17.09.2019 - 17:17 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Sehen und gesehen werden

Zu viele Fahrer sind mit Pkws mit defekten Leuchten oder falsch eingestellten Scheinwerfern auf den Straßen unterwegs. Abhilfe kann da der Licht-Test schaffen. Die Aktion gibt es bereits seit 1956.

Die Scheinwerfer müssen in Ordnung sein.
von Konrad RosnerProfil

Der Herbst naht in Riesenschritten. Morgens wabert der Nebel, viele Autofahrer müssen im Dunklen oder in der Dämmerung die Fahrt zur Arbeit antreten. Da muss das Licht am Pkw einfach funktionieren. Nichts ist schlimmer, als wenn der Entgegenkommende blendet oder als "Einäugiger" unterwegs ist. An fast jedem dritten Auto ist die Lichtanlage defekt, fast jedes zehnte Auto blendet, weil die Scheinwerfer falsch eingestellt sind. Abhilfe schafft der Licht-Test.

Im Oktober bieten das Deutsche Kraftfahrzeuggewerbe und die Deutsche Verkehrswacht gemeinsam mit den Werkstätten den kostenlosen Licht-Test an - und das bereits seit 1956. Auch beim TÜV kann der Fahrer die Lichtanlage seines Autos kostenlos checken, bei Bedarf auch einstellen lassen - sofern der TÜV-Prüfer an die Einstellschrauben der Scheinwerfer leicht herankommt.

Öfter prüfen

Anton Hegen von der TÜV-Prüfstation in Tirschenreuth rät: "Lassen Sie die Lichter auch während des Jahres öfter mal prüfen, nicht nur im Oktober. Denn nichts ist schlimmer, als ein falsch eingestelltes Licht oder wenn gar eine Leuchte nicht mehr brennt."

Gelb blinken

Beim Lichttest, so TÜV-Prüfern Anton Hegen, werden nicht nur das Abblend- und das Fernlicht oder mögliche Zusatzscheinwerfer überprüft. Zur Kontrolle gehören ebenso die Begrenzungs- und Parkleuchten, die Brems- und Schlusslichter, aber auch die Blinker, die Warnblinkanlage und die Nebelschlussleuchte. In diesem Zusammenhang wird auch darauf geachtet, dass die Blinkleuchten "noch richtig gelb blinken". Es komme immer wieder mal vor, dass die gelbe Farbe an den Leuchtmitteln "abblättere". "Die Blinker leuchten dann nicht mehr gelblich, sondern weiß", so Hegen. In diesem Fall müssen dann neue "Birnen" eingebaut werden.

Wichtig ist auch das Einstellen der vorderen Scheinwerfer. Dabei stellt sich oft heraus, dass die Scheinwerfer alles Mögliche anleuchten, nur nicht das, was sie sollen. Ein Grund dafür ist, dass die Scheinwerfer falsch eingestellt sind. Ein anderer, dass manchen Autobesitzer die Birnen des Abblendlichts selbst erneuern, diese jedoch falsch einbauen. Sie müssen in den entsprechenden Fassungen richtig zentriert werden. Geschieht das nicht, passt das Scheinwerferbild nicht mehr.

Selbst wechseln?

"Am sichersten ist, der Autofahrer fährt in die Werkstatt und lässt das Leuchtmittel auswechseln. Die Fachleute wissen genau, wie die Birne sitzen muss und machen dann meist auch gleich noch einen Lichttest hinzu. Der Fachmann sieht auf den ersten Blick, ob Einstellung und Lichtkegel passen." Bei manchen neueren Fahrzeugen, so Hegen, sei es für Otto-Normalverbraucher sowieso kaum mehr möglich, das Leuchtmittel selbst zu wechseln, weil man kaum noch hin komme und zuweilen sogar einige Teile abbauen müsse.

Wer mit Xenon-Scheinwerfern fährt, muss auch eine Scheinwerfer-Waschanlage haben. Und diese muss bei eingeschaltetem Licht auch funktionieren - "Sprich: die Scheinwerfer müssen angespritzt und gereinigt werden." Sollte dies bei der TÜV-Untersuchung nicht funktionieren, sei dies ein erheblicher Mangel. "Die TÜV-Plakette wird nicht zugeteilt", warnt Hegen.

Doch nicht nur Autofahrer sollten auf das Licht achten. Hegen mahnt die Motorradfahrer: "Bei Motorrädern ist der Rückstrahler oftmals sehr wichtig. Denn die meisten Motorräder haben nur einen Rückstrahler. Er ist damit der Lebensretter Nummer eins. Wenn dieser nicht funktioniert oder gar fehlt, kann Schlimmstes passieren."

Wenn ein Auto in der Werkstatt oder beim TÜV war und alles passt, wird an der Windschutzscheibe die Licht-Test-Plakette eingeklebt, so dass die Polizei sofort weiß: Dieses Auto war beim Lichttest 2019.

TÜV-Sachverständiger Anton Hegen stellt das Abblendlicht eines Pkw vorschriftsmäßig ein.
Ein funktionierender Rückstrahler ist beim Motorrad absolut wichtig – zumal ein Motorrad nur ein Rücklicht hat, darauf weist Anton Hegen hin.
Ist das Licht in Ordnung, wird die Licht-Test-Plakette in die Windschutzscheibe geklebt.
Jedes Jahr gibt es ein Plakat für den Licht-Test. Im Oktober bieten das Deutsche Kraftfahrzeuggewerbe und die Deutsche Verkehrswacht gemeinsam mit den Werkstätten die Aktion an – bereits seit 1956.
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