03.12.2019 - 15:58 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Sicher durch die kalte Jahreszeit

Kühlerfrostschutz in Ordnung? Scheibenwaschanlage sicher vor Eisbildung? Mit den einfachen Tipps von Kfz-Meister Johann Gradl kommen Autofahrer gut durch den Winter.

von Konrad RosnerProfil

Es gab schon die ersten frostigen Nächte in der Region. Höchste Zeit, das Auto, winterfest zu machen. Kfz-Meister Johann Gradl aus Tirschenreuth hat die Tipps, damit Autofahrer sicher durch die kalte Jahreszeit kommen.

Das Wichtigste sei, den Kühlerfrostschutz zu prüfen, denn die Kühlwasseranlage sollte auf keinen Fall eingefrieren, so Gradl. Mittels eines Frostschutzprüfers kann man den Frostschutzgehalt des Kühlwassers feststellen. Autohersteller empfehlen, dass der Kühlerfrostschutz mindestens bis minus 21 Grad Celsius nicht gefrieren sollte. In unseren Breitengraden sollte der Frostschutz bis minus 25 Grad Celsius abgesichert sein. Dies gelte als Faustregel bei allen Autos, rät Gradl. "Nicht auszudenken, wenn gar kein Frostschutz im Kühlkreislauf des Motors ist. Wasser in gefrorener Form kann zu den schlimmsten Motorschäden führen."

Kein Konzentrat einfüllen

Nicht minder wichtig sei es, dass auch in die Scheibenwaschanlage ein Frostschutzmittel gefüllt werde. Im schlimmsten Fall ist ein Autofahrer bei Schneegestöber unterwegs, will die Scheibenwaschanlage betätigen und sie funktioniert nicht, weil die Flüssigkeit eingefroren ist. "Das Scheibenfrostschutzmittel sollte auf keinen Fall als Konzentrat aufgefüllt werden", sagt Fachmann Gradl. "Denn dann ist die Flüssigkeit zu dickflüssig und verstopft die Scheibenwaschdüsen, auch die Scheiben werden nicht einwandfrei gereinigt." Im Fachhandel gebe es bereits vorgemischte Scheibenfrostschutzmittel, die auf minus 20 oder 25 Grad Celsius ausgelegt seien. Diese können man problemlos einfüllen. Bei einem Konzentrat empfehle es sich, die Bedienungsanleitung genau durchzulesen. Das Konzentrat wird mit Wasser gemischt. Gradl empfiehlt allen Autofahrern, vor allem den Vielfahrern, im Winter immer wieder einmal das Scheibenwaschwasser zu prüfen und zu ergänzen. Denn vor allem Autobahn- und Vielfahrer brächten wesentlich mehr Scheibenwasser als im Sommer. Die Windschutzscheibe werde mit Schnee, Matsch oder auch mit Salz vollgespritzt. Das Scheibenwasser reinigt und dient so der Verkehrssicherheit. Übrigens: Wenn die Wischerblätter auf der Scheibe Schlieren ziehen, ist es höchste Zeit für neue. Auch sie dienten der Verkehrssicherheit, erklärt Gradl.

Autobatterie checken

Er empfiehlt vor allem Fahrern von älteren Autos, die Batterie des Wagens in einer Werkstatt überprüfen zu lassen. Denn vor allem im Winter komme es immer wieder vor, dass so manche Batterie bei eiskalten Temperaturen den "Geist aufgebe".

Wer hat es nicht schon nach eisigen Winternächten erlebt: Man sperrt morgens sein Auto auf, doch die Türen gehen nicht auf, weil die Gummidichtungen am Rahmen oder an der Türe festkleben. Mit speziellen Gummipflegemitteln kann man diesem Problem vorbeugen, so dass Wasser keine Chance habe und die Türen nicht mehr zugefrieren. Früher hätten Autofahrer zum Schutz der Türgummis oftmals Hirschtalg oder Vaseline genommen. Davon raten Experten inzwischen ab.

Scheinwerfer prüfen

Zur Sicherheit im Straßenverkehr gehören auch funktionierende Lichter. Der Besitzer sollte regelmäßig die Beleuchtung seines Fahrzeugs kontrollieren. Denn es komme immer wieder vor, dass ein Scheinwerfer ausfällt. Nicht nur die Scheinwerfer vorne sollten gecheckt werden. Auch die Bremsleuchten, Blinker und Standlicht müssen regelmäßig überprüft werden.

Dass Winterreifen montiert sind, sollte absolut selbstverständlich sein. Die Faustregel "Von O bis O", von Oktober bis Ostern, gelte nach wie vor. Johann Gradl rät, bei Winterreifen auf die neuen "Schneeflocken" zu achten. Dieses "Alpine-Zeichen" sei Pflicht. Dieses Symbol müssen alle neuen Reifen, die ab 1. Januar 2018 produziert wurden, tragen. Das bisherige M+S-Zeichen reicht nicht mehr aus. Für ältere Winterreifen gilt eine Übergangsfrist bis zum September 2024. Vier Millimeter Profil sollten die Reifen auf jeden Fall noch aufweisen.

Komplett freikratzen

Johann Gradl rät dringend, das Fahrzeug komplett von Schnee und/oder Eis zu reinigen und auch alle Fenster des Auto frei zu räumen und frei zu kratzen. Ein "Guckloch" reicht nicht aus für den Überblick im Straßenverkehr. Zudem sei dies sogar strafbar.

Ein Eiskratzer oder auch eine wärmende Decke für den Fall der Fälle sollte in der kalten Jahreszeit in keinem Auto fehlen. So kann auch ein kalter Winter mit viel Schnee Fahrer und Fahrzeug nichts anhaben.

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