18.09.2020 - 14:55 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Landrat will mehr Gemeinsamkeit

Die Corona-Zeit führt auch beim Wirtschaftsclub Nordoberpfalz zu neuen Kommunikationsformen. In Online-Meetings wird mit den Chefs der Gebietskörperschaften der Nordoberpfalz gesprochen. Erster war Landrat Roland Grillmeier

Gast der ersten Online-Konferenz des Wirtschaftsclubs Nordoberpfalz war Tirschenreuths Landrat Roland Grillmeier (unterste Reihe, Mitte).
von Siegfried BühnerProfil

Drei Themen standen im Mittelpunkt der ersten Online-Konferenz des Wirtschaftsclubs Nordoberpfalz mit Landrat Roland Grillmeier. Eingeladen hatte der Vorstand des Wirtschaftsclubs unter Leitung des Präsidenten Anton Braun. Gesprochen wurde über das laufende Wirtschaftsclub-Projekt zur Imageverbesserung und die Vermarktung der Region Nordoberpfalz, sowie über die Situation im Grenzraum zu Tschechien und bei den Kliniken Nordoberpfalz.

"Wir müssen die drei Gebietskörperschaften der nördlichen Oberpfalz stärker zusammenbringen", forderte Grillmeier mehr Gemeinsamkeit in der nördlichen Oberpfalz. Er unterstützt ausdrücklich die Aktivitäten des Wirtschaftsclubs zur Imageförderung, zur Identitätssteigerung und zur gemeinsamen Vermarktung der Gesamtregion Nordoberpfalz.

Laut Clubpräsident Braun sollen in dieser Sache demnächst für einzelne Aktionen unter der Überschrift "Nordoberpfalz - wo Bayern mehr wert ist" Fördermittel bei der Regierung der Oberpfalz beantragt werden. Grillmeier kündigte an, sich dafür einzusetzen, dass auch der Landkreis Tirschenreuth dem Förderverein Nordoberpfalz beitritt.

Dynamische Wirtschaftsregion

Der Tirschenreuther Landrat kam dann auf die Wirtschaft zu sprechen. "Das neue Industriegebiet in Weiden braucht die ganze Region". Das interkommunale Gewerbegebiet in Wiesau etwa habe nicht ausreichende Ausdehnungsmöglichkeiten. Schon als Bürgermeister von Mitterteich habe er gute Erfahrung in der Zusammenarbeit mit der regionalen Wirtschaft gemacht. Der Landkreis Tirschenreuth sei zusammen mit dem Landkreis Neustadt/WN eine der dynamischsten Regionen Deutschlands. Außerdem hält es der Tirschenreuther Landrat für erforderlich, die Zusammenarbeit mit der OTH Amberg-Weiden neu zu definieren. Vor allem könnte die OTH noch stärker zum Dienstleister für Unternehmen werden.

Zusammenarbeit über Grenze

Gesprochen wurde beim Online-Meeting auch über die Zusammenarbeit mit den tschechischen Nachbarn und die hohen Einpendlerzahlen aus Tschechien. Grillmeier stellte fest: "Wir wollen und können keine weiteren Grenzschließungen mehr verkraften." Allerdings erwarte er auch trotz der Corona-Situation in Tschechien keine Einschränkungen für Pendler. Als spannendes Thema betrachte Grillmeier die geplante BMW-Ansiedlung in Sokolov. Schließlich gebe es ja auch in Tschechien einen sehr großen Fachkräftemangel. Auch wenn sich BMW im Hinblick auf dieses Vorhaben noch recht verschlossen zeige, erwarte Grillmeier den Zuzug deutscher Arbeitnehmer in den Raum Tirschenreuth und Waldsassen. Insgesamt habe die grenzüberschreitende Zusammenarbeit "Luft nach oben". Zu sehr sei es auch bisher nur bei einer Ankündigung des Oberzentrums Waldsassen-Eger geblieben. Über neue Regionalprogramme sollte "man den Fuß dort reinbringen".

Gute Basis für Kliniken AG

Beim dritten Thema der Konferenz - "Situation Klinikum Nordoberpfalz" - zeigte sich Grillmeier vorsichtig optimistisch. In der Drittelung der Anteilswerte sehe er "eine gute Basis". Die Gebietskörperschaften seien jedenfalls bereit, Verantwortung zu tragen. Dass eine gute Gesundheitsversorgung ein wichtiger Standortfaktor sei, stellte Wirtschaftsclub-Präsidiumsmitglied Stefan Rank fest. Die Gesundheitsversorgung sei eine öffentliche Aufgabe, "auch wenn keine schwarze Null geschrieben wird".

"Unsere Heimat ist die Nordoberpfalz und nicht ein einzelner Landkreis", beendete Präsident Braun die Konferenz.

Der Wirtschaftsclub Nordoberpfalz über seine aktuelle Situation

Weiden in der Oberpfalz

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