01.10.2020 - 17:56 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Krankenhaus Tirschenreuth soll Schwerpunkt Altersmedizin bekommen

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Wenn die Kliniken Nordoberpfalz in den kommenden fünf Jahren ihre Häuser komplett neu aufstellt, sind auch Tirschenreuth und Kemnath stark betroffen. Nicht nur vom Sparkurs – beide Städte sollen einige Bereiche hinzugewinnen.

Im Krankenhaus Tirschenreuth stehen einige Veränderungen an.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Vor allem das Krankenhaus Tirschenreuth ist das Sorgenkind der Kliniken AG. 2019 war es der größte Verlustbringer. Von 15 Millionen Miesen insgesamt lief dort allein ein Defizit von 6,38 Millionen Euro auf. In Weiden waren es 4,87 Millionen.

"Eine Kombination aus vielen Faktoren", macht Vorstandschef Dr. Thomas Egginger im Gespräch mit Oberpfalz-Medien dafür verantwortlich. Rahmenbedingungen der Krankenhausfinanzierung, Lohnkostensteigerungen, ausbleibende Patienten, Einmaleffekte wie etwa Abfindungen oder ein schlechtes Image durch Medienberichte über Verluste. Auch die Etablierung spezieller Chirurgie mit Dr. Rudolf Ascherl hat nicht den gewünschten Erfolg gebracht.

Der neue Anlauf heißt Konzentration der Altersmedizin der AG in Tirschenreuth, auch im Hinblick auf die demografische Entwicklung der Bevölkerung. Neben der geriatrischen Reha in der Steinwaldklinik Erbendorf will der Klinikverbund in Tirschenreuth eine Akutgeriatrie samt Alterstraumatologie einrichten. Der Unterschied zu Erbendorf: Dort liegt der Schwerpunkt darauf, Menschen mittels Reha wieder am sozialen Leben teilhaben zu lassen. In der Akutgeriatrie kommt der Patient in die Notaufnahme. Er wird dort nach verschiedenen Parametern untersucht und dann altersgerecht behandelt. Es wird also zwischen Jüngeren und Betagteren stärker unterschieden.

Unter Alterstraumatologie versteht man die Versorgung von Senioren nach Sturzverletzungen und Brüchen. Darüber hinaus hat die Kliniken AG einen zusätzlichen kassenärztlichen Sitz für Tirschenreuth erworben. Er ist für die Kinderkardiologie reserviert.

Um die Fläche besser zu versorgen, soll ferner im Kreis Tirschenreuth das Modell von Professor Karl-Heinz Dietl Schule machen. Der Chefarzt der Allgemeinchirurgie in Weiden hat seine Aktivitäten auf alle Häuser ausgedehnt. Egginger: "Wir wollen alle Standorte aus einem Guss betreuen." Im Gegenzug müssten etwa gastroenterologische Untersuchungen in Tirschenreuth nicht an jedem Tag angeboten werden.

In Kemnath gilt der Ausbau der Endoprothetik, sprich dem Gelenkersatz. Dabei kann man auf bewährte Kooperationspartner bauen, etwa Dr. Michael Kampe aus Bayreuth. Auch Gynäkologie und Orthopädie sollen in Kemnath gestärkt werden.

Mehr zu geplanten Änderungen am Standort Weiden und in der Organisation

Weiden in der Oberpfalz

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