09.01.2020 - 10:41 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Neue Art der Bremswert-Ermittlung

Mittels eines Testgeräts kann beim TÜV genau festgestellt werden, mit welchem Druck das Bremspedal betätigt wird, um eine entsprechende Wirkung zu erzielen.

von Konrad RosnerProfil

Alle Pkw, die eine blaue TÜV-Plakette auf ihrem hinteren Kennzeichen haben, müssen in diesem Jahr zum TÜV, zur Hauptuntersuchung. Aber nicht alle gleich im Januar. Die Fälligkeit der Hauptuntersuchung erkannt man daran, welche Zahl auf der Plakette ganz oben in der "12-Uhr-Position" steht. Ist es eine 1, sollte das Fahrzeug im Januar zum TÜV. Steht eine 6 ganz oben, ist das Fahrzeug in Juni fällig.

Zwar sagt der Volksmund, dass man die Hauptuntersuchung bis zu zwei Monate überziehen könne, dennoch ist es sinnvoller, in dem Monat, in dem das Fahrzeug fällig ist, den TÜV-Termin zu vereinbaren. Kommt es zu einem Unfall mit dem bereits überfälligen Fahrzeug, könnte es zu Problemen mit der Versicherung kommen, warnt Anton Hegen, TÜV-Prüfer in Tirschenreuth.

Bußgeld droht

Wer die Hauptuntersuchung drei Monate überzieht, dem droht sogar ein Bußgeld. Für drei Monate werden 15 Euro fällig, für vier bis acht Monate 25 Euro und für mehr als acht sogar 60 Euro und ein Punkt in der Verkehrssünderkartei in Flensburg. Eine Rückdatierung auf das Monat, in dem der TÜV fällig war, gibt es jedoch nicht mehr.

Es gibt lediglich sechs Farben bei den TÜV-Plaketten: Braun, Rosa, Grün, Orange, Blau und Gelb. Sie wiederholen sich immer wieder.

Bei der Hauptuntersuchung ist die Abgasuntersuchung mit eingeschlossen. Der Pkw-Fahrer kann die Abgasuntersuchung auch in einer Werkstätte seines Vertrauens machen lassen. Voraussetzung ist, dass diese Werkstätte von der Kfz-Innung anerkannt und zugelassen ist.

Beim TÜV werden vor allem die sicherheitsrelevanten Bauteile eines Autos überprüft. Von Bremsen und Beleuchtung über die Fahrzeugaufhängung bis hin zu den Reifen oder auch der Korrosion des Fahrzeugs sichten die Prüfer alles sehr genau.

Bremswirkung

Beim Bremsen-Test gibt es eine neue Bremswert-Ermittlung über eine Schnittstelle im Fahrzeug. Mittels eines Testgeräts kann genau ermittelt werden, mit welchem Druck das Bremspedal betätigt wird, um die entsprechende Bremswirkung zu erzielen. Der Prüfer kann dann die Werte mit den Herstellerangaben vergleichen und schauen, ob sie übereinstimmen.

Mittels eines Testgeräts kann der TÜV-Prüfer auch die Systemdaten der Assistenzsysteme wie Airbag, ABS (Antiblockiersystem), ESP (Elektronisches Stabilitätsprogramm), Abstandswarner oder auch Lichtautomatik und Motorsystemfehler abrufen. Sollte hier ein Fehler auftauchen, muss das Auto zur Nachuntersuchung, sprich der Fehler muss behoben werden, bevor es die neue Plakette gibt. Sollte eine Nachuntersuchung nötig werden, hat der Halter vier Wochen Zeit, um gegen eine geringe Gebühr noch einmal beim TÜV vorstellig zu werden.

Hegen weiß, dass so manche Autofahrer, wenn sie zum TÜV kämen, froh seien, wenn ihnen der Prüfer Mängel aufzeige, mit denen sie zum Teil schon seit Monaten auf der Straße unterwegs seien, ohne sie überhaupt bemerkt zu haben. Sei es eine gebrochene Feder, ein ausgeschlagenes Spurstangenendstück oder Querlenker. Auch so manch stark verrostete Bremsscheibe oder stark abgenutzte Bremsbeläge wurden schon entdeckt bei der Prüfung.

Eigenverantwortung

Sofern der TÜV-Prüfer keine Beanstandung hat, erhält das Fahrzeug die neue TÜV-Plakette. In diesem Jahr für 2022 die Farbe Braun. Auch bei einem geringen Mangel, beispielsweise wenn ein Standlicht nicht brennt, wird die Plakette zugeteilt. Der Fahrer übernimmt dann aber die Eigenverantwortung dafür, dass er diesen Fehler gleich beseitigen lässt. Lässt sich ein kleiner Fehler vor Ort beheben (zum Beispiel wenn das Abblendlicht zu hoch oder zu niedrig eingestellt ist), dann ist der TÜV-Prüfer so freundlich und stellt das Licht gleich ein - vorausgesetzt, er kommt gut an die Einstellungsschraube, was nicht bei jedem Auto der Fall ist.

Wenn das Auto TÜV-fällig wird, sollte man am besten einen Termin beim TÜV vereinbaren. Eine TÜV-Prüfung, so Anton Hegen, dauere rund eine halbe Stunde. Man könne auch ohne Anmeldung zum TÜV kommen, dann könne sich aber die Wartezeit deutlich verlängern. "Wir versuchen immer, alle zufrieden zu stellen. Aber einen Termin zu vereinbaren, ist auf jeden Fall empfehlenswert", so Hegen. Die TÜV-Stationen in Weiden, Amberg und Schwandorf haben übrigens aus jeden Samstag von 8 bis 12 Uhr geöffnet. In Tirschenreuth ist jeden ersten Samstag im Monat von 8 bis 12 Uhr offen.

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