17.04.2019 - 19:19 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Öko als Chance für das Stiftland

Das Stiftland ist eine der neuen 15 staatlichen Öko-Modellregionen im Freistaat. "Das eröffnet uns ganz neue Chancen", freut sich Roland Grillmeier von der Ikom Stiftland. Unter den angedachten Projekten ist auch eine Garnelenzucht.

Geschäftsführer Wolfgang Kaiser, Vorsitzender Roland Grillmeier und Bürgermeister Josef Schmidkonz aus Mähring sind überzeugt, dass sich als Öko-Modellregion einiges im Stiftland entwickeln lässt. Weit oben stehen Öko-Produkte aus der Teichwirtschaft.
von Wolfgang Benkhardt Kontakt Profil

(wb) Vor fünf Jahren wurde die Interkommunale Zusammenarbeit im Stiftland (Ikom) gegründet. Schon damals hatte Landwirtschaftsdirektor Wolfgang Wenisch eine Bewerbung als Öko-Modellregion ins Spiel gebracht. Aber man habe sich erst auf andere Bereiche konzentrieren und Strukturen schaffen wollen, erläutert Ikom-Sprecher Roland Grillmeier. Als nun wieder Öko-Modellregionen gesucht wurden, warf das Stiftland den Hut in den Ring - mit Erfolg.

In der Ikom-Geschäftsstelle im Bärnauer Rathaus sickerte die frohe Kunde, dass das Stiftland unter den Auserwählten sein würde, bereits vor der Bekanntgabe durch. Als die Bestätigung aus dem Landwirtschaftsministerium folgte, hätte Geschäftsführer Wolfgang Kaiser fast einen Luftsprung gemacht. "Wir hatten ein sehr gutes Konzept und freuen uns außerordentlich, dass es geklappt hat. Die Zeit ist durch das Volksbegehren für mehr Artenschutz sehr günstig, um hier einzusteigen", findet der Geschäftsführer.

Am Donnerstag, 2. Mai, wird Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber bei einem Festakt in München die Ernennungsurkunden überreichen. Eine fünfköpfige Delegation aus dem Stiftland wird dabei sein. "Den Bus habe ich schon gebucht", strahlt Grillmeier. Danach soll so schnell wie möglich die Verbandsversammlung der Ikom Stiftland tagen und die geförderte Projektstelle für die Umsetzung der Öko-Modellregion ausschreiben. Realistisch sei wohl eine Besetzung bis Herbst. Dann soll es ans Eingemachte gehen.

Das in der Bewerbung formulierte Kernziel der Modellregion ist "eine deutliche Steigerung der Ökoproduktion und die Ausweitung des Öko-Landbaus". Dazu sollen auch Absatzmöglichkeiten außerhalb des Stiftlands erschlossen werden. "Wir wollen nicht alles Öko", sagt Grillmeier. Auch die konventionelle Landwirtschaft habe weiter ihre Berechtigung. "Aber wir wollen und können nun diejenigen, die sich auf einen neuen Weg machen wollen, unterstützen." Und das sind im Stiftland eine ganze Menge, wie Vorgespräche vor der Bewerbung gezeigt hatten. Ein großes Backunternehmen kann sich vorstellen, ein Bio-Sortiment auf den Markt zu bringen, Teichwirte denken über Bio-Karpfen nach (einer kann sich sogar eine Indoor-Aquakultur zur Zucht von Bio-Garnelen vorstellen), der Verein Ackerbürgerhaus Bärnau möchte Bio-Zoigl in einer Mitmachbrauerei herstellen. Es gibt im Stiftland mehrere Landwirte, die an Weideschlachtungen ohne Tiertransport interessiert sind. Auch eine mobile Bio-Käserei für Milchviehbetriebe, Naturkosmetik und Klostermedizin stehen als Projekte auf der Agenda.

Eines der zentralen Probleme, die gelöst werden müssen, sind die Vermarktungswege. Grillmeier: "Die große Frage ist, wie wir unsere Produkte in die Städte kriegen." Hier setzt Grillmeier auch auf eine Zusammenarbeit mit den Friedenfelser Betrieben, die ihre Erfahrungen aus der Öko-Modellregion Steinwald mit einbringen könnten. "Natürlich werden wir uns auch mit den Verantwortlichen der Steinwald-Allianz zusammensetzen." Die Tatsache, dass nun der ganze Landkreis Tirschenreuth Öko-Modellregion werde, sei eine Riesenchance, die man auch touristisch nutzen könne.

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.