19.05.2020 - 14:32 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Sein Schwarm, die Biene

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Am Mittwoch ist "Weltbienentag". Dazu erklärt der Vorsitzende des Imkerkreisverbands Tirschenreuth, wie es um das Insekt bestellt ist.

Martin Fischer, Vorsitzender des Imkerkreisverbands Tirschenreuth, imkert seit seinem zehnten Lebensjahr.
von Elisabeth Schätzler Kontakt Profil
Dieser Bienenschwarm erwartete Martin Fischer, als er am Dienstag von der Arbeit nach Hause kam.

Auch den Bienen macht Corona einen kleinen Strich durch die Rechnung - zumindest, was den "Weltbienentag" angeht. Denn eigentlich hätte Martin Fischer für Mittwoch etwas geplant, unter anderem einen Infostand. Der Vorsitzende des Imkerkreisverbands Tirschenreuth findet es schade, dass wegen der Pandemie nichts dergleichen stattfinden kann.

Für die Imker dennoch keine Zeit, sich auszuruhen. "Die Honigernte steht vor der Tür", sagt Fischer. "In den nächsten 14 Tagen ist der Blütenhonig fertig." Raps und Löwenzahn sei Dank. Außerdem: "Die Bienen vermehren sich so stark wie noch nie." Neben der Völkerpflege steht außerdem die Fortpflanzung der Jungvölker an.

Nicht immer alles gleich

Wegen Corona kann der Verein derzeit keine neuen Imker aufnehmen, Schulungen sind abgesagt. "Es ist schade, dass das momentan nicht geht. Aber das holen wir nächstes Jahr nach", verspricht er. Denn: "Es gibt viele Interessenten an der Imkerei." Seit Anfang des Jahres ist Fischer Vorsitzender des Imkerkreisverbands Tirschenreuth.

Weiter sagt der Mähringer: "Das macht auch wirklich Freude." Imkern sei eines der interessantesten Hobbys. "Es ist nicht immer alles gleich", weiß er. "Die Biene ist ein Wunderwerk der Natur." Im Zeitraum von Mai bis Ende Juli, Anfang August erlebe die Biene unheimlich viel. Über die Imkerei sagt er: "Es ist nicht kompliziert, man muss nur Gespür haben."

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Früher habe der Mensch von den Bienen gelebt, jetzt sei es umgekehrt. Allerdings habe es in der vergangenen Zeit in Zusammenhang mit dem Insektensterben auch ein Umdenken gegeben. Zwischen Landwirten und Imkern herrsche eine Symbiose, "das funktioniert bei uns noch gut", sagt Fischer mit Blick auf die Region Tirschenreuth/Neustadt. "Wir ziehen alle am gleichen Strang, wir arbeiten miteinander." Schließlich hätten die Insekten etwas von den Rapsfeldern, umgekehrt würden die Pflanzen von den Bienen bestäubt.

Beim "Weltbienentag" am Mittwoch steht das Honig produzierende Insekt im Mittelpunkt.

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Auch hinsichtlich des Kundenverhaltens hat der 50-Jährige etwas bemerkt: "Die wollen was Heimisches." Wer einmal gesehen habe, wie ein Imker arbeitet und was die Bienen leisten, der wolle nur noch den heimischen Honig. Ein nicht zu vergessender Vorteil eines heimischen Produkts: Allergiker profitierten vom Honig aus der Region, die heimischen Pollen im Honig wirkten wie eine Hyposensibilisierung.

Und wie steht es um das Tier, das heute am "World Bee Day" im Mittelpunkt ist? "Bei uns gibt es aktuell keine Probleme", sagt Fischer. Eine Herausforderung gebe es aber doch: "Die Varroamilbe spielt eine große Rolle." Sie profitiere von den milden Wintern und vermehre sich bis August. Mit biologischen Mitteln könne man der Milbe allerdings Herr werden: Imker müssten schon im Juli bis September des Vorjahres nach abgeschlossener Honigernte mit Ameisensäure gegen die Varroamilbe vorgehen, "sonst geht das ganze Volk ein". Der Imker müsse sich frühzeitig darum kümmern.

Auch das Verhältnis zwischen Bauern und Imkern passe. Die Initiative "Rettet die Bienen" sei nicht an diesen beiden Gruppen gelegen, sondern an der Politik, meint er.

Bunte Mischung

Für die, die etwas für das Tier des heutigen Tages tun möchten, hat Fischer einen Tipp: Naturrasen. "Ein Blümchen im Gras ist doch viel schöner als ein nur grüner Rasen. Eine bunte Mischung ist schön." Beim Mähen könnten Gartler zwischendurch Löwenzahn oder andere Blumen stehen lassen. Zum Thema Steingarten sagt der Vorsitzende des Imkerkreisverbands: "Wenn der Mensch selbst in einem solchen leben müsste, das würde ihm doch auch nicht gefallen."

Info:

"World Bee Day"

Die Bedeutung von Bienen als Bestäuber für Biodiversität und Ernährungssicherheit ist elementar für die Menschheit. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat den 20. Mai als „World Bee Day“ ausgerufen. Damit unterstreicht die Weltgemeinschaft auch die Erkenntnis über den Rückgang der weltweiten Bienenpopulation und den dringenden Schutz der Bienen.

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