23.11.2021 - 15:12 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Landkreis Tirschenreuth gibt mehr Geld für Schuldnerberatung aus

Wenn Schulden überhand nehmen oder gar die Insolvenz droht, ist guter Rat manchmal sogar kostenlos. Der Landkreis Tirschenreuth sorgt für entsprechende Anlaufstellen. Die werden gar nicht so selten kontaktiert.

Der Gang zur Schuldnerberatung fällt nicht leicht, kann aber Wege aus der finanziellen Misere aufzeigen.
von Michaela Kraus Kontakt Profil

Dass das Thema Schuldnerberatung im Kreisausschuss Tirschenreuth zur Sprache kam, hatte einen formalen Grund. Es galt, die Vereinbarung an neue gesetzliche Regelungen anzupassen, die jedoch keine konkreten Auswirkungen auf die Ratsuchenden haben. Der Landkreis erklärte sich bereit, etwas höhere Kosten zu übernehmen.

"Die Schuldnerberatung ist eine kommunale Aufgabe, die Insolvenzberatung eine staatliche", erklärte Judith Sollfrank. Die Leiterin des Sachgebiets Soziales am Landratsamt kündigte eine moderate Erhöhung der Kostenpauschale an. Die Landkreise Neustadt und Tirschenreuth, die sich mit der Stadt Weiden zu einer kommunalen Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen haben, bezahlen ab 2022 statt bisher 28.000 Euro gemeinsam zwischen 30.000 und 40.000 Euro. Abgerechnet wird am Ende des Jahres je nach Wohnsitz der Ratsuchenden.

Zwei Vollzeitstellen

Nach Auskunft von Sollfrank nahmen vergangenes Jahr 270 Personen aus der Nordoberpfalz die Dienste in Anspruch. Aus dem Landkreis Tirschenreuth kamen 74 Klienten. Die Beratung wird im Verbund von der Caritas, dem Allgemeinen Rettungsverband und dem gemeinnützigen Neustädter Verein AS Soziale Dienstleistungen angeboten. Die Verbände sorgten dafür, dass für das ganze Gebiet zwei Vollzeitstellen zur fachliche Beratung vorhanden sind. Der psychosoziale Aspekt sei ebenfalls abgedeckt.

"Die Beratungsstellen in Tirschenreuth und Erbendorf bleiben erhalten", sagte die Sozialamtsleiterin. Während die Kommunen sich die Kosten für die Schuldenberatung aufteilten, bekomme die Arbeitsgemeinschaft für die Insolvenzberatung jährlich 58.000 Euro vom Staat zurückerstattet. Die neue gesetzliche Vorgabe – pro 130.000 Einwohner eine Vollzeitstelle in der Beratung – erfülle man bereits. Im Versorgungsgebiet wohnen rund 209.000 Menschen.

Alle Fraktionen stimmen zu

"Eine vernünftige Beratung ist sehr wichtig", betonte Landrat Roland Grillmeier. Das gelte gerade bei steigenden finanziellen Belastungen wie durch Corona-Auswirkungen. Sprecher aller Fraktionen bewilligten den höheren Kostenanteil des Landkreises. Sie hofften, dass durch frühzeitige Beratung materieller und psychischer Schaden bei den Betroffenen gemildert wird.

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Bürger des Landkreises Tirschenreuth können sich bei Problemen mit Schulden oder Insolvenz kostenlos an diese Beratungsadressen wenden:

  • ARV-Kreisverband Tirschenreuth, Telefon 09631/70350
  • ARV-Sozialstation Erbendorf, Telefon 09682/9156860
  • Caritas-Kreisverband Tirschenreuth, Telefon 09631/798920
  • AS Neustadt Soziale Dienstleistungen, Telefon 09602/94350

"Die Beratungsstellen in Tirschenreuth und Erbendorf bleiben erhalten."

Sozialamtsleiterin Judith Sollfrank

 

 

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