht der Einsatz der Fördergelder. "Das sind teilweise wirklich hohe Zuschüsse." Und zum anderen soll der Verein durch verschiedene Aktionen auch die regionale Identität stärken.
Vorschläge willkommen
In der aktuellen Leader-Periode (seit 2014) wurden bisher 32 Projekte beschlossen. Dabei handelt es sich um 22 Einzelprojekte und 10 Kooperationsprojekte. „Pro Projekt werden im Schnitt in etwa 60.000 Euro an Fördermittel in den Landkreis geholt, die Gesamtinvestition pro Projekt liegt bei etwa 150.000 Euro“, nennt Preisinger auch Zahlen. Eines der Projekte ist beispielsweise auch der Co-Working-Space in Kemnath, der mit etwa 115.000 Euro bezuschusst wurde. In der vorherigen Förderperiode (2007 bis 2013) hatte es 16 Projekte gegeben, darunter 4 Kooperationsprojekte. Seine Bilanz: „Leader wurde und wird in der aktuellen Förderperiode noch besser genutzt und hat an Bedeutung gewonnen.“
Zwar sei das Gesamtbudget der LAG (1,858 Millionen Euro) bereits seit 2020 verbraucht, stattdessen gebe es jetzt aber auch einen bayernweiten Topf mit genügend Mitteln, so dass weitere Projekte im Landkreis gefördert werden können. „Die Förderperiode wurde inzwischen bis Ende 2022 verlängert, das heißt auch während der Übergangszeit zur neuen Förderperiode können weiter Projekte gefördert werden“, so Preisinger. Ideen und Vorschläge könnten jederzeit eingebracht werden. Antragsteller seien meistens Vereine oder Kommunen. "Es muss eine Rechtsform vorhanden sein", nennt der Geschäftsführer eine der Voraussetzungen.
Verein als Erfolgsgeschichte
Im Initiaktivkreis sind viele Interessengruppen vertreten. Die Zahl der Mitglieder ist auf mittlerweile 143 angewachsen. 2008 waren es noch 114 Mitglieder. Der Verein trifft sich auch immer wieder zu Stammtischen und gibt sich Jahresthemen. 2021 war dies "Alleinstellungsmerkmale". Bei der Mitgliederversammlung vor einigen Wochen habe es eine kurze Diskussion darüber gegeben, wie konkret beziehungsweise wie abstrakt man das Jahresthema 2022 halten soll. Die Anwesenden verständigte sich darauf, das Thema „Land + Wirtschaft“ aufzunehmen, dies allerdings noch einen Tick weit zu konkretisieren. Bei dem Termin damals stellte Vorsitzender und Landrat Roland Grillmeier fest: „Der Initiaktivkreis ist und bleibt eine Erfolgsgeschichte im Landkreis Tirschenreuth.“ Es sei beeindruckend, was in den vergangenen rund 20 Jahren umgesetzt worden sei.
Normal läuft eine Förderperiode über sechs Jahre. Wegen Corona wurde diese aber verlängert. Um für die neue Periode gerüstet zu sein, muss laut Preisinger auch die sogenannte Lokale Entwicklungsstrategie (LES) erstellt und fortgeschrieben werden. Dazu seien im nächsten Jahr auch Workshops geplant, bei denen sich die Bürger beteiligen können. Themen seien unter anderem die Weiterentwicklung der Region und die Schwerpunktsetzung. „Die Finanzausstattung für jede LAG soll nach derzeitigem Stand wieder in etwa so hoch sein wie in der aktuellen Förderperiode 2014 bis 2020“, so Preisinger (1,5 bis 2 Millionen Euro). Der Fördersatz soll wahrscheinlich um 10 Prozent und damit für die LAG Initiaktivkreis Tirschenreuth auf 70 Prozent angehoben werden.
„Leader wurde und wird in der aktuellen Förderperiode noch besser genutzt und hat an Bedeutung gewonnen.“















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