Die Deutsche Post errichtet einen modernen, nachhaltigen Zustellstützpunkt an der Heisenbergstraße im Gewerbegebiet Süd in Tirschenreuth. Am Dienstag erfolgte der Spatenstich für den neuen Industriebau. Dabei war laut Friedl lange nicht klar, ob das neue Verteilzentrum realisiert wird. "Der Standort Tirschenreuth stand bis zuletzt auf der Kippe", erklärt Stefan Friedl, Niederlassungsleiter der Deutschen Post DHL Zwickau. Besonders weil der Stützpunkt ein eher kleines Gebiet bedient, stand die Frage einer Zusammenlegung im Raum oder ob sich eine so große Investition rentiert. Der Spatenstich nun sei aber eine klare Zusage des Unternehmens in die Region und eine Investition in die Zukunft, sagte Friedl.
Gebäude komplett CO2-neutral
Das Gelände ist rund 3600 Quadratmeter groß. Dieses wird nach Angaben von Bauleiter Robert Platzer von List Bau bis zur Grenze ausgenutzt. Mit den Arbeiten hat die Firma List aus München bereits im Februar begonnen. Auf dem Gelände mit Hanglage wurden bereits rund 13.000 Kubikmeter Erdreich bewegt. Die Spezialgründung des Fundaments mit 24 Rüttelstopfsäulen in 3,5 Meter Tiefe ist abgeschlossen.
Aktuell gehen die Tiefbauarbeiten sowie die Vorbereitungen für die Erstellung der Fundamente von statten. Um den Boden zu stabilisieren sollte Kalk eingefräst werden, berichtete Platzer. "Aber wir kriegen keinen Kalk." Der Bauleiter telefoniere von Berchtesgaden bis Kiel, doch nirgends sei das Material verfügbar. "Und das ist keine Preisfrage, es gibt nichts", informiert er über die Schwierigkeiten, den Werkstoff heranzuschaffen. Wenn nicht mit Kalk, müsse der Boden anderweitig stabilisiert werden. "Der Bau an sich ist nicht die Herausforderung." Mit dem Hochbau der Stahlkonstruktion soll im Mai begonnen werden. Die Fertigstellung ist für September geplant.
Hochbau startet im Mai
Die neue Halle wird größer als der bisherige Standort in der Bahnhofstraße - mit mehr Platz für E-Mobilität und moderne Arbeitsplätze. Die Hallenkonstruktion für die Verteilung der Briefe und Pakete ist rund 6,3 Meter hoch und erstreckt sich über eine Grundfläche von 36,8 mal 16,3 Metern. Der Neubau entspricht dem energetisch neuesten Standards. Auf dem Dach des Stützpunktes wird eine Photovoltaikanlage installiert. "Das Gebäude wird komplett CO2-neutral", berichtet Friedl. Der erzeugte Strom geht auch ins öffentliche Netz, nachts werden damit die E-Fahrzeuge geladen. Der Standort wird mit Ladestationen für 22 neue E-Postautos ("Street-Scooter") ausgestattet. Bisher sind die Zusteller noch mit herkömmlichen Fahrzeugen unterwegs. Die Halle wird mit Fußbodenheizung ausgestattet, die Wärmeerzeugung erfolgt mittels einer Außenluft-Wasser-Wärmepumpe. In den Plänen ist das neue Bauwerk natürlich im typischen gelben Farbton dargestellt.
"Unser geplantes Gebäude verfügt über alle modernen Anforderungen, die für eine zuverlässige Zustellung der uns anvertrauten Sendungen Grundvoraussetzungen sind. Außerdem wird der neue Standort unserer Nachhaltigkeitsstrategie gerecht", erläutert Niederlassungsleiter Stefan Friedl.
Viele Erleichterungen für Zusteller
Im Verteilerzentrum in der Bahnhofstraße arbeiten aktuell 30 Mitarbeiter, diese ziehen im Herbst in die Halle um, um für das Weihnachtsgeschäft soll dann schon am neuen Standort gerüstet zu sein. Der Neubau bietet eine Erleichterung für die Zusteller: Keine Rampen mehr, kein Etagenbetrieb mehr, keine Auslagerung mehr in Nebengebäude sowie besser Zufahrtsmöglichkeiten für Lastwagen. Nichts sei dann mehr beengt, auch bei steigender Paketzahl, schilderte Jens Hessel, Abteilungsleiter Auslieferung bei der Niederlassung Zwickau. Von dem Zustellstützpunkt in Tirschenreuth - einer von 60 in Bayern - werden die Gemeinden Tirschenreuth, Bärnau, Mähring und Plößberg bedient. Das Gebiet ist in 18 Zustellbezirke eingeteilt. Ein kleiner Stützpunkt: Mit 8000 Paketen und 22.000 Briefen pro Woche befindet man sich hier an der unteren Grenze, so Friedl.
Auf dem Stützpunkt bereiten die Mitarbeiter ihre Zustell-Touren vor. Der größte Teil der Briefe, die morgens vom Briefzentrum in Bayreuth angeliefert werden, ist schon nach der Gangfolge der Zusteller sortiert. Nur geringe Mengen müssen im Zustellstützpunkt noch von Hand in die Reihenfolge gebracht werden. Dies gilt auch für Päckchen, die morgens mit mehreren Lastwagen von Paketzentrum in Neumarkt kommen.
"Wir freuen uns, dass Tirschenreuth nun einen Post-Standort mit modernsten Anforderungen wird. Schon immer war die Deutsche Post ein zuverlässiger Partner in der Region", betonte Bürgermeister Franz Stahl beim Spatenstich. Auch stellvertretender Landrat Alfred Scheidler begrüßte die Investition der Deutschen Post in den neuen Standort. "Das wird auch von der Bevölkerung so gesehen, denn die Bürger haben aufgrund der Zuverlässigkeit der Zusteller viel Vertrauen in sie", sagte Scheidler.
Neuer Zustellstützpunkt in Tirschenreuth
- Gelände mit 3600 Quadratmeter
- Hallenkonstruktion mit Grundfläche von 36,8 mal 16,3 Meter und einer Höhe von 6,3 Meter
- Baustart im Februar 2022, bisher 13.000 Kubikmeter Erde bewegt
- Spezialgründung mit 24 Rüttelstopfsäulen in 3,5 Meter Tiefe
- Hochbau startet im Mai
- Fertigstellung Ende September
- Neubau ist CO2-neutral und entspricht modernen, nachhaltigen Standards
- 22 Ladestationen für neue E-Postautos ("Street-Scooter")
- Zu den Kosten machte die Deutsche Post keine Angaben
- 30 Mitarbeiter
- 18 Zustellbezirke in den Gemeinden Tirschenreuth, Bärnau Plößberg, Mähring
- Pro Woche 8000 Pakete und 22.000 Briefe














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