18.06.2020 - 14:24 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Wirtschaftsclub Nordoberpfalz: "Wir haben eine robuste Wirtschaft"

Im Wirtschaftsclub Nordoberpfalz sind mehr als 170 Unternehmen der Region vertreten. Ihre aktuelle Situation und die Aktivitäten des Clubs diskutieren sie in einem Online-Meeting. Für 2021 wird der Aufschwung erwartet.

Mit einem Online-Meeting hält der Wirtschaftsclub Nordoberpfalz den Kontakt zu den Mitgliedern aufrecht.
von Siegfried BühnerProfil

Seit Monaten fallen die vom Wirtschaftsclub Nordoberpfalz monatlich vorgesehenen Veranstaltungen aus. „Corona hat uns einen Strich durch die Rechnung gezogen“, bedauert Wirtschaftsclub-Präsident Anton Braun die erzwungene Aktivitätspause. Er hofft, dass die verschobene Jahreshauptversammlung im September nachgeholt werden kann. Mit einem Online-Meeting von Vorstandschaft und Mitgliedern sollte das Clubleben jetzt wieder aktiviert werden.

Erwartungen runtergeschraubt

Zunächst analysierte der Präsident dabei die aktuelle Situation in den Mitgliedsbetrieben. „Während sonst immer die Geschäftslage erheblich besser war als die Erwartungen, befinde sich beides jetzt im Tief“. Dies gelte für fast alle Branchen. Einen Aufschwung erwartet Braun im kommenden Jahr, doch insgesamt ist er optimistisch und meint „wir haben eine robuste Wirtschaft, die nicht auf einzelne Branchen konzentriert ist“.

In der Entwicklung der Arbeitslosigkeit stehe die Region bisher gut da. Ganz besonders erfreulich sei, dass keine Ausbildungsstelle abgebaut wird. Corona habe auch zu einem Digitalisierungsschub geführt. Mancher Einzelhändler hätte sich schnell auf den Online-Handel eingestellt.

Wirtschaftsclub: An Attraktivität der Region arbeiten

Als „Damoklesschwert“ müsse allerdings der angekündigte Abzug von Soldaten der US-Armee betrachtet werden. Belastet werde die Wirtschaft durch Umstellungsarbeit im Zusammenhang mit der vorübergehenden Mehrwertsteuersenkung. Innerhalb des Wirtschaftsclubs soll laut Braun die Arbeit am Projekt „Marke Nordoberpfalz“ fortgeführt werden. „Abwanderung bremsen, Rückwanderung fördern und Identität steigern“ seien die Ziele des Projekts. Insgesamt gehe es darum, die Attraktivität der Region zu dokumentieren und zu fördern sowie Handlungsfelder zu definieren, denn „wir leben in einer unheimlich wertvollen Region in der sich junge Menschen fachlich sehr gut entwickeln können“. Der Argumentationskatalog für einen darauf gerichteten Förderantrag bei der bayrischen Staatsregierung sei bereits breit aufgestellt.

Handlungsbedarf zur Fachkräfteanwerbung bestehe auch deswegen, weil das derzeitige Niveau der Einpendler aus Tschechien wahrscheinlich langfristig nicht aufrechtzuerhalten ist. „Motive zum Auspendeln fallen allmählich weg“.

Braun berichtete auch von einer Bachelorarbeit an der OTH in Weiden über Standort und Zukunft der nördlichen Oberpfalz. Ihre wichtigste Aussage sei: „Die Digitalisierung reduziert nicht den Fachkräftebedarf“.

Als Neumitglied stellte Dominik Fichtner, sich und das Unternehmens EEAtec vor. Der gebürtige Bärnauer und studierte Wirtschaftsingenieur ist Geschäftsführer des an den Standorten Weiden mit 50 Mitarbeitern und Nürnberg mit 20 Mitarbeitern ansässigen Unternehmens. Der Jahresumsatz liege bei 10,5 Millionen Euro. Elektrotechnik, Sicherheits-, Netzwerk- und Gebäudetechnik seien das Leistungsangebot des Unternehmens. Unter anderem habe EEAtec die komplette elektrotechnische Ausrüstung des Einkaufszentrums NOC in Weiden durchgeführt.

Coronakrise beutelt die Unternehmen

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