29.06.2020 - 15:17 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Kreistag zögert bei Innenhof-Umgestaltung des Landratsamtes Tirschenreuth

Welchen Weg geht der Landkreis bei der Umgestaltung des Innenhofs des Landratsamtes? Das Thema diskutierte der Kreistag in seiner jüngsten Sitzung noch nicht abschließend.

So könnte sich der Innenhof des Landratsamts nach der Umgestaltung auf Basis der Pläne von Landschaftsarchitektin Gisela Fanck-Reiter darstellen. Wann dies allerdings der Fall sein wird, wurde in der jüngsten Sitzung des Kreistags noch nicht ersichtlich.
von Holger Stiegler (STG)Profil

Landschaftsarchitektin Gisela Fanck-Reiter aus Tirschenreuth stellte dem Gremium dazu den aktuellen Entwurf vor. Dass allerdings zum weiteren konkreten Vorgehen wenig geklärt wurde, hatte mehrere Gründe.

Fanck-Reiter erinnerte daran, dass für die Umgestaltung des Innenhofs ein Mehrfachbeauftragungsverfahren durchgeführt wurde, aus dem der Entwurf des Büros für Landschafts- und Ortsplanung stadt-land-fanck als Sieger hervorgegangen war. Anhand des vorliegenden Werkentwurfs erläuterte Fanck-Reiter die Leitideen, die dem Entwurf zugrunde liegen: Mit Hilfe einer entsprechenden Rampe wird die Barrierefreiheit hergestellt, insgesamt wird durch Materialauswahl und Begrünung die Aufenthaltsqualität des Platzes erhöht, aus architektonischer Sicht wird die Achse hin zum Fischhofpark betont, für Fahrräder werden Stellplätze geschaffen und es ist ein entsprechendes Beleuchtungskonzept ist vorgesehen.

Großen Stellenwert hat auch die Brunnengestaltung mit flachem Becken, bei der mit indirekter Beleuchtung sowie mit den Materialien Flossenbürger Granit, Kösseine-Granit und Porzellan gearbeitet werden soll. Nach Aussage der Landschaftsarchitektin könnte noch 2020 die Ausschreibung erfolgen, Ende 2021/Anfang 2022 wären die Arbeiten fertig. Die geschätzten Bruttokosten, so Fanck-Reiter, liegen bei 470.000 Euro.

Die Ausführungen und Erläuterungen stießen im Gremium fraktionsübergreifend auf große Sympathie und Wohlwollen – von „einladender Planung“ und „moderner Handschrift“ war unter anderem die Rede. Allerdings machte bereits die erste Wortmeldung von CSU-Fraktionssprecher Bernd Sommer deutlich, dass der Zeitplan wohl zu ambitioniert und nicht zu realisieren sei. Dies liege zum einen an der ebenfalls anstehenden und notwendigen Erweiterung des Landratsamtes infolge der Raumknappheit, aber auch an den Kosten. „Wir sollten hier etwas vorsichtiger sein“, so Sommer. Inhaltlich ähnlich, nur mit anderen Worten, argumentierten die Fraktionssprecher Hans Klupp (FW), Uli Roth (SPD), Matthias Grundler (Zukunft) und Heidrun Schelzke-Deubzer (Grüne). Erweiterung des Landratsamtes und Umgestaltung des Innenhofs müssten – so der einhellige Tenor – demnach ein Gesamtpaket ergeben.

Kreisbaumeister Klaus Weig ging mit dem Diskussionsverlauf nicht unbedingt d’accord: Er meldete sich zu Wort und betonte, dass der Innenhof des Landratsamtes von einer möglichen Erweiterung sicherlich nicht betroffen sei. „Diese kann nur nach außen kommen“, so Weig. Für die Umgestaltung des Innenhofs sei sauber vorgearbeitet worden, entstanden sei ein Entwurf mit hoher Qualität. Weig plädierte dafür, den eingeschlagenen Weg nun weiterzugehen. „Bis ein Gesamtkonzept für die Raumerweiterung des Landratsamts vorliegt und dies umgesetzt wird, ziehen noch einige Jahre ins Land“, meinte Weig. Seiner Ansicht nach dürfe man das Thema Barrierefreiheit im Innenhof nicht weiter hinausschieben.

Landrat Roland Grillmeier schlug schließlich vor, die Materie im Kreisausschuss zu behandeln.

Bei der Sitzung des Kreistags wurden auch die Neubaupläne für die Realschule Kemnath vorgestellt:

Kemnath

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