10.06.2021 - 17:04 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Inzidenz im Landkreis Tirschenreuth bei Null: Ein Bierchen als Lohn

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Der Landkreis Tirschenreuth rückte am Donnerstag deutschlandweit in den Fokus. Wieder war die Corona-Pandemie der Anlass. Diesmal gab es aber nur positive Schlagzeilen. Das bedeutet die Inzidenz von Null nun für den Landkreis.

So hat sich die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Tirschenreuth, der Oberpfalz und bayernweit seit Mai 2020 entwickelt.
von Martin Maier Kontakt Profil

Als erster Landkreis in Bayern meldete Tirschenreuth am Donnerstag eine Inzidenz von Null. Nachdem Tirschenreuth schon bei der ersten Welle im März 2020 und dann fast ein Jahr später Mitte Februar als Corona-Hotspot in ganz Deutschland Schlagzeilen machte, gilt Tirschenreuth schon seit einigen Wochen als Musterschüler. Schneller als in anderen Regionen hat sich die Inzidenz nach unten entwickelt.

Neben der kreisfreien Stadt Schwerin in Mecklenburg-Vorpommern war Tirschenreuth am Donnerstag die einzige Region in Deutschland, die auf der Karte des Robert-Koch-Instituts mit grau eingezeichnet war. Das bedeutet: Dort gab es in den vergangenen sieben Tagen keine neuen Coronafälle. Diese Gebiete gelten als Corona-frei.

Keine weiteren Lockerungen

Mit weiteren Lockerungen ist trotzdem nicht zu rechnen, wie Landratsamt-Pressesprecher Wolfgang Fenzl erklärte. Dies würden die aktuellen Regelungen nicht vorsehen. Bei ihm, seinen Kollegen, im Vorzimmer und beim Landrat standen am Donnerstag die Telefone nicht mehr still. Auch seien zig E-Mails eingegangen und einige TV-Sender waren vor Ort. Alle erkundigten sich nach den Gründen für die Entwicklung. Aufgezählt wurden die bekannten Antworten: viele immunisierte Bürger durch durchgemachte Infektionen, Tests in den Betrieben und bei den Pendlern aus Tschechien sowie zusätzliche Impfungen.

Die vielen Anfragen führten natürlich auch zu einigen überregionalen Schlagezeilen. "Bild" titelte beispielsweise „Das Corona-Wunder von Tirschenreuth“. Und der "Tagesspiegel" bezeichnete Tirschenreuth als „neuen Corona-Bezwinger“.

Vierte Welle vermeiden

„Wir haben uns diesen Erfolg neben dem Testen und dem Impfen auch ein Stück selbst mit erarbeitet“, zeigte sich Landrat Roland Grillmeier in einer Mitteilung begeistert. Dabei dankte er auch den Bürgern für den Einsatz, das Durchhaltevermögen und die Disziplin. Er wünsche sich, „dass wir die wieder gewonnene Freiheit lange oder hoffentlich sogar dauerhaft genießen können“. Allerdings mahnt Grillmeier: „Wir müssen weiterhin vorsichtig und aufmerksam bleiben, damit uns ein Wiederanstieg der Fälle oder sogar eine vierte Welle erspart bleiben.“

Beim großen Testangebot im Landkreis werde es daher auch kaum Veränderungen geben. „Das wird vorerst im Großen und Ganzen weiter beibehalten“, erklärte Fenzl. Auch wenn die Testzahlen rückläufig seien, würden sich trotz des Impffortschritts weiterhin viele Bürger testen lassen. Dies zeigen auch die Daten aus Testzentren, -stationen und Schnellteststationen: Januar: 28.052, Februar: 36.857, März: 36.219, April: 33.699, , Mai: 24.551, Juni (1. bis 9.): 5.089. Allerdings wies Fenzl darauf hin, dass symptomatische Personen ab Montag, 14. Juni, nicht mehr in die Testzentren kommen können. Sie müssen sich künftig für einen Test an die niedergelassenen Ärzte oder den ärztlichen Notdienst (Telefon: 116117) wenden.

Ein Bierchen als Lohn

Trotz der guten Coronalage gibt es am Gesundheitsamt weiter einiges zu tun. Das abgeordnete Personal aus anderen Behörden und von der Polizei und Bundeswehr ist nach Angaben Fenzls bereits wieder abgezogen. Die zusätzlich für die Corona-Pandemie eingestellten Mitarbeiter hätten weiterhin eine Vielzahl an Aufgaben zu erfüllen. Als Beispiele nannte er Statistik, Nachbearbeitung der Fälle, Beratungen zu Hygienekonzepten, Kontrollaufgaben, Anfragen von Bürgern, Vorbereitung auf evtl. wieder steigende Fallzahlen, Umsetzung der zahlreichen Vorgaben der übergeordneten Behörden und Beratung verschiedenster Stellen. Auch werde die Lage genutzt, um die zahlreichen Überstunden aus der Hochphase der Pandemie im Winter und im Frühjahr abzubauen, „wo ein Einsatz oft bis in die Nacht und jedes Wochenende gefordert war“.

Die Erleichterung ist somit überall spürbar. Eine große Feier wird es wegen der Null-Inzidenz laut Landrat nicht geben. „Ich werde aber sicher ein Bierchen darauf trinken“, so Roland Grillmeier.

Kommentar zur Null-Inzidenz von Udo Lanz

Tirschenreuth

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