12.08.2019 - 15:55 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Mehr Geld aus Tirschenreuth für Oberpfalz-Marketing

Welche Vorteile hat der Landkreis Tirschenreuth durch die Mitgliedschaft im Verein Oberpfalz-Marketing? Darüber war im Kreisausschuss im Dezember eine Debatte entflammt. Nun gibt es eine engere Zusammenarbeit und mehr Geld für den Verein.

Die Himmelsleiter bei Tirschenreuth ist eines der touristischen Highlights der Region. Auch mit diesen Dingen wirbt Oberpfalz-Marketing, um Menschen für die Region zu begeistern.
von Martin Maier Kontakt Profil

Oberpfalz-Marketing macht Werbung für die Region. Dazu nutzt es vor allem Online-Kanäle. Durch eine stärkere finanzielle Beteiligung der Landkreise und kreisfreien Städte will sich der Verein finanziell absichern und seine Aktivitäten ausbauen. Landrat Wolfgang Lippert erinnerte kürzlich im Kreisausschuss an die Diskussionen im Dezember. Damals stieß eine mögliche Vervierfachung der Beiträge und eine gewisse "Südlastigkeit" des Vereins auf Kritik.

Verdoppelung der Beiträge

Daher habe es in den vergangenen Monaten einige Gespräche zwischen Oberpfalz-Marketing und dem Tirschenreuther Regionalmanagement, Wirtschaftsförderung und dem Bildungsmanagement gegeben. "Wir haben unseren Austausch intensiviert", berichtete Regionalmanager Florian Rüth. Dabei seien sämtliche Schnittstellen analysiert und eine verstärkte Zusammenarbeit ins Auge gefasst worden. Als Beispiele nannte Rüth die Fachkräftesicherung und eine gemeinsame Jobbörse. Sein Fazit: "Wir haben mit dem Oberpfalz-Marketing einen sehr guten Partner."

Er verwies darauf, dass die Vervierfachung der Beiträge vom Tisch seien. Nun sei eine Verdoppelung angedacht. Bisher zahlte der Landkreis Tirschenreuth 12 Cent pro Einwohner. Ab 2020 sollen es 24 Cent pro Einwohner sein. Dies bedeutet statt rund 8700 Euro müsste der Landkreis ab dem nächsten Jahr rund 17 400 Euro überweisen.

Zuzug vergrößern

Auch Geschäftsführer Christoph Aschenbrenner war noch einmal in den Kreisausschuss gekommen, um für seinen Verein zu werben. "Wir wollen die Abwanderung verkleinern und den Zuzug vergrößern", erklärte er. Statistische Daten würden zeigen, dass es in der Oberpfalz eigentlich keine Umzugsbereitschaft gebe, verwies er auf die große Heimatverbundenheit der Einwohner.

Oberpfalz-Marketing setze fast ausschließlich auf Online-Kommunikation. "Mittlerweile haben wir eine Reichweite, die uns einen nächsten Schritt ermöglicht", so Aschenbrenner. Sämtliche Schnittstellen und Online-Kanäle könnten auch die Kommunen nutzen. "Ich glaube, dass wir mit mehr Geld noch mehr erreichen können", warb er noch einmal für die Beitragserhöhung.

Landrat Wolfgang Lippert machte deutlich, dass der Verein bei den Oberpfälzer Landräten sehr wohl anerkannt sei. Allerdings sei die anfänglich geplante Vervierfachung der Beiträge nicht gut angekommen. CSU-Fraktionssprecher Toni Dutz mahnte an, dass der geplante "Tag der Oberpfälzer" eine Konkurrenz zum Nordgautag darstellen könnte. Daher forderte er, diesen Vorschlag noch einmal zu diskutieren.

"Was mich nachdenklich macht, ist, dass sich die Wirtschaft so gering einbringt", bemängelte Hans Donko (CSU) die gleichbleibenden Beiträge der Wirtschaft. Gerade die Unternehmen würden momentan nach Arbeitskräften lechzen und sollten sich daher stärker beteiligen. Laut Lippert gebe es aus der Wirtschaft aber Signale, dass auch sie mehr Geld beisteuern werde.

Schließlich stimmte der Kreisausschuss einer Verdoppelung der Beiträge zu. Die Entscheidung über die Beitragserhöhung fällt die Vollversammlung des Vereins im Herbst.

Oberpfalz-Marketing hat einen ehrenamtlichen Vorstand, der alle zwei Jahre gewählt wird, und eine Geschäftsstelle in Regensburg. Vier Mitarbeiter teilen sich zweieinhalb Vollzeitstellen. Die Einnahmen und Ausgaben für 2019 sind mit 360 000 Euro kalkuliert. Die Einnahmen kommen aus der Wirtschaft, von Kommunen und vor allem durch Projektförderungen. Im Jahr 2020 will der Verein mit 492 000 Euro wirtschaften.

Schon im Dezember 2018 diskutierte der Kreisausschuss zum Thema Oberpfalz-Marketing.

Tirschenreuth
Im Blickpunkt:

Finanzierung eine große Hürde

Die Notwendigkeit einer grenzüberschreitenden Koordinierungsstelle am Landratsamt sehen alle Fraktionen (wir berichteten). Die Finanzierung stellt aber weiterhin eine hohe Hürde dar. Das machte Florian Rüth im Kreisausschuss deutlich. "Über die klassischen Wege sehe ich im Moment keine Möglichkeiten", erklärte der Regionalmanager. Unter anderem habe er das Gespräch mit der Euregio Egrensis, dem Heimatministerium und der Regierung gesucht.

"Wir könnten der ganze Sache noch Schwung verleihen, wenn wir einen konkreten Ansprechpartner haben", schlug Roland Grillmeier (CSU) vor, noch einmal über die Schiene Heimatministerium zu gehen. Falls es bis Herbst keinen anderen Weg gebe, müsste man diskutieren, ob der Landkreis die Stelle nicht selber finanziere. Die Euregio Egrensis stelle keinen Ersatz für eine solche Koordinierungsstelle dar. Landrat Wolfgang Lippert stimmte dem zu.

Hintergrund:

Schulen, Turnhalle und Hallenbad

Landrat Wolfgang Lippert machte im Kreisausschuss einige nicht-öffentliche Beschlüsse bekannt. Die Planungsleistungen Elektro für den Neubau der Dreifachturnhalle beim Stiftland-Gymnasium erledigt das Büro Poepperl Ingenieure aus Eschenbach für rund 70 000 Euro. Die Firma Hopf aus Hatzenreuth übernimmt die Installationsarbeiten an der Heizung in der Realschule Waldsassen für rund 40 000 Euro. Den Zuschlag für die Installationsarbeiten zur Wasseraufbereitung im Hallenbad Tirschenreuth hat die AquaTec Jünger GmbH aus Ebern für rund 26 000 Euro erhalten. Und für die gewerbliche Abteilung am Beruflichen Schulzentrum Wiesau gibt es zwölf neue interaktive Whiteboards. Diese liefert die Firma Wittler aus Berlin für rund 49 000 Euro.

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