19.08.2019 - 16:41 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Sechs Kommunen wachsen

Nur einmal in den vergangenen 20 Jahren gab es ein Bevölkerungsplus im Landkreis. Nach dem vorübergehenden Anstieg durch den Zuzug von Geflüchteten hat sich die Lage wieder normalisiert - die Einwohnerzahlen sinken.

226 Einwohner weniger als zwölf Monate zuvor zählte der Landkreis zum Jahresende 2018.
von Michaela Kraus Kontakt Profil

226 Bürger kamen dem Landkreis im Lauf des Jahres 2018 abhanden. Die Zuzüge können das Minus nicht ausgleichen, das durch wesentlich mehr Todesfälle als Geburten entsteht. Ende Dezember registrierte das Landesamt für Statistik noch 72504 Einwohner im Landkreis Tirschenreuth, wie aus der jetzt vorgelegten Erhebung hervorgeht.

Sechs Kommunen haben sich diesmal gegen den Abwärtstrend entwickelt. So entsprechen 24 Bürger mehr in Leonberg einem Zuwachs von mehr als 2 Prozent. Auch in Kemnath sieht es mit einem Plus von 94 Leuten positiv aus. Kastl punktet mit 14 Einwohnern mehr als vor Jahresfrist, Neusorg mit 6. In Kulmain und Wiesau stehen jeweils 9 Bürger mehr zu Buche.

Am stärksten abgenommen hat die Einwohnerzahl in Brand. 37 Köpfe bedeuten 3,17 Prozent weniger. Auch in Immenreuth (minus 39) und Neualbenreuth (minus 23) ist der Rückgang relativ groß. Um mehr als 1 Prozent schrumpfte die Bevölkerung auch in Konnersreuth, Reuth, Friedenfels, Bärnau und Pullenreuth. Nominell die meisten Leute verloren hat Waldsassen (minus 56).

Ein Lichtblick für den Landkreis ist der immerhin gebremste Rückgang der Bevölkerungszahlen. Vor 2013 war ein Minus zwischen 450 und 650 Leuten im Jahr an der Tagesordnung. So gesehen haben sich die Verluste mehr als halbiert.

Dennoch prognostiziert das Landesamt für Statistik 9,9 Prozent weniger Bevölkerung im Landkreis. 2037 werden nach der jüngsten Berechnung noch 65500 Menschen hier leben. Das ist in der Oberpfalz die schlechteste Prognose. Damit steht Tirschenreuth aber noch deutlich besser da als etliche Nachbarn in Oberfranken: Den Landkreis Wunsiedel erwartet demnach ein Minus von 14,3 Prozent. Dagegen wächst die Einwohnerzahl in Oberbayern weit überdurchschnittlich. Den landesweit höchsten Zuwachs von 13,2 Prozent erwartet der Landkreis Dachau.

Angst vor verlassenen Dörfern ist jedoch auch im Landkreis Tirschenreuth nicht angebracht. Betrachtet man die Prognosen für die nächsten Jahre, stehen manche Orte in 12 bis 18 Jahren nicht viel schlechter da als heute. Manche sogar besser: Die kleine Gemeinde Leonberg ist in der nördlichen Oberpfalz die einzige Kommune neben Irchenrieth, die auf der Landkarte der Statistiker rot eingefärbt ist. Diese Farbe kommt sonst nur im Regensburger Umland vor und bedeutet einen erwarteten Bevölkerungszuwachs von mehr als 10 Prozent..

Diese jüngst veröffentlichte Langzeitberechnung wurde bis 2037 angestellt, für Orte unter 5000 Einwohner nur bis 2031. Als stabile Kommunen im Landkreis Tirschenreuth sollten sich demnach Kastl, Kemnath und Falkenberg erweisen. Auf Verluste zwischen 2,5 und 7,5 Prozent können sich Pechbrunn, Fuchsmühl, Tirschenreuth, Plößberg, Erbendorf, Immenreuth und Brand einstellen. 7,5 bis 10 Prozent weniger Menschen werden in etlichen Jahren in Wiesau, Waldsassen, Mitterteich, Konnersreuth, Mähring, Waldershof, Ebnath, Kulmain, Krummennaab und Reuth erwartet. Dunkelblau eingefärbt sind auf der Karte des Landesamtes die Orte, für die bis 2031 mehr als 10 Prozent Einwohnerschwund prognostiziert werden: Neualbenreuth, Bärnau, Pullenreuth, Neusorg und Friedenfels.

Weitere Informationen:

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.