12.11.2021 - 17:03 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Kontaktnachverfolgung im Landkreis Tirschenreuth kaum noch zu bewältigen

Als "sehr ernst" beurteilt Dr. Stefan Geyer, Leiter des Gesundheitsamts, die Coronalage im Landkreis Tirschenreuth. Ein Überblick über die Verteilung der Coronazahlen auf Gemeindeebene und die aktuelle Kontaktnachverfolgung.

Im Landkreis Tirschenreuth gab es am Freitag 36 positive Coronatests.
von Martin Maier Kontakt Profil

Die Coronazahlen im Landkreis Tirschenreuth schießen weiter in die Höhe. Mitte Oktober lag die 7-Tage-Inzidenz noch bei 11,2, dreieinhalb Wochen später schon bei 379,4. Das Dashboard des Landratsamts meldete am Freitag 36 Neuinfektionen. "Die Coronalage im Landkreis wird als sehr ernst beurteilt", nimmt Dr. Stefan Geyer, Leiter des Gesundheitsamtes, auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien Stellung.

Eine Häufung der Erkrankungen sei vor allem innerhalb von Familien festzustellen. Hotspots gebe es momentan nicht, jedoch seien einige Gemeinden stärker betroffen als andere. Ein Blick auf die Sieben-Tage-Statistik untermauert dies. Im Zeitraum zwischen 5. und 11. November (14 Uhr) wurden 269 Fälle gemeldet. Keine Fälle gab es in Ebnath, Mähring und Pechbrunn. Die meisten Fälle wurden in Wiesau (41), Waldsassen (36), Tirschenreuth (30) und Mitterteich (20) nachgewiesen. Hochgerechnet auf die Einwohnerzahl sind momentan vor allem Wiesau, Fuchsmühl und Konnersreuth betroffen. Beim Blick auf die Altersgruppen fällt auf, dass sich vor allem Kinder, Jugendliche und Erwachsene bis 60 Jahre infizieren.

Die Corona-Fallzahlen und Sieben-Tage-Inzidenzen pro 1000 Einwohner für den Landkreis Tirschenreuth vom 5. bis zum 11. November 2021 (Stand: 14 Uhr).

Keine Coronafälle in Altenheimen

Die Altenheime im Landkreis sind nach Angaben des Gesundheitsamtes momentan coronafrei. Einzelne Gruppen und Klassen von fünf Einrichtungen befinden sich in Quarantäne: Kindergarten St. Elisabeth Wiesau, Kindergarten Fuchsmühl, Katholischer Kindergarten Waldsassen, Kindergarten Konnersreuth und Knabenrealschule Waldsassen.

"Die Kontaktpersonennachverfolgung ist aktuell – besonders bei Schulklassen und Kindergartengruppen – kaum noch zu bewältigen, zusätzliches Personal ist bereits angefordert", verweist Geyer auf ein weiteres Problem. Bei der Kontaktnachverfolgung halte sich die Behörde an die Vorgaben des bayerischen Gesundheitsministeriums. Am Montag, 8. November, hatte die neue Vorgabe des Ministeriums die Runde gemacht, wonach die Gesundheitsämter im Freistaat nicht mehr alle möglichen Kontakte eines Covid-19-Infizierten nachverfolgen, sondern nur noch die engsten Kontaktpersonen und Angehörige sensibler Berufsgruppen in den Blick nehmen sollen.

30 Personen ermitteln Kontakte

Am Tirschenreuther Gesundheitsamt ist für die Kontaktermittlung das Contact-Tracing-Team (CTT) zuständig. Es ist aktuell mit rund 30 Personen (teilweise in Teilzeit) besetzt. Zusätzlich sei das weitere Personal des Gesundheitsamtes im Einsatz. Auch könne das CT-Team aufgestockt werden. Dabei handele es sich um Personal von anderen Behörden bzw. der Polizei. Zudem könne auch um Unterstützung durch die Bundeswehr ersucht werden. Am Wochenende ist das CT-Team mit rund 10 Personen besetzt, außerdem gebe es eine Notbereitschaft.

Nachdem Ministerpräsident Markus Söder am Mittwoch den Katastrophenfall ausgerufen hatte, wurde am Landratsamt auch wieder die Führungsgruppe Katastrophenschutz eingerichtet, wie Pressesprecher Wolfgang Fenzl mitteilt. Der Stab ist mit Personal aus dem Landratsamt besetzt. Je nach Bedarf und Lage werde er um externe Personen erweitert. Momentan stünden die Themen Kontaktnachverfolgung, Testen, Impfen und Krankenhauskapazitäten im Mittelpunkt. Dabei werde auch der Austausch mit den entsprechenden Stellen verstärkt.

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