Mit aufwendigen Kulissen und erfahrenen Schauspielern, die bereits auf großen Bühnen und im Fernsehen mitgewirkt haben, verzauberten die Theatergastspiele Fürth das Publikum im Kettelerhaus. Das sehr gut besuchte Stück von Colin Higgins aus Australien kam gut an. Viele der Zuschauer im Publikum sagten, dass sie auch den Film dazu noch gut kennen, denn in der Filmversion ist "Herold und Maude" bisher bekannter als in der Bühnenfassung.
Im Stück geht es um ein ungleiches Liebespaar: Herold, gespielt von Raphael Stompe (36), ist erst 18 Jahre alt. Maude (Kathrin Ackermann) dagegen wird in wenigen Tagen 80 Jahre alt. Die bekannte Schauspielerin spielte, was ihre Altersklasse angeht, sich selbst, da sie bereits 80 ist. Das ungleiche Paar lernt sich auf dem Friedhof kennen. Sie haben eine gemeinsame Leidenschaft: Beide lieben es, Beerdigungen mitzuverfolgen. Was schon viel aussagt.
Seltsamer Sohn
Das Publikum erlebt einen seltsamen jungen Mann, der seine Mitmenschen ständig mit seinen Suizidversuchen erschreckt. Nur, seine Mutter, Mrs. Chasen (Manuela Denz), glaubt ihm das nicht mehr und beachtet ihren Sohn gar nicht, wenn er sich wieder einmal aufhängt. Mrs. Chasen möchte ihren seltsamen Sohn unter die Haube bringen und bestellt über eine Kontaktinternetadresse drei junge Frauen zu sich nach Hause. Herold schafft es jedesmal, alle drei mit seinen Mordanschlägen an sich selbst zu verschrecken. Nur die alte Maude hat es ihm angetan. Die beiden treffen sich immer öfter am Friedhof und auch bei Maude zu Hause.
Während Herold eher in sich gekehrt ist und immer wieder seiner Art Todessehnsucht nachgibt, zeigt ihm die alte Dame mit ihrem unersättlichen Freiheitsdrang, dass das Leben schön sein kann. Vorausgesetzt, man unterwirft sich nicht allen Gesetzmäßigkeiten.
Auch Maude denkt, mit 80 Jahren müsse für sie Schluss sein. Herold verliebt sich und will davon nichts hören. Er fleht sie an, bei ihm zu bleiben und hält sogar um ihre Hand an. Aber er kann sie nicht aufhalten, Maude stirbt an ihrem 80. Geburtstag. Ein tragisches Ende, aber Herold verkraftet es. Mit viel Applaus bedankte sich das Publikum für diese rührende Geschichte.
Mit Alltags-Philosophie, einem sehr umfangreichen Kulissenaufbau und einer unterhaltsamen Spielfreudigkeit der Darsteller wurde das Stück zu einer Parabel der Lebensfreude.















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