28.03.2021 - 14:13 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Kreismusikschule Tirschenreuth: Musikunterricht am Bildschirm

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Online-Musikausbildung ist eine Alternative, aber kein Ersatz: So sieht das Tobias Böhm, der Leiter der Kreismusikschule Tirschenreuth, der sehnlichst den Präsenzunterricht herbeisehnt.

Auch KMS-Leiter Tobias Böhm musste seinen Trompetenunterricht umstellen. Online sei mitunter für ihn und sein Lehrerteam ganz schön anstrengend, sagt er. Denn acht Stunden hochkonzentriert Musik via Bildschirm machen sei kein Zuckerschlecken.
von Ulla Britta BaumerProfil

Einzig die Technik macht manchmal Probleme, ansonsten läuft der Online-Unterricht bei der Kreismusikschule Tirschenreuth (KMS) gut, zieht Leiter Tobias Böhm eine Zwischenbilanz. Er möchte dennoch seine Schüler wieder persönlich sehen. Böhm sei zwar froh, dass es die Möglichkeit mit Online-Unterricht per Videochat gibt. „Aber ich kann immer wieder nur betonen: Das ist kein Ersatz für einen Präsenzunterricht. Und das wird es auch nie.“

Weil sich die Hoffnung auf ein weitgehend „normales“ Schuljahr nicht erfüllt hatte, stellten sich der KMS-Leiter und sein Lehrerteam auf Online-Unterricht ein. Böhm kann nicht klagen. Außer bei den Gruppenausbildungen wie Chor, Duos, Ensemble oder Musiktheater sei mit jedem Instrument Unterricht per Videochat möglich, berichtet er aus Erfahrungswerten über nahezu drei Monate hinweg. Böhm kann nur von wenigen Schülern berichten, die abgesprungen seien.

Oftmals auf Anraten der Eltern, weil ihre Kinder wegen des Online-Schulunterrichts schon viel zu viel vor dem Bildschirm sitzen müssten. „Das kann ich natürlich verstehen.“

Kreative Schüler und Eltern

Die KMS könne lückenlos den Unterricht weiterführen, ist der Leiter glücklich, dass die zahlenden Schüler bestens bedient werden. Böhm nennt lediglich kleinere, technische Probleme. Mal falle ein Bild ganz aus oder der Ton sei kurzzeitig weg. „Aber im Großen und Ganzen geht das.“ Zur Tonqualität gerade für Musik, wo mancher Schülerton noch schräg daherkommt, sagt er, das sei bei jedem Instrument online schwieriger herauszuhören. Zur Technik wie zur richtigen Haltung oder Bedienung der Instrumente könne aber jeder Lehrer zuschauen und mit Korrekturen eingreifen.

„Falsche Töne kann man auch online raushören. Aber den sozialen Kontakt kann niemand per Video ersetzen.“

KMS-Leiter Tobias Böhm

Allerdings sei Online-Unterricht allgemein viel anstrengender für die Lehrer. "Sie sitzen jetzt mit ihren Instrumenten bis zu acht Stunden am Tag vor dem Bildschirm.“ Schüler und Eltern seien aber zufrieden. Böhm freut’s, wie kreativ alle daheim mitmachen. „Handys werden auf Halterungen gestellt. Oder die Eltern stellen sich eine halbe Stunde vor ihre Kinder, um sie beim Musikmachen zu filmen für den Live-Chat." Zum Einsatz kämen Handys ebenso wie Laptops oder PC-Bildschirme. Dennoch will sich Böhm mit der Gesamtsituation nie gänzlich zufrieden geben. „Falsche Töne kann man auch online raushören. Aber den sozialen Kontakt kann niemand per Video ersetzen.“ Wichtig sei, dass es weitergehe.

Kein Muttertagskonzert

Weit weniger hoffnungsvolle Töne hat Böhm hinsichtlich der regelmäßigen Veranstaltungen der KMS. Das Muttertagskonzert am 7. Mai ist bereits abgesagt, zum zweiten Mal nach 2020. Auch die Vorspiele der Schüler können in der üblichen Form nicht stattfinden. „Vielleicht verlegen wir sie wenigstens im Sommer nach draußen“, stellt Böhm erste Überlegungen an. Zum zweiten Mal muss auch schon die KMS-Jubiläumsfeier verschoben werden.

Unbedingt durchführen müsse die KMS die Leistungsprüfungen für die Schüler. Diese sollen im Juli mit Theorie und Praxis über die Bühne gehen. Bei all diesen Umständen schaut auch die Kreismusikschule voraus. Momentan werde intensiv an einer neuen, modernisierten Homepage gearbeitet. Auch einen Tag der offenen Tür soll es geben, um neue Schüler zu gewinnen. Dies laufe über einen persönlichen Termin.

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