30.06.2021 - 13:55 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Sicherheitsleute mit dem Tod bedroht? 40-Jähriger bestreitet Vorwürfe

Konflikte in Asylunterkünften sind nicht ungewöhnlich. Auch im Landkreis Tirschenreuth kam es zu einem Zwischenfall. Wegen Körperverletzung, Bedrohung und Beleidigung steht ein 40-Jähriger vor Gericht. Die Verhandlung musste unterbrochen werden.

In eine Asylunterkunft kam es zu Auseinandersetzungen zwischen einem Bewohner und dem Sicherheitsdienst. Ein 40-jähriger Bewohner steht nun wegen vorsätzlicher Körperverletzung, Bedrohung und Beleidigung vor dem Amtsgericht Tirschenreuth.
von Armin Eger Kontakt Profil

Was an einem Abend im April vorigen Jahres passiert war, schilderte ein Securitymitarbeiter bei der Verhandlung vor dem Amtsgericht Tirschenreuth. "Acht bis zehn Leute waren im Zimmer. Es wurde getrunken und gegessen", erinnerte sich der Mann. Die Musik sei auch noch kurz vor Mitternacht zu laut gewesen. Als er und sein Kollege darauf hingewiesen hätten, sei er am Kinn geschlagen worden.

Die Polizei kam, nahm den Vorfall auf. Als die Beamten wieder weg waren, soll ein 40-jähriger Bewohner laut Anklageschrift gesagt haben, dass er die beiden Securitymitarbeiter töten werde. Im Juni 2020 wurde der Angeklagte wieder auffällig. "Du bist das größte Arschloch, das hier herumläuft", soll er zu einem anderen Mitarbeiter des Sicherheitsdiensts gesagt haben. Und: "Ich hasse den Typ, ich könne ihn umbringen."

Beruhigt und schlafen gelegt

Das alles sei nicht richtig, erklärte der Angeklagte. "Die sind bei der Tür reingekommen und er wollte mich schlagen." Als die Polizei weg war, habe er sich schlafen gelegt. "Ich hatte mich beruhigt. Ich habe nicht gesagt, dass ich sie töte. Ganz im Gegenteil, er hat zu mir Arschloch gesagt."

Ein Securitymitarbeiter schilderte das jedoch anders. Er und sein Kollege hätten höflich und freundlich die Gruppe kurz vor Mitternacht darauf hingewiesen, die Musik leiser zu machen. Der Angeklagte habe zu schreien angefangen. Er habe dann eine Hand gesehen, die an ihm "vorbeischoss". Ich hörte einen Schlag. Ich habe nicht gesehen, was hinter mir passierte", sagte der 55-jährige Sicherheitsmann. Sein Kollege sei hinter ihm gestanden. Der Angeklagte hätte dann geschrieen, dass sie beide tot seien. Ob er die Drohung ernst genommen und Angst gehabt habe, wollte Richter Hubert Windisch wissen. "Ich habe keine Angst bekommen, ich bin Offizier", sagte der Zeuge.

Da der Vorfall schon lange zurückliege, erinnere er sich nicht ganz genau an jede Einzelheit, erzählte der Sicherheitsmann, der den Schlag abbekommen haben soll. "Was willst du alter Mann?", habe der Angeklagte gesagt. "Da hatte ich schon eine erwischt. Der ist immer aggressiver geworden." Auch der 62-Jährige fasste die Aussage, dass sie beide tot seien, nicht als Bedrohung auf. Er war jedoch sicher, mit der Faust geschlagen worden zu sein. Beim Betrachten der Bilder durch den Richter, Staatsanwalt Matthias Biehler, Verteidiger Ulrich Sanner und dem Zeugen meinte der Angeklagte: "Das ist nicht mit der Faust, das ist selbst gemacht."

"Könnte dich umbringen"

Der dritte Sicherheitsmann, der im Juni 2020 beleidigt wurde, berichtet, dass der Angeklagte rumgebrüllt hatte. "Scheiß Security. Ich könnte dich umbringen. Aber der lässt so viele Sprüche los. Ich habe keine Angst gehabt." Er habe die Verletzung seines Kollegen am Kinn gesehen. "Es war ein großer blauer Fleck." Zur Verhandlung waren sieben Zeugen geladen, einer hatte krankheitsbedingt abgesagt. Da vier Zeugen kein Deutsch sprechen, musste die Verhandlung unterbrochen werden, Sie wird am Donnerstag , 1. Juli, mit Dolmetschern fortgesetzt.

Nacktbilder hatte ein 21-Jähriger an Minderjährige verschickt

Tirschenreuth

"Er fragte: ‚Was willst du alter Mann?‘ Da hatte ich schon eine erwischt. Der ist immer aggressiver geworden.“

Ein Sicherheitsdienstmitarbeiter, der von einem 40-Jährigen geschlagen worden sein soll

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