27.06.2021 - 11:44 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Nacktbilder an 11-jährige Mädchen verschickt: Junger Mann vor Gericht

Nacktbilder von sich verschickte ein 21-Jähriger aus dem Landkreis Tirschenreuth mit seinem Handy. Zu den Empfängern gehörten unter anderem zwei minderjährige Mädchen. Jetzt stand der junge Mann vor dem Amtsgericht Tirschenreuth.

Über das Internet wird so ziemlich alles verschickt. Ein 21-jähriger aus dem Landkreis Tirschenreuth sendete Nacktbilder von sich unter anderem an zwei elfjährige Mädchen.
von Armin Eger Kontakt Profil

Sexueller Missbrauch, Verbreitung pornografischer Schriften und unerlaubter Besitz von Munition: Ein 21-Jähriger aus dem westlichen Landkreis Tirschenreuth gab vor dem Amtsgericht alles zu. "Er räumt die Taten vollumfänglich ein", ließ er über seinen Rechtsanwalt Richard Ducheck wissen.

Am 1. Januar und am 5. März 2020 schickte der Angeklagte an zwei damals elfjährige Mädchen Nacktbilder von sich, auf dem der Penis mit einem Wassertropfen bedeckt war. Er hoffte, im Gegenzug ebenfalls Fotos von den beiden zu bekommen. Das wiederholte sich am 6. und am 8. März: Diesmal bekamen zwei Frauen, damals 19 und 31 Jahre jung, mehrere Nacktfotos. Unter anderem zeigten einige Bilder einen erigierten Penis. Auch hier hoffte er auf Rückantwort. Er war über das Internet auf der Suche nach einer Freundin, begründete der Angeklagte sein Verhalten.

Anzeige von den Eltern

Die Eltern einer der 11-Jährigen brachten mit einer Anzeige das ganze ins Rollen, sagte eine Polizeibeamtin aus. "Aus dem Chatverlauf war nicht deutlich erkennbar, wie alt die Mädchen waren." Es sei kein Vorsatz erkennbar, dass der Angeklagte auf Kinder zugreifen wollte. Es habe sich auch ergeben, dass die 31-Jährige mit dem Beschuldigten zuvor gechattet hätte.

Bei der Wohnungsdurchsuchung des Angeklagten seien auf dem Computer pornografische Sachen gefunden worden. Aber keine Kinderpornografie und nichts Strafbares. Auch eine Patrone sei sichergestellt worden. "Ich wollte mir daraus eine Kette machen", sagte der 21-Jährige. Nach Absprache mit dem Rechtsanwalt stellte Richter Hubert Windisch in diesem Falle das Verfahren ein.

"Warum machen Sie das?", fragte der Richter den Angeklagten bezüglich der Verbreitung der Nacktbilder. Ihm sei das nicht bewusst gewesen, dass die Bilder auch Kinder empfangen. "Ich habe sie planlos eingestellt."

Die Vorgehensweise des Angeklagten, hiermit eine Freundin zu finden, sei plump, sagte Staatsanwalt Matthias Biehler in seinem Plädoyer. Zugute hielt er dem 21-Jährigen, dass er vollumfänglich alles eingeräumt habe und damit den Kindern eine Aussage erspart geblieben sei. Auf den Fotos an die Mädchen sei das Geschlechtsteil mit einem Wassertropfen abgedeckt gewesen, die härteren Bilder seien an die volljährigen Damen geschickt worden. Zudem sei der Angeklagte schon zweimal strafrechtlich in Erscheinung getreten, wegen Sachbeschädigung und unerlaubtem Erwerb von Betäubungsmitteln. 10 Monate Freiheitsstrafe beantragte der Staatsanwalt, und eine Geldauflage von 1500 Euro. Die strafe könne nochmals drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt werden.

Aus dem Chatverlauf hätte sich ergeben, dass nicht von Vorsatz ausgegangen werden könnte, sagte Verteidiger Richard Ducheck. Das habe die Polizeibeamtin bestätigt. Dass sich sein Mandant über Snapchat eine Freundin angeln wollte, sei ihm zum Verhängnis geworden. Der Angeklagte müsse verurteilt werden, dies stünde außer Frage, so der Verteidiger. "Ich denke, es war ihm eine Lehre und die Strafe muss niedriger ausfallen, als vom Staatsanwalt gefordert."

Schuldig in zwei Anklagepunkten

Der Angeklagte sei schuldig zu sprechen in zwei Fällen, wegen sexuellem Missbrauch von Kindern und Verbreitung von pornografischen Schriften, erklärte Richter Windisch. Sein Urteil: SSieben Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung und 1500 Euro Geldauflage. Zugunsten des Angeklagten spreche, dass er sozial eingeordnet lebe, einer Arbeit nachgehe und den Kontakt zu den Minderjährigen abgebrochen habe.

"Es geht alles übers Internet", sagte Windische. "Ich will gar nicht wissen, was da so hin- und hergeschickt wird." Der Angeklagte habe nicht unbedingt gewusst, dass Kinder dabei sind. "Ich hoffe, dass Sie wissen, was das für Sie für Konsequenzen hat und dass Sie sich am Riemen reißen. Vielleicht lassen Sie auch die Hascherei."

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