28.08.2019 - 14:34 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Landesplanung gegen Baugebiet

Bauplätze in der Kreisstadt sind gefragt. Doch das macht es nicht leichter, neue Gebiete auszuweisen.

Ein kleines Baugebiet mit vier Plätzen hatte die Stadt auf der Wiese nahe dem Fischhof vorgesehen. Doch die Landesplanung war damit nicht einverstanden. Durch eine "Baulandoffensive" wollte die Stadt auch der Regierung aufzeigen, wie dringend Bauflächen in Tirschenreuth benötigt werden.
von Werner Schirmer Kontakt Profil

Die Idee hat auf dem Papier durchaus ordentlich ausgesehen: Am Fischhof sollten auf einer Wiesenfläche vier neue Bauplätze in Verlängerung der vorhandenen Baureihe entstehen. Dafür wollte der Stadtrat auch mehrheitlich den Flächennutzungsplan ändern und einen Bebauungsplan aufstellen. Daraus wird jetzt nicht. Die Landesplanung hätte dem Vorhaben nicht zugestimmt, wusste Bürgermeister Franz Stahl bei der Stadtratssitzung in der vergangenen Woche.

In diesem Zusammenhang verwies das Stadtoberhaupt auf die Bemühungen, im Ort Bauplätze zu finden. Bei einer "Baulandoffensive" hätte die Stadt 78 Eigentümer von insgesamt 100 unbebauten Grundstücken im Ort angeschrieben. Nur 14 Rückmeldungen seien eingegangen, mit nur drei Zusagen. "Wir bleiben dran", verdeutlichte Stahl die Bemühungen der Stadt, denn er wusste, "es ist noch viel Potenzial da!"

Aktuell große Nachfrage

Dabei wollte der Bürgermeister auch seinen Unmut über die Haltung der Regierung ausdrücken. Die Stadt würde sehr genau bei der Ausweisung von Baugebieten vorgehen, betonte Stahl. Schließlich wüssten die Kommunen als Erste, was notwendig sei. Aktuell herrsche eben eine sehr große Nachfrage nach Bauplätzen. "Die Landesplanung sollte sensibler vorgehen", monierte Stahl. Unverständnis auch bei Hans Zölch (Freie Wähler). "Die Regierung möchte den ländlichen Raum stärken, wenn aber junge Leute bauen wollen, dann können wir keine Flächen ausweisen!"

Blick zu Nachbarn

Peter Gold (CSU) störte sich ebenfalls daran, dass die Regierung auf einer Seite den Eigenheimbau fördere, aber dann Beschränkungen vornehmen würde. "Das läuft konträr auseinander", so Gold. Manfred Zandt (Freie Wähler) sah Tirschenreuth auf dem richtigen Weg. Ihn wunderte, dass Nachbargemeinden problemlos Baugebiete ausweisen könnten. Die Idee Zandts, ein allgemeines Baugebot anzuwenden, musste Stahl aber abweisen. Dies würde nur auf städtischen Flächen gehen.

Bei der Sitzung befürwortete das Gremium eine Korrektur des Bebauungsplanes "Östlich der Äußeren Regensburger Straße" auf verschiedenen Flurnummern. Dabei ging es um die Gestaltung der "Baufenster". Einstimmig wurde die Änderung als Satzung beschlossen.

Aus dem Stadtrat:

Stefanie Süß leitet Tourist-Info

Eine Reihe von Personen wurde von der Stadt neu eingestellt und wird ab September die Arbeit aufnehmen. So startet am 16. September Stefanie Süß als neue Leiterin der Tourist-Info. Die 29-Jährige aus Tirschenreuth tritt die Nachfolge von Ludwig Bundscherer an. Die neue Leiterin wird noch separat vorgestellt, kündigte Bürgermeister Franz Stahl bei der Sitzung am vergangenen Donnerstag an.

Weitere Einstellungen: Christoph Kick (Museumsquartier); Anita Kiefer (Raumpflegerin im Rathaus); Franziska Zahn (Auszubildende zur Verwaltungsfachangestellten). Die Neueinstellungen im Kinderhaus Kunterbunt: Edeltraud Friedl (Hauswirtschafterin), Julia Gleißner, Gertraud Gradl und Silke Schmid (Kinderpflegerinnen), Tereza Schön und Vanessa Söllner (Berufspraktikantinnen), Maria Brysch, Kim Schraml und Leonie Stoiber (Vorpraktikantinnen).

Aus der Juli-Sitzung konnte der Bürgermeister anschließend noch nichtöffentliche Beschlüsse bekanntgeben. So hat der Stadtrat befürwortet, von einem ursprünglich geplanten Treppenabgang von der Lehnerstraße zur Regensburger Straße abzusehen.

Für die Sanierung der Arkaden wurde die Planungsleistung für die Architekturleistung an das Büro Ost 3 aus Regensburg und für die Tragwerksleistung an das Ingenieurbüro Lehner & Baumgärtner aus Tirschenreuth vergeben.

Für den Neubau des Kindergartens und der Kinderkrippe wurden verschiedene Entscheidungen getroffen. So wird die Planungsleistung für die Tragwerksplanung an das Büro Bodensteiner & Partner in Weiden vergeben. Die Landschaftsplanung führt das Büro LAB Landschaftsarchitektur Brenner aus Landshut durch, die Brandschutzplanung das Büro Architektur Schabner aus Thanhausen, die Elektroplanung das Ingenieurbüro Sowatec aus Letzau und die HLS-Planung das Büro Sowatec aus Theisseil.

Aufträge wurden zudem für den Anbau an das Rathaus vergeben: Estricharbeiten für 8652 Euro durch Firma Brandl aus Kelheim; Metallarbeiten (Kellertüren) für 7324 Euro durch die Firma Löhner, Naila; Malerarbeiten für 8216 Euro durch die Firma Malermeister Gewinner aus Thiersheim; Innentüren für 16 249 Euro sowie Sanitärtrennwände für 2891 Euro durch die Firma Alfons Grillmeier aus Waldsassen; Mobiles Regalsystem für 13 972 Euro durch die Firma Arbitec-Forster aus Neuss; Bodenbelagsarbeiten für 4315 Euro durch die Firma Sperer & Moser aus Plößberg.

Unter dem Punkt „Verschiedenes“ bemängelte Karl Berr (Wählergemeinschaft Umwelt) die Fassadengestaltung am Stabilo-Baumarkt an der Mitterteicher Straße. Hier sei bei der Ausführung auf die farbliche Gliederung verzichtet worden. Gerade an den Einfallstraßen sollte mehr auf die Gestaltung der Gebäude geachtet werden, forderte Berr.

Und bei den Überlegungen für das alte „Musl-Kino“ sprach sich Karl Berr klar gegen den Einbau einer kleinen Brauerei aus. Das Kino sollte ausschließlich als Theater genutzt werden. „Für eine kleine Zoigl-Brauerei stelle ich mir ein älteres Gebäude mit Biergarten vor“, führte der WGU-Rat aus. „Wir werden auf keinen Fall ein reines Theater bauen“, verdeutlichte Stahl die Planung. Vielmehr sollte ein multifunktionales Gebäude entstehen.

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