05.04.2020 - 16:04 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Spuckschutz aus Tirschenreuth in ganz Deutschland

Unternehmen, die in Coronazeiten noch geöffnet haben und Kundenkontakt haben, wollen sich mit einem Tresen- oder Spuckschutz vor dem Virus schützen. Das bringt den Kunststoffhersteller "AcrySign" aus Tirschenreuth ins Spiel.

Die gebogene Variante aus PETG Kunststoff (links) stellt Andreas Szak in Tirschenreuth her. Der Kunststoffhersteller hat aber auch das Plexiglas-Stecksystem, das sein Bruder Rüdiger Szak in Nürnberg produziert, auf Lager.
von Lena Schulze Kontakt Profil

Etwa vor zwei Wochen fing es an: Anrufe von Apotheken, Optikern, Banken, Ärzten, Einzelhandelsketten oder öffentlichen Einrichtungen. "Die Anfragen kamen wie aus dem Nichts", erklärt der Andreas Szak, Geschäftsführer der "AcrySign Kunststofftechnik GmbH" in Tirschenreuth. Alle Unternehmen, die in Coronazeiten noch geöffnet haben und mit Kunden in Kontakt kommen, benötigen einen Tresen- oder Spuckschutz. Diesen kann "AcrySign" herstellen.

Gerade die unkomplizierte Verarbeitung der Acrylglaspatten sorge für eine große Palette an Einsatzmöglichkeiten, so der Geschäftsführer. Besonders gefragt sei der Kunststoff als Blickfang in der Raumgestaltung in der Hotellerie, Gastronomie oder im Wellness-Bereich. "AcrySign" fertigt auch technische Teile, wie etwa Amaturenbretter für Hamm-Walzen.

Die Umstellung auf Theken- oder Spuckschutz sei keine Herausforderung für den Kunststoffhersteller. "An einem Tag produzieren wir in Tirschenreuth bis zu 200 Stück", sagt Szak. Die Schutzvorrichtungen sind zum Selbstaufbau: Entweder aus gebogenem PETG-Kunststoff mit Seitenschutz zum Aufstellen oder aus Plexiglas als Stecksystem. Die PETG-Variante fertigt Andreas Szak in Tirschenreuth, das Plexiglas-Stecksystem sein Bruder Rüdiger Szak in seiner Firma "Axis Expotechnik" in Nürnberg. Dort werden bis zu 500 Stück täglich gefertigt. Die Brüder teilen sich hier die Aufgaben.

Der Spuckschutz wird wie andere Kunststoff- oder Plexiglasplatten gelasert, gefräst und thermisch verformt. Die transparenten Kunststoff-Aufsteller seien bruchfest, porenlos, leicht zu reinigen und somit laut Szak ein idealer Schutz gegen Bakterien und Viren.

In Tirschenreuth hat der Geschäftsführer beide Varianten auf Lager. "Material haben wir genügend da", versichert Andreas Szak. Da das Unternehmen sein Material direkt vom Hersteller bezieht, ist die Produktion auch weiterhin gesichert. "Wir bekommen alle zwei bis drei Wochen Nachschub."

Die zwölf "AcrySing"-Mitarbeiter arbeiten im Schichtbetrieb, informiert der Geschäftsführer. Bereits zwei weitere Mitarbeiter konnte er in Tirschenreuth zusätzlich einstellen - dank der immer voller werdenden Auftragsbücher. "Bei uns gehts ganz schön rund seit zwei Wochen."

Dennoch: Großaufträge übernimmt Szak nicht. Etwa hatte große Einzelhandelsketten wie Aldi oder Kaufland angefragt, ob der Kunststoffhersteller 12 000 Stück fertigen könne. "Für eine so große Stückzahl haben wir das Material nicht. Und wir verteilen den Spuckschutz lieber sinnvoll", berichtet Szak. Hauptsächlich verkauft der Kunststoffhersteller also von mehreren Dutzend bis zu mehreren Hundert Stück. Nebenbei läuft die Herstellung anderer Produkte aus dem Sortiment ganz normal weiter.

Den Spuckschutz verschickt das Tirschenreuther Unternehmen in die ganze Republik. Auch zur Abholung in der Kreisstadt hat Szak welche auf Lager.

Das Tirschenreuther Kunststoff-Unternehmen "AcrySign" stellt aktuell statt Loichtpanelen und Amaturbrettern auch einen sogenannten Spuckschutz für Theken her. Anfragen kommen aus ganz Deutschland von Apothekern, Optikern, Ärzten, Banken und Einzelhändlern.
Material haben die Kunststoffhersteller genügend auf Lager, erklärt Geschäftsführer Szak. Das Tirschenreuther Unternehmen verschickt die fertigen Schutzvorrichtungen in die ganze Republik.

Noch vor wenigen Monaten hatte das Unternehmens mit einer miesen Auftragslage zu kämpfen:

Tirschenreuth
In Nürnberg wird der Spuckschutz als Stecksystem hergestellt. Täglich produziert "Axis" rund 500 Stück.
"AcrySign" stellt in der Kreisstadt täglich 200 Spuckschutz aus PETG-Kunststoff her.
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