21.12.2020 - 14:27 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Stets respektvoll miteinander umgehen

Zuversicht und Hoffnung wollen die Weihnachtsansprachen verbreiten. „Jetzt erst recht“, formulierte Franz Stahl die Haltung des Gremium - und wollte, wie alle, den Respekt vor den funktionierenden gesellschaftlichen Strukturen ausdrücken.

von Werner Schirmer Kontakt Profil

Bei dem Treffen im Kettelerhaus sorgte nicht nur die eher zurückhaltende Beleuchtung für eine passende Atmosphäre. Geschenke, weihnachtliche Dekoration und Teller mit Plätzchen vervollständigten das Ambiente. "Machen sie regen Gebrauch davon", wies Stahl auf die Plätzchen der Bäckerei Berthold Brunner. „Vielleicht gibt es dann weniger Wortmeldungen“, lieferte Stahl eine eher scherzhafte Begründung für seine Bitte nach. Wirklich entsprochen haben die Räte, aber auch Franz Stahl selbst der Aufforderungen nicht. Sehr ausschweifend übermittelten die Fraktionssprecher ihre Gedanken den Kollegen im Gremium. Denn Zuhörer waren bei den Ansprachen keine dabei.

„Corona hat uns in den vergangenen Monaten den Atem stocken lassen“, blickte Stahl zurück. Dabei seien Städte und Gemeinden zusammen mit den Bürgern in einen Stresstest geschickt worden. „Doch wir haben gezeigt, wozu wir fähig sind, wenn es darauf ankommt“, betonte der Bürgermeister. In Tirschenreuth hätten die Bürgerinnen und Bürger eine funktionierende Infrastruktur erhalten. Nachbarschaftshilfen, die sich in den großen Städten über

technische Infrastrukturen bilden müssen, seien auf dem Land gelebter Alltag. Besonders dankte Stahl allen Beteiligten, die etwa beim schnellen Aufbau der Lieferdienste mitgewirkt hätten. Die Menschen hätten in Tirschenreuth unmittelbar den Mehrwert lokaler Politik erfahren.

„Corona hat uns in den vergangenen Monaten den Atem stocken lassen.“

Bürgermeister Franz Stahl

Bürgermeister Franz Stahl

Und die hätte trotz der widrigen Umstände auch in diesem Jahr Schwerpunkte bei der Stadtentwicklung gesetzt, wie die Maßnahmen am neuen Rathaus und die Einweihung des Lernstandortes in der historischen Fronfeste. Und mit dem Projekt „Zukunft StadtGrün“ werde man dem Anspruch einer nachhaltigen, „grünen“ Stadt mehr als gerecht. Dabei wollte Stahl nicht die Unterstützung durch Fördermittel verhehlen. Doch in Tirschenreuth sei das „gut angelegtes Geld“. Beim Blick auf die reichhaltigen Kulturangebote bedauerte Stahl die Absagen, allen voran der Euro-Passion. „Aber die Vorfreude auf die Aufführung 2022 überwiegt“. Im wirtschaftlichen Bereich hätten sich die Unternehmen sehr stabil gezeigt. Und mit der Ziegler-Investition würde sich die Situation weiter verbessern. Deshalb freute sich Stahl auf spannende Jahre und hoffte weiter auf „viele Menschen in Tirschenreuth, die den Mut haben, mit uns die gesteckten Ziele zu erreichen“. Stahl, wie auch die Stadträte, dankte allen Personen und Vereinen, die sich um Kranke, sozial Schwache und die Jugendlichen gekümmert haben. Ein Lob gab es auch für die qualitative und hochwertige Arbeit im Stadtrat.

„In Tirschenreuth hat man nicht den Kopf in den Sand gesteckt. Es wurden viele Projekte weiter vorangetrieben.“

CSU-Fraktionssprecher Huberth Rosner

CSU-Fraktionssprecher Huberth Rosner

Für die CSU verwies Huberth Rosner auf die vielen Erfolge, die Tirschenreuth zu einer lebens- und liebenwerten Stadt gemacht hätten. „Und vieles wird noch geschaffen“, versprach Rosner, stets aber mit Maß und Ziel. Die Corona-Krise bezeichnete der CSU-Vertreter als große Herausforderung für die Gesellschaft. In Tirschenreuth habe man nicht den Kopf in den Sand gesteckt und viele Projekte weiter vorangetrieben. Kletterhalle und der Umbau des Musl-Kinos würden auch künftig das Angebot im Ort bereichern. Und für den Wirtschaftsstandort betrachtete Rosner die Nachricht der Ziegler-Group als frühes Weihnachtsgeschenk. In den „bewegten Zeiten“ mit ihrer Flut an Nachrichten, mitunter auch „Fake News“ wünschte sich Rosner eine vernünftige Streit- und Debattenkultur, die Gundlage einer demokratischen Gesellschaft sei. Das Stadtratsgremium sei dabei Vorbild, denn hier werde stets „äußerst respektvoll“ miteinander umgegangen. In seinem Ausführungen wollte der CSU-Stadtrat natürlich das Engagement der Mitbürger besonders würdigen. „Ich danke allen, die sich in diesen schwierigen Zeiten in den Dienst ihrer Mitmenschen stellen“, betonte Rosner.

„Die Krise hat auch die Notwendigkeit eines leistungsfähigen und ortsansässigen Krankenhauses verdeutlicht, als wichtigen Standortfaktor.“

FW-Sprecher Manfred Zandt

Als Sprecher der Freien Wähler blickte Manfred Zandt auf ein bewegendes Jahr. Corona hätte gezeigt, wie sehr die Welt vernetzt sei, positiv wie negativ. Doch würde sich jetzt auch zeigen, wie sehr die Digitalisierung in der Region wichtig sei. Die Krise hätte aber auch die Notwendigkeit eines leistungsfähigen und ortsansässigen Krankenhauses verdeutlicht, als wichtigen Standortfaktor. Zandt würdigte besonders die Arbeit der Beschäftigten in den pflegenden Berufen, aber auch den ehrenamtlich Tätigen. Dies zeichne unsere Stadt aus: „Dies ist ein menschlicher Pluspunkt mit deutlichem Ausrufezeichen“. Das solidarische Zusammenwirken in der Bevölkerung sei vorhanden. Ohne dieses Zusammenstehen seien viele praktische Lösungen für die Verantwortlichen nicht mehr möglich. „Es ist mir daher ein Anliegen, allen Menschen für ihre Achtsamkeit, Mithilfe, Rücksicht sowie für ihr Verständnis für die staatlichen Maßnahmen zu danken.

Konrad Schedl für die Grünen erinnerte an die gemeinsamen Bemühungen für Lösungen. Und man sei auch künftig bemüht, das Leben im Ort zu verbessern. Dabei forderte Schedl auch weitere Anstrengungen für die Energiewende. Hier müsste man auch vor Ort seinen Anteil leisten. Karl Berr für die Wählergemeinschaft Umwelt schloss in den Dank alle Mitbürger ein, die „den Menschen und Geschöpfen helfen sowie zum Schutz der Umwelt beitragen“.

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