05.06.2020 - 19:37 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Seit Tagen keine neuen Corona-Infektionen im Landkreis Tirschenreuth

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Der Landkreis Tirschenreuth war der erste Landkreis in der Oberpfalz, der bei der 7-Tage-Inzidenz wieder den Wert 0,0 erreicht hat. Ein Überblick über die Zahlen.

Die Entwicklung der 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Tirschenreuth. Die Zahlen lieferte das Landratsamt.
von Wolfgang Benkhardt Kontakt Profil

Seit neun Tagen ist dem Gesundheitsamt in Tirschenreuth keine neue Corona-Infektion mehr gemeldet worden. Besonders bemerkenswert ist dies aufgrund der schockierenden Zahlen, die während der Coronakrise im Landkreis registriert worden sind. Zeitweise lag die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Tirschenreuth bei einem Spitzenwert von 571 Neuerkrankungen innerhalb einer Woche, hochgerechnet auf 100 000 Einwohner. Diese erschreckende Zahl wurde am 3. April registriert. Am Tag davor hatte die Inzidenz erstmals die Marke von 500 überschritten.

Am 26. April lag der Landkreis mit dem Wert von 66,2 zum letzten Mal über 50 Neuerkrankungen. Das war damals der Grenzwert für weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Virus-Pandemie. Seit 19. Mai gilt in Bayern der neue Grenzwert von 35 Neuerkrankungen in einer Woche. Den hat der Landkreis Tirschenreuth mit 31,72 das erste Mal am 1. Mai "unterboten" und seitdem auch nicht mehr übertroffen.

Weiter ein Trauma ist aber die Zahl der Landkreis-Einwohner, die am Virus SARS-CoV-2 verstorben sind. Zwar ist diese Zahl in der internen Statistik des Landkreises mit 122 Opfern niedriger als die Angaben des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, aber es sind trotzdem auch hier unverhältnismäßig viele.

Antworten auf die Frage, warum so viele Bürger im Landkreis Tirschenreuth am Virus verstorben sind, erhofft man sich von der Studie des Robert-Koch-Instituts in Berlin, die laut Auskunft des Landratsamt Anfang Juli vorliegen soll. Dazu waren auch schon drei Epidemiologen in Tirschenreuth und haben Akten im Gesundheitsamt gesichtet, die sie nun auswerten.

In einer weiteren Corona-Studie ("TiKoCo19") soll mit einer breit angelegten Blutuntersuchung von Bürgern aus dem Landkreis ermittelt werden, wie viele Einwohner wirklich am Virus erkrankt waren. Es wird mit einer hohen Dunkelziffer an Sars-CoV-2-Infektionen im Landkreis gerechnet. Für ein aussagekräftiges Ergebnis benötigt die Studie insgesamt 3600 Probanden. Ursprünglich sollten dafür 4500 Einwohner angeschrieben werden. Um sicherzugehen, dass genügend Teilnehmer zusammenkommen wurde diese Zahl mittlerweile auf 7200 erhöht.

Die Einwohnermeldeämter im Landkreis verschicken für die Studie also insgesamt doppelt so viele Einladungen, wie Studienteilnehmer benötigt werden. Den Teilnehmern soll Blut abgenommen und dieses auf Antikörper getestet werden. Die Briefe werden voraussichtlich Ende Juni verschickt.

Hintergrund:

Hier die aktuellen Zahlen vom Freitag, 5. Juni:

Die Zahl der amtlich erfassten Einwohner, die sich mit dem Corona-Virus infiziert haben, liegt weiter unverändert bei 1137 Männer, Frauen und Kinder. Zieht man davon die in der Statistik aufgeführten 988 Genesenen ab (bei dieser Zahl handelt es sich um eine Schätzung nach Kriterien des Robert-Koch-Instituts) sowie die Zahl der 137 mit dem Virus erkrankten Verstorbenen ab, sind - rein rechnerisch wohlgemerkt - noch 12 Personen im Landkreis Tirschenreuth mit dem Virus infiziert.

Feinabstimmungen für die Corona-Studie für den Landkreis Tirschenreuth laufen auf Hochtouren:

Wiesau

Hier geht es zu den Zahlen vom Donnerstag, 4. Juni:

Tirschenreuth

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