22.09.2019 - 10:24 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Die kleinbäuerliche Struktur erhalten

"Wir sind stolz auf unsere Landwirtschaft", bescheinigt Stellvertretender Landrat Roland Grillmeier bei der Eröffnung des 23. Bauernmarkt. Und BBV-Obmann und fordert, die Wertigkeit der Produkte wieder mehr zu schätzen.

Der „Neue Tag“ als Einkaufstüte, einen Prototyp zeigen (von links) Petra Pröls und Wolfgang Wensich vom AELF sowie Stefan Schlötzer, Roland Grillmeier, Franz Stahl, Ely Eibisch und Manfred Zandt.
von Konrad RosnerProfil

Der strahlend weißblaue Himmel lockte am Samstag Hunderte zum 23. Bauernmarkt der landwirtschaftlichen Direktvermarkter auf dem oberen Marktplatz. Dies verdeutlichte auch die Tatsache, dass die 50 selbst gebackenen Kuchen der jungen Landfrauen schon kurz nach 10 Uhr ausverkauft waren.

Zur offiziellen Eröffnung des Bauernmarktes freute sich Stefan Schlötzer, Vorsitzender der landwirtschaftlichen Direktvermarkter, auch Landratsstellvertreter Roland Grillmeier, Bürgermeister Franz Stahl, Ely Eibisch vom Bauernverband sowie Wolfgang Wenisch vom Amt für Landwirtschaft begrüßen zu können. Schlötzer verwies darauf, dass dieser Bauernmarkt die Vielfalt der regionalen landwirtschaftlichen Produkte aufzeigen solle. Das Angebot reiche von heimischem Gemüse und Kartoffeln bis hin zu Mühlenprodukten, Eiern, Nudeln, ofenfrischen, geräucherten Forellen, Straußen- und Wollschweindelikatessen sowie Wildschweinbratwürsten, Käse aus Kuh- und Ziegenmilch oder auch zu Obstbränden und Likören.

Leckere Kürbissuppe

Der Markt bot aber noch mehr. So gab es unter anderem leckere Kürbissuppe vom Obst- und Gartenbauverein Tirschenreuth, Honigprodukte und Kräutersalz von der Umweltstation Waldsassen, Gartendekos, Handarbeiten und Filzprodukte. Die Fair-handeln-Steuerungsgruppe informierte zusammen mit dem Eine-Welt-Laden über die Salzgärten Südafrikas.

Roland Grillmeier durfte die "Genusswochen im Landkreis" eröffnen. Was auf diesem Gebiet in den vergangenen Jahren entstanden sei, sei für die Region von großem Wert. "Wir sind eine Erzeugerregion, wir sind stolz auf unsere Landwirtschaft", so Grillmeier. Er freute sich, dass den Bürgern die Möglichkeit gegeben werde, regional einzukaufen. Dieser Bauernmarkt, so Tirschenreuths Bürgermeister Franz Stahl, "ist eine fantastische Veranstaltung im Herzen der Stadt". Dies sei aber nur möglich, weil der Bauernverband und die Kommunen hervorragend zusammenarbeiteten. "Dieser Bauernmarkt ist eine Leistungsschau der enormen Qualität, die die heimische Landwirtschaft liefert", betonte Stahl, "und ich weiß, wo die Produkte herkommen". Ohne diese hohe Qualität wäre eine Regionalität nicht zu erreichen.

Gegen "To-Go-Wahn"

Leitender Landwirtschaftsdirektor Wolfgang Wenisch ging in seinem Grußwort vor allem auf die Vermeidung von Plastikmüll ein. Alleine in Deutschland produziere jeder Bürger im Jahr 220 Kilogramm an Plastikabfällen. Der "To-Go-Wahn", der aus Amerika übergeschwappt sei, müsse ein Ende finden. Es müsse ein Umdenken stattfinden, die gute alte "Gugern" könne wieder aufleben. Wenisch verwies auf Stoff- und Papiertaschen, ja selbst aus der Zeitung des "Neuen Tages" könne eine Einkaufstasche gebastelt werden. Einen Prototyp hatte Wenisch natürlich mit dabei. Am Stand des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gab es rund um den Verpackungsmüll viele interessante Infos.

Bauernverbands-Obmann Ely Eibisch ging auf die Aktion "Grünes Kreuz" ein. Dieses Kreuz soll eine Mahnung sein und darauf hinweisen, in welch schlimmer Situation sich aktuell die Landwirtschaft befinde. Es sei von enormer Bedeutung, dass die kleinbäuerliche Struktur erhalten bleibe und die Wertigkeit wieder mehr geschätzt werde. Er forderte die Menschen auf, noch mehr Produkte als bisher direkt beim Direktvermarkter zu kaufen. Dies sei wichtig für die Lebensmittelabsicherung und den Erhalt der Natur.

Ely Eibisch beim Erbsenschlagen am Stand des Bauernverbandes. Roland Grillmeier versuchte sich ebenfalls.
Enormen Zuspruch erlebte der 23. Bauernmarkt der Direktvermarkter am vergangenen Samstag auf dem oberen Marktplatz der Kreisstadt.
Heiß begehrt waren die Bio-Produkte aus der heimischen Landwirtschaft.
Beim Obst- und Gartenbauverein Tirschenreuth gab es eine leckere Kürbissuppe.
Oofenfrisch geräucherte Forellen am Fuße des Tirschenreuther Kirchturms. Frischer geht's nimmer.

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