Tirschenreuth
14.04.2021 - 17:01 Uhr

Kreis Tirschenreuth: Lockerungen möglicherweise schon ab Sonntag

Entgegen dem bundesweiten Trend sinkt die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Tirschenreuth seit einigen Wochen. Sollte der Wert bis Freitag weiter unter 100 bleiben, kommt es ab Sonntag zu Lockerungen.

Das Angebot an ausreichenden Testmöglichkeiten sieht Landratsamt-Pressesprecher Wolfgang Fenzl als einen Grund für die sinkenden Coronazahlen im Landkreis Tirschenreuth. Symbolbild: Oliver Berg/dpa
Das Angebot an ausreichenden Testmöglichkeiten sieht Landratsamt-Pressesprecher Wolfgang Fenzl als einen Grund für die sinkenden Coronazahlen im Landkreis Tirschenreuth.

Die hohen Coronazahlen haben den Landkreis Tirschenreuth in den vergangenen Monaten oft negative Schlagzeilen beschert. Dies hat sich mittlerweile gedreht. Am Mittwoch lag die 7-Tage-Inzidenz bei 94. Das war der zweitniedrigste Wert in Bayern. Da das Landratsamt am Mittwoch nur 5 Corona-Neuinfizierte (Vorwochentag: 15) meldete, dürfte die Inzidenz am Donnerstag auf unter 80 sinken. Als mögliche Gründe nennt Landratsamt-Pressesprecher Wolfgang Fenzl ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren:

  • Angebot ausreichender Testmöglichkeiten.
  • Testpflicht und Grenzkontrollen für tschechische Pendler.
  • Test- und Hygienekonzepte sowie Kontrollen in Betrieben/Unternehmen.
  • Die Impfquote (1. Impfung) liegt im Landkreis bei 23,82 Prozent.
  • Disziplin und Durchhaltevermögen der Bevölkerung.
  • Konsequente Kontaktnachverfolgung durch das Gesundheitsamt.
  • Auch die angrenzenden Regionen (Neustadt, Weiden, Wunsiedel, Bayreuth, Tschechien) stellen aktuell keine Hotspots dar.

Trotzdem warnt Fenzl: „Die Corona-Situation bleibt wegen der Virus-Mutation weiterhin ernst und kann sich auch ganz schnell wieder verschlechtern.“ Die aktuelle Entwicklung der 7-Tage-Inzidenz im Landkreis sei wegen der deutschlandweiten Steigerung der Fallzahlen daher mit Vorsicht zu betrachten.

Um künftig Lockerungen bei den Kontakten zu ermöglichen, müsste der Inzidenzwert drei Tage in Folge unter 100 liegen. Das Verfahren ist in der 12. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung geregelt. Momentan angewendet auf den Kreis Tirschenreuth bedeute dies, dass die Inzidenz auch noch am Freitag unter 100 liegen müsste. Dann würde am Freitag oder Samstag eine Bekanntmachung im Amtsblatt erfolgen. Die Lockerungen würden ab Sonntag gelten. Früher ist dies nicht möglich, da die Verordnung explizit den „Tag 5“ nennt. Folgende Lockerungen wären ab Sonntag, 18. April, möglich:

  • Treffen von zwei Hausständen, maximal fünf Personen (bei Inzidenz unter 100 an drei Tagen in Folge).
  • Aufhebung der nächtlichen Ausgangssperre (bei Inzidenz unter 100 an drei Tagen in Folge).
  • Öffnung des Handels nach dem Prinzip „Click and Meet“ ohne Test (bei Inzidenz unter 100 an drei Tagen in Folge).

Für die Rücknahme der Lockerungen würde das gleiche Verfahren gelten: Drei Tage müsste der Inzidenzwert von 100 überschritten werden. Dann erfolgt am Tag 3 oder Tag 4 eine Bekanntmachung im Amtsblatt. Die Lockerungen würden dann am Tag 5 nicht mehr gelten.

Bei der Öffnung und Schließung von Schulen und Kindertagesbetreuung muss das Landratsamt immer freitags bzw. am letzten regulären Arbeitstag der Woche amtlich bekanntgeben, welcher Inzidenzwert an diesem Tag vorliegt und welche Einstufung (unter 50 – zwischen 50 und 100 – über 100) damit angewendet wird. Diese gilt dann für die komplette darauffolgende Kalenderwoche. Soweit der Inzidenzwert am Freitag unter 100 liegt, hätte dies folgende Auswirkungen:

  • In allen Schulen und Klassen würde ab Montag, 19. April, Präsenzunterricht stattfinden, soweit dabei der Mindestabstand von 1,5 Meter durchgehend und zuverlässig eingehalten werden kann, ansonsten Wechselunterricht. Zusätzlich würde weiterhin die Testpflicht gelten.
  • Die Kindertageseinrichtungen könnten ab Montag öffnen, sofern die Betreuung in festen Gruppen erfolgt.

Fenzl stellt aber klar: „Ob es aufgrund der geplanten Änderung der Bundesinfektionsschutzgesetzes zu Änderungen bzw. Lockerungen oder Verschärfungen kommt, muss abgewartet werden.“

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Tirschenreuth14.04.2021
 
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