15.03.2019 - 15:18 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Printec vor dem Aus

Im Oktober war der Insolvenzverwalter noch zuversichtlich, dass für die Printec GmbH (Tirschenreuth) und die Kühnhackl GmbH (Schwabach) „eine gute Lösung gelingen kann“. Das hat nicht geklappt. Die Einstellung des Geschäftsbetriebs droht.

Dunkle Wolken über Printec: Aller Voraussicht nach wird die Tirschenreuther Firma Ende Mai stillgelegt. Es findet sich kein Käufer für das Unternehmen.
von Martin Maier Kontakt Profil

"Sollte sich kurzfristig kein Investor für Kühnhackl und/oder Printec finden, ist der Insolvenzverwalter leider gezwungen, mittelfristig den Geschäftsbetrieb einzustellen, da beide Unternehmen anhaltend Verluste produzieren und nicht ohne die Hilfe eines Investors saniert werden können", schreibt Ingo Schorlemmer, Pressesprecher der Anwaltskanzlei "Schultze & Braun", auf Nachfrage der Oberpfalz-Medien. Als Zeitpunkt nennt er Ende Mai 2019.

Die Insolvenzverfahren über die Vermögen beider Gesellschaften wurden zum 1. Januar 2019 eröffnet. Das Amtsgericht Nürnberg hatte Volker Böhm zum Insolvenzverwalter bestellt. Dieser führt den Geschäftsbetrieb der Unternehmen, die auf keramischen Tiefdruck spezialisiert sind, bis heute fort.

Parallel hat sich Böhm nach Auskunft von Ingo Schorlemmer auf die Suche nach potenziellen Investoren gemacht. "Leider haben sich bislang aufgrund des anhaltend rückläufigen Porzellan-Marktes keine Investoren gefunden." Momentan würden aber alle vorhandenen Aufträge ordnungsgemäß abgearbeitet, neue Aufträge allerdings nicht mehr angenommen.

Für die Mitarbeiter sind das keine gute Nachrichten. Sie würden - je nach Auftragslage - in den kommenden Wochen sukzessive freigestellt und "durch das Arbeitslosengeld aufgefangen". Von der möglichen Stilllegung sind rund 80 Arbeitnehmer betroffen, davon 50 in Schwabach und 30 in Tirschenreuth.

Der Pressesprecher weist darauf hin, dass sich die Beteiligten auf einen Sozialplan verständigt haben. "Von Seiten des Insolvenzverwalter wird zudem alles dafür getan, dass Arbeitnehmer, die in neue Arbeitsverhältnisse wechseln möchten, dies auch schnellstmöglich tun können, etwa durch Aufhebungsverträge, das Ausstellen von Zeugnissen oder Ähnliches." Leider würden dem Insolvenzverwalter aber die finanziellen Mittel fehlen, um für die Mitarbeiter darüber hinausgehende Maßnahmen, beispielsweise Transfergesellschaften, aufzusetzen, die den Verlust des Arbeitsplatzes zumindest abmildern könnten.

Sollte der Geschäftsbetrieb tatsächlich eingestellt werden müssen, würden bis auf ein kleines Abwicklungsteam zunächst alle Mitarbeiter freigestellt. Dieses Team soll Volker Böhm dabei unterstützen, anfallende Aufgaben im Rahmen des Insolvenzverfahrens und bei der Abwicklung der Gesellschaften zu erledigen. Während dieses Zeitraumes werden diese Leute weiterhin bezahlt. Erst anschließend werden auch sie freigestellt.

Bericht zum Insolvenzantrag

Tirschenreuth
Hintergrund:

Die Kühnhackl GmbH blickt auf mehr als 90 Jahre Firmengeschichte zurück. Das Unternehmen wurde 1920 gegründet, den heutigen Firmensitz bezog Kühnhackl im Jahr 1978. 2005 übernahm Kühnhackl die Firma Printec (vorher Firma Modell- und Formenbau Keramischer Siebdruck Schiffl) mit Sitz in Tirschenreuth (Einsteinstraße). Porzellan mit Dekors der Unternehmen zieren unter anderem die Tische des britischen Königshauses, des früheren Papstes Benedikt XVI. oder des Sultans von Oman.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.