17.07.2020 - 10:18 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Mit der Kamera auf Kometenjagd

Die Vorstellung beginnt, wenn die Sonne untergegangen ist. Gegen 22.30 Uhr taucht jetzt jeden Tag der Komet Neowise am nördlichen Nachthimmel auf. Unterwegs sind auch zahlreiche Kometenjäger aus dem Stiftland.

Auch Dominik Hautmann von der Astro-Gruppe der Gerhard-Franz-Volkssternwarte in Tirschenreuth beobachtete den Kometen Neowise. Dieses Foto gelang ihm vergangenen Samstag etwa um Mitternacht bei Leonberg.
von Lena Schulze Kontakt Profil

Peter Postler, der die Gerhard-Franz-Volkssternwarte in Tirschenreuth betreut, beobachtet den Kometen seit Tagen mit seinem großen Feldstecher. Er macht Urlaub und ist mit dem Wohnmobil im Sternenpark Rhön auf der Hohen Geba. Ganz kurzfristig haben sich er und seine Frau zu em Ausflug entschieden. "Den Kometen zu sehen ist schon etwas besonderes", findet der Astronom. Momentan seien insgesamt drei Kometen sichtbar - zwei davon aber wesentlich lichtschwächer als Neowise. Selten taucht ein Schweifstern auf, der mit bloßem Auge sichtbar ist. "Neowise ist der hellste Komet seit 25 Jahren." Es ist nicht der erste Schweifstern den Postler beobachtet und erinnert an Hale Bopp und Hyakutake, die Mitte der 90er Jahre auftauchten.

Mit dem Fernglas gut zu finden

Dank guter Sichtbarkeitsbedingungen und klaren Nächten, zeigte sich Neowise in den vergangenen Tagen als relativ leicht zu beobachtendes Objekt. Tagsüber steht er hoch am Himmel und ist nicht zu sehen. Nachts zieht er eine Bahn von Nordwest nach Nordost. Er steht etwa so hoch über dem Nordhorizont, wie die Breite einer ausgestreckten Hand. In der Dämmerung sind Kometen zunächst schwierige Objekte, zumal wenn Dunst hinzukommt. Abends ist Neowise ab etwa 22.30 Uhr zunächst im Fernglas gut aufzuspüren, später mit bloßem Auge. Morgens ist gegen 4 Uhr Schluss, wenn es zu hell am Himmel wird, weiß Postler.

Bei den Mitgliedern der Astro-Gruppe der Sternwarte in Tirschenreuth ist der Schweifstern Thema Nummer 1, verrät Poslter. Die Experten tauschen sich über ihre Beobachtungen aus. Hermann Schwarzer und Dominik Hautmann von der Astro-Gruppe der Gerhard-Franz-Volkssternwarte beobachteten ebenfalls den Kometen und hielten den Moment mit ihren Kameras fest. Auch die beiden sind ganz begeistert vom Schweifstern.

Am 23. Juli steht der Komet der Erde am nächsten. Dann beträgt seine Entfernung nur noch 103 Millionen Kilometer. Die größte Sonnennähe hat der Neowise bereits am 3. Juli durchlaufen. "Wenn man sich nicht beeilt, verschwindet er recht schnell wieder", sagt Postler.

Infos bei Stern-Führung

Bei der nächsten Führung der Sternwarte am Freitag, 24. Juli, von 23 bis etwa 0.30 Uhr steht zwar "Das äußere Sonnensystem" im Fokus. Aber dabei gibt es auch einige Infos über den Kometen Neowise, verspricht Peter Postler. Eine Anmeldung für die Live-Sternenführung ist unbedingt erforderlich. Anmeldung: Volkshochschule Tirschenreuth, Telefon 09631/88-205, E-Mail vhs[at]tirschenreuth[dot]de . Die Teilnehmerzahl ist auf zehn Personen begrenzt.

Dieses Foto gelang Hermann Schwarzer von der Astro-Gruppe in der Nacht auf Montag gegen 1.15 Uhr in der Nähe von Neustadt/WN.
Der Komet Neowise ist auch im Stiftland gut zu sehen. Dieses Bild wurde am 14. Juli nachts um halb 2 aufgenommen.

So lässt sich der Komet Neowise beobachten und fotografieren:

Weiden in der Oberpfalz
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