01.04.2020 - 12:18 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Krankenhaus Tirschenreuth: Brotzeit für Mitarbeiter, Atemschutzmasken für Patienten

Fast täglich steigt die Zahl an Covid-19-Erkrankten, die in den Häusern der Kliniken Nordoberpfalz AG betreut werden müssen – sowohl am Klinikum Weiden als auch am Krankenhaus Tirschenreuth. Das Positive: Es gibt viel Unterstützung.

In Tirschenreuth wurden Atemschutzmasken für die Patienten und eine Brotzeit für die Mitarbeiter überreicht. Elisabeth Eißner, Ärztliche Direktorin der Region Nord/West, Krankenhausleiterin Claudia Kost (von links) und Renate Lindgens (Pflegedienstleitung, Zweite von rechts) dankten der Agentur Gerhard Bauer sowie dem Backhaus Kutzer für die Unterstützung.
von Martin Maier Kontakt Profil

Der Landkreis Tirschenreuth gilt als einer der Corona-Hotspots in Bayern. Daher steht am Krankenhaus Tirschenreuth auch die Intensivmedizin im Blickpunkt. „Uns stehen hier sechs Beatmungsplätze zur Verfügung, die im Bedarfsfall auch noch erweitert werden könnten. Wir haben die Intensivmedizin-Strukturen in unserem Klinikverbund bereits vor einigen Tagen angepasst. Deshalb bewegen wir uns auch am Krankenhaus Tirschenreuth noch innerhalb unserer Kapazitäten“, wird Vorstand Dr. Thomas Egginger in einer Pressemitteilung zitiert. Um mit personellen und materiellen Ressourcen gut zu haushalten, würden dennoch bereits Verlegungen von Intensivpatienten in andere Kliniken stattfinden.

Auch außerhalb der Intensivstation habe sich das Krankenhaus Tirschenreuth auf die Corona-Pandemie gut vorbereitet. So wurde bereits vor einigen Tagen die Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe geschlossen, um Kapazitäten für die Behandlung von Covid-19-Patienten zu schaffen (wir berichteten). Die ambulante Versorgung mit einem geburtshilflich erfahrenen Arzt sei über das MVZ St.-Peter-Straße aber weiterhin gesichert.

Bereits seit längerer Zeit wurden an allen Standorten der Kliniken AG ambulante und elektive Operationen abgesagt. Auch daher seien in der Orthopädischen Rehabilitation in Waldsassen keine neuen Patienten mehr aufgenommen worden. Die so entstandenen personellen Ressourcen würden somit unter anderem in der akutstationären Versorgung an anderen Standorten unterstützend eingesetzt. „Außerdem stehen viele unserer Therapeuten und Psychologen unserem Personal im gesamten Klinikverbund zur Verfügung, um diese Krisensituation auch mental zu meistern“, erklärt Elisabeth Eißner, Ärztliche Direktorin der Region Nord/West.

Lob für das Personal gibt es auch von Egginger: „Was unsere Kollegen in dieser Zeit leisten, ist herausragend. Und wir sehen einmal mehr den Stellenwert von Krankenhäusern wie Tirschenreuth oder Kemnath, ohne die wir die aktuelle Situation in dieser Weise nicht bewältigen könnten.“

Dankbar für das, was vor Ort passiert, seien auch verschiedene Akteure aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Das Backhaus Kutzer übergab beispielsweise Brotzeiten an die Mitarbeiter in Tirschenreuth. Um auch die Patienten mit Atemschutzmasken ausstatten zu können, habe es große finanzielle Unterstützung aus den Städten und Märkten der Region gegeben, genauer aus Tirschenreuth, Waldsassen, Mitterteich, Wiesau, Plößberg und Bärnau: seitens der Bürgermeister sei eine Unterstützung von insgesamt 16.500 Euro zugesichert worden. Bei der Agentur Gerhard Bauer wurden diese Masken am Freitag bestellt, eine erste Teillieferung über 500 Stück hat Krankenhausleiterin Claudia Kost bereits erhalten – der Rest folge noch in dieser Woche. „Wir sind sehr froh, dass wir diese Masken erhalten haben, die wir an unsere Patienten verteilen werden, nachdem wir diese noch entsprechend validiert aufbereiten“, erklärt Kost.

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