18.09.2020 - 16:28 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Ludwig Spreitzer aus Waldsassen hat bei Seniorenarbeit bayernweit Maßstäbe gesetzt

Mit zwei Tränen im Auge, sagte Ludwig Spreitzer, gebe er sein Ehrenamt auf. Der 80-jährige Waldsassener und ehemalige Bezirksratsvizepräsident war über viele Jahre hinweg sehr erfolgreich als Kreisseniorenbeauftragter

Ludwig Spreitzer wurde beim ersten diesjährigen Treffen der kommunalen Seniorenbeauftragten herzlich verabschiedet.. Der 80-jährige Waldsassener erinnerte sich an diese Zeit gern zurück und wünschte sich, dass seine Nachfolger, Peter Gold, ebenso erfolgreich bleibt bei dieser wichtigen Tätigkeit
von Ulla Britta BaumerProfil

Viele neue Gesichter gab es bei der Tagung der kommunalen Seniorenbeauftragten im Landkreis, die sich erstmals wieder seit Beginn der Pandemie trafen. Der Landkreis nahm diese Zusammenkunft im Kettelerhaus zum Anlass, um Ludwig Spreitzer, der als erster Kreisseniorenbeauftragter des Landkreises Pionierarbeit geleistet hat, zu verabschieden. Der 80-jährige ehemalige Bezirkstagsvizepräsident hatte 2008 das neue Amt des Kreisseniorenbeauftragten übernommen und war mit dem Ende der Kommunalwahlperiode im Mai aus dem Amt geschieden. In den zwölf Jahren seiner Tätigkeit hat er Maßstäbe gesetzt, die bayernweit Anerkennung finden.

Nicht nur die Ernennung von Seniorenbeauftragten in fast allen Städten und Gemeinden im Landkreis, auch die Musterwohnung für Senioren in Tirschenreuth geht auf Spreitzers Engagement zurück. Er gab wichtige Impulse und organisierte eine Fülle von Aktivitäten, wie Seniorenfahrten ins Sibyllenbad oder die Kreis-Seniorenmaiandacht, bei der bis zur Coronakrise regelmäßig über 500 Teilnehmer zusammenkamen. In vertrauensvoller Zusammenarbeit mit der Seniorenfachstelle machte er den Landkreis bei der Arbeit für die ältere Generation zu einer Pilotregion.

Landrat Roland Grillmeier hob die große Bedeutung der Seniorenarbeit für den Landkreis hervor. Gerade in der Pandemie seien die Beauftragten besonders gefordert. Die Arbeit im Landkreis Tirschenreuth habe bayernweit Vorbildcharakter, betonte Grillmeier. Die Barrierefreiheit ist ihm nach eigenen Angaben ebenso ein Anliegen wie das Schaffen von mehr betreutem Wohnraum und der Erhalt der Musterwohnung für Senioren. "Hier müssen wir mehr Geld in die Hand nehmen." Zudem informierte Grillmeier darüber, dass die Betreuerin der Musterwohnung, Anita Busch, ausscheidet.

Der Landrat sicherte zudem einen senioren- und behindertengerechten Umbauten des Vorplatzes zu den Amtsgebäuden des Landratsamts zu. Auch sei für ein weiteres Gebäude ein Lift im Gespräch, und es gebe Überlegungen, das Raumproblem der Behörde durch einen Gebäudebau zu lösen.

Ludwig Spreitzer bedankte sich für die immer gute Zusammenarbeit mit den kommunalen Seniorenbeauftragten und das Lob, das ihm gegolten habe. "Auch als Senior freut man sich noch über Lob, das andere aussprechen für Dinge, die man geleistet hat", meinte Spreitzer sichtlich gerührt.

Hintergrund:

Zwei Gemeinden sind ein weißer Fleck

In sechs Städten beziehungsweise Gemeinden gab es einen Wechsel im Amt des Seniorenbeauftragten. Verabschiedeten aus dem Kreis wurden Hubert Häring aus Bärnau, Monika Schaefer aus Erbendorf, Andreas Wöhrl aus Kastl, Franz Schwemmer aus Kemnath, Günter Grießhammer aus Plößberg und Maria Achatz aus Waldsassen, die ihren verstorbenen Mann Siegfried Achatz vertreten hat.

Ihre Nachfolger sind Markus Fichtner (Bärnau), Roland Lochner (Erbendorf), Monika Fralix (Kastl), Stefanie Baier (Kemnath) und Gudrun Sirtl (Waldsassen). Außerdem trat Sandra Pinzer (Pullenreuth) ihr Amt an. Es gibt damit derzeit nur zwei Kommunen ohne einen Seniorenbeauftragten: Pechbrunn und Plößberg.

Als Nachfolger stellte sich Peter Gold, der bereits vor einigen Wochen in Spreitzers Fußstapfen getreten ist, vor. Der Tirschenreuther lobte, dass Spreitzer und die Seniorenfachstelle ein gutes Fundament für seine Arbeit geschaffen hätten, auf dem er aufbauen könne. "Die Senioren haben diese Gesellschaft aufgebaut und deshalb ein Recht, sie mitzugestalten und in ihr würdig zu leben." Wo der Einzelne dies nicht könne, seien die Beauftragten das Sprachrohr. Mit Beispielen unterstrich Gold die Vielfalt der Aufgabe. Angesichts der Pandemie hätten es Seniorenbeauftragte zurzeit nicht leicht, meinte er. "Vielleicht bietet die Krise aber auch die Chance, den Zusammenhalt unter den Bürgern zu verbessern."

Hier erfahren Sie mehr über die Wahl des Seniorenbeauftragten

Tirschenreuth

Landrat Grillmeier sowie Leiterin Isolde König, Tobias Gabel und Anja Dubrowski von der Seniorenfachstelle danken den neuen und ausgeschiedenen Beauftragten mit Geschenken. Bürgermeister Franz Stahl lobte als Hausherr im Kettelerhaus die Beauftragten als große Stütze für Senioren. Der Tirschenreuther Bürgermeister verriet, dass seine Stadt neben dem Jugend- auch einen Seniorenrat plane.

Offiziell im Kreis der kommunalen Seniorenbeauftragen begrüßten Landrat Roland Grillmeier (Vierter von links), Bürgermeister Franz Stahl (Zweiter von links) und Tobias Gabel (Zweiter von rechts) Gudrun Sirtl, Monika Fralix, Peter Gold, Roland Lochner, Stefanie Baier und Markus Fichtner (von links).
Peter Gold: "Senioren wollen nicht mehr irgendwo in der Gesellschaft eine Randrolle sein."
Mit selbst gestrickten Socken überraschte Sachgebietsleiterin Isolde König den neuen Kreisseniorenbeauftragten Peter Gold und Landrat Roland Grillmeier (von links). Regierungsdirektorin Regina Kestel (vorne rechts) schaut lachend zu.
Unter anderem verabschiedete Landkrat Roland Grillmeier Maria Achatz, Andreas Wöhrl und Franz Schwemmer (von links).

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