29.11.2021 - 17:27 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Kommentar: Verantwortliche vor Ort müssen Fehler der Politik ausbaden

Impfzentren und Teststationen sind wichtige Instrumente im Kampf gegen die Pandemie. Es war eine politische Fehlentscheidung beides zurückzufahren. Ausbaden müssen das nun der Landkreis Tirschenreuth und das BRK, kommentiert Lucia Brunner.

Im Landkreis Tirschenreuth werden die Kapazitäten der Testmöglichkeiten und des Impfzentrums wieder hochgefahren. Dass das überhaupt notwendig ist, ist ein Fehler der Politik.
von Lucia Brunner Kontakt Profil
Kommentar

Impfen und Testen sind wichtige Strategien zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. Deshalb ist es richtig, dass im Landkreis die Kapazitäten der Testmöglichkeiten und des Impfzentrums wieder ausgebaut werden. Im Gegensatz dazu war es ein großer Fehler der Politik, beides zurückzufahren. Das müssen nun Verantwortliche des Landkreises und der BRK-Kreisverband als Betreiber vor Ort ausbaden.

So mussten diese noch Anfang Oktober Anweisungen der bayerischen Staatsregierung Folge leisten, das Impfzentrum zurückzufahren. Die Folgen waren etwa, dass Mitarbeiter ausgestellt und Öffnungszeiten eingeschränkt wurden. Die Vorgabe lautete, dass die Einrichtung innerhalb von vier bis sechs Wochen Zeit habe, wieder hochzufahren. Eine kurzsichtige Entscheidung, wenn einen Monat später die Infektionszahlen steigen, Booster-Impfungen gebraucht werden und Regelungen wie 3G, 2G und 2G+ Impfungen und Tests erfordern.

Auf Forderung der Politik sollten schließlich in kürzester Zeit die Kontingente wieder auf voller Kapazität laufen. Organisatorisch ist das vor Ort ein schwerer Kraftakt. Dieser wird vom Unmut in der Bevölkerung begleitet, dass Impftermine nicht verfügbar seien, Wartezeiten zu lang wären oder Hotlines nicht erreichbar seien. Die vergangen beiden Wochen arbeiteten die Mitarbeiter des Impfzentrums und der Teststationen weit über ihre Kapazitätsgrenzen. Dennoch versuchten sie mit Hochdruck, die Situation zu verbessern, obwohl sie keine Schuld an der Misere haben. Schon diese Woche können mehr als 3500 Impfungen durchgeführt werden. Mit Blick auf die neue Omikron-Variante und die mögliche fünfte Welle bleibt zu hoffen, dass die Politik nicht wieder vorzeitig die jetzt erbrachten Kraftanstrengungen zurückfährt.

Das Impfzentrum und die Testmöglichkeiten im Landkreis Tirschenreuth werden ausgebaut

Tirschenreuth

 

 

Kommentare

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Martin Pfeifer

Es ist ja nicht den Kreis Tirschenreuth und das dortige BRK, welche jetzt einen sprunghaften Wechsel der Politik ausbaden dürfen. Es ist überall so. Danke an alle, die sich nicht kleinkriegen lassen und das Beste aus der verfahrenen Situation rausholen.

30.11.2021