Tirschenreuth
15.12.2020 - 15:40 Uhr

Landkreis Tirschenreuth: 22 Corona-Neuinfizierte und drei Covid-19-Tote

Im Landkreis Tirschenreuth gab es am Dienstag drei neue Corona-Todesfälle. Auf Nachfrage gibt das Gesundheitsamt Einblicke in seine derzeitige Arbeit. Und auch im Kreisausschuss war Covid-19 ein Thema.

Die Kontaktnachverfolgung hat das Gesundheitsamt nach eigenen Angaben im Griff: "Nach wie vor werden alle eingehenden Befunde am aktuellen Tag bearbeitet und fertig ermittelt." Symbolbild: Daniel Bockwoldt/dpa
Die Kontaktnachverfolgung hat das Gesundheitsamt nach eigenen Angaben im Griff: "Nach wie vor werden alle eingehenden Befunde am aktuellen Tag bearbeitet und fertig ermittelt."

Der Krisenstab des Landkreises erlebt vor Weihnachten alles anders als eine stille Zeit. „Ich habe heute den Vertrag mit dem BRK über den Betrieb des Impfzentrums unterschrieben, vorerst befristet bis Juni 2021“, teilte Landrat Roland Grillmeier am Montag im Kreisausschuss mit. „Wir wären auf jeden Fall gerüstet“, kündigte Oberregierungsrat Markus Zapf an. Die ersten 800.000 Impfdosen seien voraussichtlich ab 5. Januar 2021 verfügbar. „Dann wird sich zeigen, ob es für die nördliche Oberpfalz reicht.“

Dass sich die Lage oft über Nacht ändert, zeigte sich am Wochenende. Am Freitag hatte der Landrat noch im Kreistag berichtet, dass die Kliniken zwar langsam an Grenzen stoßen, aber noch Patienten aus Großstädten aufnehmen. „Am Samstag erhielt ich einen Anruf, dass auch wir Patienten wegverlegen müssen“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende der Kliniken AG am Montag im Kreisausschuss.

"Wir sind handlungsfähig"

„Wir sind handlungsfähig, aber die Situation wird uns weiter fordern“, fasste Grillmeier zusammen. Über die Feiertage bleibe das Gesundheitsamt ansprechbar, wenn auch jedem Mitarbeiter ein paar Tage Ruhepause gegönnt werden sollten.

SPD-Sprecher Uli Roth regte an, ähnlich wie im Landkreis Wunsiedel eine Art Krisentelefon einzurichten, um Eskalationen im Familienbereich während des Lockdowns über die Feiertage aufzufangen. Hier verwies Markus Zapf vom Landratsamt auf eine dauerhafte Rufbereitschaft des Sozialdienstes: „Die Polizei hat diese Nummer.“ Ob für die Bevölkerung eine Corona-Hotline ähnlich wie im Frühjahr aktiviert wird, soll noch geprüft werden.

7-Tage-Inzidenz bei 188,8

Das Landratsamt Tirschenreuth meldete am Dienstag (Stand: 14 Uhr) 22 Corona-Neuinfizierte. Davon standen bereits acht unter Quarantäne. Zudem verzeichnete der Landkreis drei neue Covid-19-Tote. Dabei handelt es sich um Personen mit Vorerkrankungen. Das Alter gab die Behörde mit Anfang 50, Mitte 60 und über 90 Jahre an.

Die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner lag nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) bei 188,8. Die Gesamtzahl der positiv auf Corona getesteten Landkreisbürger liegt bei 2112, davon sind bisher 1892 genesen. Diese Schätzung orientiert sich an den Kriterien des RKI. Die Zahl der Corona-Toten steigt auf 164.

Auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien nimmt das Gesundheitsamt auch zu seiner derzeitigen Arbeit Stellung:

Was sind momentan die größten Herausforderungen für das Gesundheitsamt?

"Das sind neben den Abarbeitung der täglichen Corona-Fälle aktuell eher verwaltungsinterne und organisatorische Punkte, beispielsweise die praktische Umsetzung neuer (aktualisierter) Verordnungen, die Ausarbeitung der weiteren Teststrategie und das Umstellen der Software auf das vom Freistaat Bayern vorgegebene Sormas-Produkt."

Wie ist das Gesundheitsamt derzeit personell besetzt?

"Aktuell wird kein weiteres Personal gesucht. Die letzten Wochen fanden weitere Einstellungen statt. Aushilfen anderer Behörden wurden geschult und stehen im Hintergrund ebenfalls bereit, falls sich die Lage verschlechtern sollte. Insgesamt arbeiten derzeit im Corona-Team 46 Personen."

Es war in den vergangenen Tagen auffällig, dass immer mehr Neuinfizierte noch nicht in Quarantäne waren. Schafft das Gesundheitsamt die Kontaktnachverfolgung noch?

"Das Gesundheitsamt schafft aktuell die Kontaktnachverfolgung. Nach wie vor werden alle eingehenden Befunde am aktuellen Tag bearbeitet und fertig ermittelt. Das beinhaltet auch die Kontaktpersonennachverfolgung und die Verhängung der Quarantäne. Wir können aber leider nur nachverfolgen, was wir kennen. Ursache für die vielen Fälle ist die sehr weite Verbreitung des Virus. Leider ist die Kontaktfreudigkeit der Bevölkerung immer noch zu hoch."

Gibt es Anhaltspunkte, dass einige Neuinfizierte nicht mehr ihre kompletten Kontakte angeben?

"Das ist immer möglich, da wir ja nur nachfragen können und auf die Angaben der Infizierten vertrauen müssen. Allerdings fällt in der täglichen Arbeit nicht gehäuft auf, dass um bereits bekannte Fälle herum Neuinfektionen auftreten, die uns nicht als Kontaktpersonen mitgeteilt wurden. In Einzelfällen gibt es das immer wieder mal, aber in der Regel ist nicht erkennbar, dass weniger Kontakte angegeben werden."

Tirschenreuth14.12.2020
Oberpfalz25.05.2022
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