15.07.2018 - 10:40 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Neue Fassade für Möbelhaus

Baustellen über Baustellen in Tirschenreuth und Umgebung. In der Bauausschussitzung genehmigte das Gremium weitere große Bauvorhaben. Eine Photovoltaikanlage auf freier Fläche sorgte allerdings für Diskussion.

In Richtung B 15 müssten für die neue Fassade des Möbelhauses, das es seit 146 Jahren gibt, einige Bäume gefällt werden, die sehr nah an der Gebäudewand gepflanzt sind. Dafür gibt es auf der anderen Straßenseite eine Ersatzpflanzung auf Stadtgrund.
von Lena Schulze Kontakt Profil

(szl) Kurzfristig in die Tagesordnung aufgenommen hat der Bauausschuss den Bauantrag des Möbelhaus Gleißner. Nach etwa drei Jahren wird der Komplettumbau der Ausstellungsräume demnächst abgeschlossen sein. "Bis auf den Rohbau wurde so gut wie alles entfernt und erneuert", erklärt geschäftsführender Gesellschafter Jörg Kulzer. Nach 28 Jahren vertrage auch die Außenfassade eine Auffrischung.

Baupläne auf Leinwand verdeutlichen dem Gremium die geplanten Maßnahmen: Auf Basis der vorhandenen Gebäudestruktur erhält die Fassade vor allem auf der Nord- (Parkplatz) und Westseite (zur B 15) ein neues Kleid - eine Art Gerüstpfeiler werden mit textilem Gewebe bespannt und verkleiden den Bestandsbau. Das Gebäude selbst wird nicht verändert. Die transparente Textilfassade soll nicht zu wuchtig wirken, das Gebäude dahinter je nach Lichteinfall noch zu sehen sein. Die Bauherren planen mehrere Bauabschnitte, die insgesamt zwei bis drei Jahre dauern.

"Das Möbelhaus soll auch außen gestalterisch angepasst werden", zeigt sich Bürgermeister Franz Stahl dankbar über die Neuausrichtung. "Das steigert die Attraktivität der Ortseinfahrt ungemein. Gleißner ist ein wichtiges wirtschaftliches Unternehmen in unserer Stadt." Das mittlerweile in fünfter Generation familiengeführte Möbelhaus investiere viel Geld, um den Standort Tirschenreuth und die rund 100 Arbeitsplätze langfristig zu sichern.

Größer und moderner

Stadtbaumeister Andreas Ockl sieht das Gesamtpaket positiv. "Das Gebäude soll höher und moderner wirken", erklärt er. Dazu müssen einige Bäume, die sehr nah am Möbelhaus gepflanzt sind, gefällt werden. Allerdings plant die Stadt auf der anderen Straßenseite, auf Stadtgrund, parallel eine Ersatzpflanzung, so dass mittelfristig eine Allee entsteht.

Zweiter Bürgermeister Peter Gold stellt fest, dass alleine die Fassadengestaltung eine "riesen Investition" ist und "optisch eine enorme Aufwertung". Neben dem Eingang ist ein Bereich für Geldautomaten geplant, der Kundenparkplatz wird mit einer Hecke gesäumt, eine weitere Zufahrt für Lkw-Anlieferungen wird gebaut. Auch Café und Restaurant werden nach außen offener gestaltet.

Ringstraße im Visier

In der Ringstraße erneuern die Stadtwerke derzeit die noch gusseisernen Wasserleitungen, die teilweise über hundert Jahre alt sind. Dafür sind starke Erdarbeiten nötig, etwa ein Drittel der Fahrbahn muss aufgerissen werden. Im Zuge der Wasserleitungsarbeiten will die Stadt auch den "sehr desolaten Zustand der Straße" - verdrückte Randsteine und Unebenheiten in Pflaster - beheben.

"Die Maßnahme wäre sowieso in zwei, drei Jahren angefallen", erklärt das Stadtoberhaupt. Da die Fahrbahn schon aufgerissen ist, sei es sinnvoll die Straßenoberfläche auch gleich zu erneuern. Zusätzliche Kosten durch die Straßenarbeiten kommen auf die Anlieger nicht zu. "Die Einschränkung ist bereits vorhanden", findet Stahl. Alfred Scheidler meinte: "Es ist nicht anders möglich, sonst haben wir in ein paar Jahren massive Vorwürfe, wenn wir die Straße wieder aufreißen."

Allerdings schätzt die Baufirma Roth die Kosten auf 100 000 Euro. Im diesjährigen Haushalt gibt es dafür keine Mittel mehr. Die Arbeiten sollen spätestens Dezember abgeschlossen sein, die Rechnung könnte man für das neue Haushaltsjahr 2019 verbuchen. Der Bauausschuss entschied sich für die Pflasterarbeiten und neuen Entwässerungsrinnen.

Rege diskutiert wurde die Bauvoranfrage von Stefan Grüner. Er möchte in Lengenfeld eine sieben Hektar große Freiflächenphotovoltaikanlage bauen. "Wir waren in der Vergangenheit schon einmal mit solchen Anlagen konfrontiert und haben alle abgelehnt", erinnert Stahl.

Anderer Meinung ist Stadtrat Hans Zölch (Freie Wähler). Vom Dorf aus sei die Anlage nicht zu sehen. Außerdem würde die Energie in den eigenen Verbrauch fließen. Konrad Schedl (Bündnis90/Die Grünen) spricht sich ebenfalls dafür aus. "Wir haben wenig Freiflächenphotovoltaikanlagen, wir können uns das leisten." Zudem sei die Bodenqualität auf dem Gebiet schlecht und für den Anbau nicht geeignet. "Wenn man das genehmigt, ist der ganze westliche Teil des Dorfes mit Photovoltaik bebaut", gibt Peter Gold (CSU) zu bedenken. "Auf dem flachen Gebiet stört die Anlage nicht, aber sieben Hektar sind schon viel", erwidert Norbert Schuller (Freie Wähler). "Wir sind regenerativen Energien gegenüber aufgeschlossen, aber nicht um jeden Preis. Das passt nicht ins Dorf", findet Alfred Scheidler (CSU). "Für mich ist die Landschaft in diesem Fall wichtiger als die Energie", sagt Stahl. Er stellt auch klar, dass bei einer Genehmigung die Stadt für Ausgleichsflächen sorgen müsste und wieder mehr solche Fälle auf den Tisch kommen. Der Bauvorantrag wurde deshalb mit 5:3 Stimmen abgelehnt.



Das Möbelhaus Gleißner möchte mit der neuen Fassade größer, moderner und zukunftsorientierter wirken. Vor das ursprüngliche Gebäude kommt vor allem auf der Nord- und Westseite eine Unterkonstruktion über die eine textile Gewebefasse gespannt wird. Am eigentlichen Gebäude wird nichts verändert.
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