19.08.2021 - 12:04 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Landkreis Tirschenreuth verliert im Laufe eines Jahres 350 Einwohner

Die Bevölkerung im Landkreis Tirschenreuth ist im vergangenen Jahr weiter geschrumpft. Besonders betroffen waren Gemeinden im Stiftland.

Nur in neun Gemeinden hat sich die Bevölkerungszahl im Jahr 2020 positiv entwickelt.
von Martin Maier Kontakt Profil

Innerhalb eines Jahres hat der Landkreis Tirschenreuth 350 Einwohner verloren. Ende Dezember 2020 registrierte das Landesamt für Statistik noch 71.696 Einwohner im Landkreis. Dies bedeutet einen Rückgang von 0,5 Prozent innerhalb eines Jahres. Die Daten hat die Behörde kürzlich veröffentlicht.

Neun Kommunen konnten sich gegen den Abwärtstrend stemmen. Prozentual und auch mit Blick auf die Einwohnerzahl legten Immenreuth und Kulmain mit jeweils 18 Bürgern mehr zu. Positiv sieht es auch in Reuth (7), Falkenberg (6), Kemnath (6), Leonberg (6), Kastl (5), Fuchsmühl (3) und Friedenfels (2) aus. Außerdem konnte Brand seine Einwohnerzahl halten.

Altersstruktur dominanter Faktor

Alle anderen 16 Kommunen mussten Bevölkerungsverluste verkraften. Am stärksten abgenommen hat die Einwohnerzahl in Bad Neualbenreuth mit 1,7 Prozent (minus 23) und Bärnau mit 1,6 Prozent (minus 50). Um mehr als ein Prozent schrumpfte zudem die Bevölkerung in Konnersreuth, Mitterteich, Pechbrunn und Tirschenreuth. Nominell die meisten Leute haben Tirschenreuth (minus 89) und Mitterteich (minus 85) verloren.

Die Daten zeigen, dass der Landkreis den Rückgang der Bevölkerungszahlen zumindest ein wenig bremsen konnte. Vor einigen Jahren lag das Minus pro Jahr zwischen 450 und 650 Bürgern. Wobei es immer weiter nach unten geht. Zum Vergleich: Ende 2010 hatte der Landkreis 74.802 Einwohner und Ende 2000 sogar 79.993. Die Vorausberechnungen des Landesamtes für Statistik gehen bis in das Jahr 2039 und geben für den Landkreis Tirschenreuth dann 66.200 Einwohner an.

Die aktuellen Zahlen machen auch deutlich, dass die momentanen Zuzüge das Minus nicht ausgleichen können. Der Grund: Es gibt fast doppelt so viele Todesfälle als Geburten. Darauf hat auch schon mehrmals Wirtschaftsförderer Dr. Volker Höcht hingewiesen: Er spricht in diesem Zusammenhang auch von einem „stark ausgeprägten Altersthema“ im Landkreis. Schließlich sei die Altersstruktur der "dominante Faktor" in der Bevölkerungsentwicklung. Der Wiesauer hatte für seine Doktorarbeit zum Thema „Strategisches Demografie-Management für kleine Kommunen in schrumpfenden Regionen“ geforscht.

Neues Förderprogramm

Der Rückgang der Einwohnerzahlen und eine immer ältere Bevölkerung sind auch Themen des Förderprogramms „Demografiefeste Kommune“ des Heimatministeriums. Wie die Behörde am Montag mitteilte, ist der Landkreis Tirschenreuth als einziger Landkreis Teilnehmer in diesem Projekt. Zudem sind noch sieben Gemeinden/Gemeinde-Zusammenschlüsse, ein Stadtteil einer Großstadt und eine Region aus Bayern dabei.

Das auf vier Jahre angelegte Programm soll laut Minister Albert Füracker helfen, die Kommunen zukunftssicher aufzustellen. Es würden passgenaue Heimat- und Demografiestrategien entwickelt. Dabei sollen neben der Beratung auch konkrete Projekte angestoßen sowie bereits vorhandene Initiativen einbezogen und miteinander vernetzt werden. Die erarbeiteten Lösungsansätze würden für alle Kommunen zugänglich gemacht. Die Förderhöhe für den Landkreis Tirschenreuth liegt bei insgesamt bis zu 174.000 Euro, den Großteil von 150.000 Euro nehmen dabei Beratungsleistungen ein. Welche spezielle Bereiche der Landkreis mit dem Programm aufgreifen will, steht laut Regionalmanager Florian Rüth noch nicht fest.

So haben sich die Bevölkerungszahlen für den Landkreis Tirschenreuth 2019 entwickelt

Tirschenreuth

 

 

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