Edgar Wenisch wollte deshalb, dass die uralten Bäumen beim Pürner-Denkmal als Naturdenkmal geschützt werden. Der Naturschutzbeirat ließ ihn damit abblitzen.
Wie alt sind die Douglasien am "Pürner-Denkmal" am Forstweg "Böhmerstraßl" in der Gemeinde Pechbrunn wirklich? Der Konnersreuther Wenisch, ein von der IHK bestellter Sachverständiger für Baumpflege und Verkehrssicherheit, ist überzeugt, dass sie mindestens 140 Jahre alt sind, vielleicht noch älter. Er ist sogar der Meinung, dass dies die ältesten Douglasien auf dem europäischen Festland sein könnten. Deshalb beantragte er, die Bäume im Waldgebiet Raumberg als Naturdenkmal unter Schutz zu stellen. Landrat Wolfgang Lippert setzte den an das Forstamt Waldsassen und die Untere Naturschutzbehörde gerichteten Antrag nun auf die Tagesordnung des Naturschutzbeirats. Der lehnte das Ansinnen mit 4:2 Stimmen ab - unter anderem wegen Arbeitsüberlastung der Behörde.
Die Bäume flankieren im Staatsforst ein Marterl. Der Gedenkstein ist mit 1884 datiert und erinnert an die Ermordung des Forstgehilfen Pürner durch einen Wilderer. Wenisch geht aufgrund des Stammumfangs und der Höhe davon aus, dass die Bäume 1884 beim Setzen des Marterls gepflanzt worden sind. Nach seinen Recherchen ist die Douglasie 1834 von Nordamerika nach England eingeführt worden und irgendwann danach wohl von der Insel auf das europäische Festland gelangt.
Wenisch macht dabei folgende Rechnung auf: "Es sollte angenommen werden, dass es sich beim Pflanzen schon um größere Bäume mit einem Alter von 10 bis 15 Jahren gehandelt hat. 1884 minus 15 Jahre macht 1870. Nimmt man jetzt noch einige Jahre an, welche die Douglasie von England nach Europa gebraucht hat, so kann davon ausgegangen werden, dass es sich bei den beiden Bäumen am Pürner-Denkmal um die ersten Exemplare auf dem europäischen Festland handelt." Bislang wird dieser Superlativ laut Wenisch einer Douglasie in Niedersachsen im Kreis Oldenburg zuerkannt. Sie soll rund 180 Jahre alt sein, hat aber "nur" einen Stammumfang von 330 Zentimeter und eine Höhe von 30 Meter. Die beiden letzten Werte werden von den Oberpfälzer Bäumen getoppt. Die sind nach den Erkenntnissen von Wenisch 40 Meter hoch und haben einen Stammumfang von je 340 Zentimeter.
Landrat Wolfgang Lippert machte deutlich, dass er von einer Ausweisung als Naturdenkmal nicht gerade begeistert wäre: "Dann würde die Sicherungspflicht auf uns übergehen. Unsere Mitarbeiter haben jetzt schon Probleme, alle Naturdenkmäler regelmäßig zu kontrollieren." Das Personal sei "absolut am Limit" angelangt. Mehr sei nicht machbar.
Forstbetriebsleiter Schneider versicherte zudem, dass die Douglasien beim Forstamt Waldsassen in besten Händen seien. "Die Bäume haben auch in der Bevölkerung einen hohen Stellenwert. Von uns wird sie deshalb sicher niemand umsägen. Wir schauen da schon drauf, dass den Bäumen nichts passiert." Fazit des Landrats: "Doppelt schützen müssen wir nicht." Mit 4:2 Stimmen lehnte der Beirat den Antrag ab. Wenisch, der als Zuhörer an der Sitzung teilnahm und den Antrag auch begründen durfte, kommentierte das nach der Sitzung so: "Da wurde eine historische Chance vertan."













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