06.07.2020 - 16:46 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Im Landkreis Tirschenreuth keine vermehrte häusliche Gewalt durch Corona

Aufatmen im Jugendhilfeausschuss: Während der Coronakrise gab es im Landreis Tirschenreuth keine Meldungen, dass die Gewalt in den Familien zugenommen hätte. An Diskussionsthemen mangelte es trotzdem nicht.

Der Jugendhilfeausschuss tagte am Donnerstag erstmals in der neuen Wahlperiode. Mit am Sitzungstisch saß auch der neue Abteilungsleiter am Landratsamt, Markus Zapf (vorne, links).
von Ulla Britta BaumerProfil

Der Jugendhilfeausschuss hatte wegen der Corona-Pandemie lange nicht mehr getagt. Nach den Kommunalwahlen gab es viele neue Gesichter im Ausschuss. Ein wichtiges Thema waren dabei die Auswirkungen der Coronakrise. Sozialpädagogin Astrid Bösl vom Allgemeinen Sozialen Dienst betonte, dass der Dienst aktiver denn je zu den Familien rausgefahren sei. "Wir haben alles getan, um die Betreuung auch in der Krise sicherzustellen." Der Kinderschutz sei ihre größte Sorge.

Homeschooling manchmal schwer

Eine Herausforderung sei für viele Familien das Homeschooling gewesen. Manchmal habe die Technik dazu gefehlt. Bisweilen seien auch die Anforderungen der Schulen an die Kinder zu hoch gewesen. Der Dienst habe wegen Corona eine Rufbereitschaft eingerichtet. "Wobei uns mein Vorgänger Peter Gold bestens unterstützt hat", bedankte sich Bösl. Zudem seien die Außendienstmitarbeiter gebeten worden, verstärkt Auffälligkeiten zu melden. Im Vergleich zu 2019 seien aber keine Häufungen festgestellt worden. 33 Meldungen seien wegen Corona eingegangen, 13 davon im sozialen Umfeld, elf von der Polizei, drei von der Familienhilfe, drei aus Schulen, zwei aus Kindertagesstätten und einer von der Kinderklinik.

Positiv bewertete Theresia Kunz von der Kommunalen Jugendarbeit die Arbeit der Jugendhilfe. Zwar habe man viele Schwerpunkte absagen müssen. "Aber wir konnten die Kommunen bei vielen Fragen, wie beim Ferienprogramm, gut unterstützen." Kunz rät den Kommunen, Ferienprogramme in abgespeckter Form durchzuführen. Die Kommunale Jugendarbeit biete ein Hygienekonzept an, das angewendet werden könne. Weiter auf der Agenda steht bei Kunz der Wunsch nach einem Jugendtreff auf Landkreisebene. "Der Landkreis Tirschenreuth ist hier noch ein weißer Fleck."

Ablehnend äußerte sie sich zur Bitte des Bayerischen Jugendrings, über die Kommunale Jugendarbeit Kinderbetreuungsangebote in den Ferien anzubieten. "Das schaffen wir beim besten Willen nicht." Die gleiche Auskunft gab es auch von Kreisjugendringvorsitzendem Jürgen Preisinger, der dies aus personellen Gründen verneinte. Die Krise habe die Arbeit ohnehin stark eingeschränkt, so Preisinger. Viele Programmangebote habe man ersatzlos streichen müssen. Kurzerhand habe der KJR zu einem Kreativwettbewerb für Jugendliche unter dem Motto "...darauf freue ich mich" aufgerufen.

Wegen Corona werde auch die Jahresvollversammlung am 27. Juli mit weniger Teilnehmern als üblich stattfinden. "Normalerweise würde ich Sie alle einladen", so Preisinger. Verlegt auf den November wurde das deutsch-tschechische Projekt "#staystrong" vom Medienzentrum T 1. Für die Sommerferien fertigten die Pädagogen des Medienzentrums "Actionbounds" für Tirschenreuth und Waldsassen an. Dabei handelt es sich um eine moderne, digitale "Schnitzeljagd". Außerdem bietet das T1 digitale Workshops. Preisinger sorgt sich um die Kinder und Jugendlichen, hat aber auch großes Lob für deren Engagement in der Krise, was nicht selbstverständlich sei. Es freut ihn, dass im Landkreis keine größeren Coronapartys stattgefunden hätten. Dies zeuge von Verantwortungsbewusstsein.

Hier geht es zum Bericht über die Berufung der Mitglieder des Ausschusses:

Tirschenreuth

Professionelle Beratung

Susanne Piller und Marion Neumann von der Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern stellten die bundesweite professionelle Onlineberatung für Kinder und Jugendliche der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke) vor. Uschi Huber, Leitern des Förderschulzentrums Tirschenreuth, wünscht sich aufgrund steigenden Bedarfs eine weitere sozial-pädagogische Fachkraft. Unter den neuen Ausschussmitgliedern stellte Jugendamtsleiter Emil Slany als neuen Leiter der Abteilung 2, Jurist Markus Zapf vor, der seit Juni für die Referate Bau- und Umwelt, Sicherheit und Ordnung sowie das Jugendamt zuständig ist. Einstimmig wurde die neue Geschäftsordnung beschlossen. Die Einladungen werden nun per E-Mail verschickt.

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