25.06.2019 - 15:06 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Stiftlandgriller erkämpfen sich siebten Platz auf der Bayerischen Meisterschaft

Schweinebauch, Burger, Saibling und Kuchen: Die Stiftlandgriller legten sich am Wochenende auf der Bayerischen Meisterschaft in Poing voll ins Zeug. Ziel war ein Platz in den Top-Ten, mit 670,725 Punkten erreichten sie den siebten Platz.

Im Team richten die Stiftlandgriller jedes Gericht konzentriert auf den Tellern für Jury her. Ein optischer Hingucker war auch der zweite Gang: Ein "Surf&Turf-Burger" mit gelbem Burgerpatty. Auf dem Bild: Tobias Grünbauer (von rechts), Vorsitzender Markus Brunner und Claus Bitterer.
von Lucia Seebauer Kontakt Profil

Die Stiftlandgriller sind erschöpft aber auch zufrieden von der Bayerischen Meisterschaft aus Poing nach Tirschenreuth zurückgekehrt."Wir haben aus unserer Sicht einen sensationellen siebten Platz gemacht", sagt erster Vorsitzender Markus Brunner stolz. Auf der Bayerischen Grillmeisterschaft konnte der Verein aus seiner Sicht ein solides Ergebnis erzielen. "Obwohl wir das erste Mal teilnahmen, haben wir sogar einige ehemalige Bayerische Meister hinter uns gelassen."

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Als die Stiftlandgriller am Freitag auf dem Marktplatz in Poing ankamen, schüttete es aus Eimern. "Erst gegen 11 Uhr nachts begannen wir mit dem Aufbau, um 2 Uhr waren wir fertig", sagt Tobias Grünbauer am Montag nach der Rückkehr. Das Equipment transportierte der Verein mit einem Lastwagen der Friedenfelser Brauerei. "Wir bekamen 150 Liter Bier mit. Das haben wir dann beim Wettbewerb als Freibier an die Zuschauer ausgeschenkt, weil wir dort nichts verkaufen durften."

Der Stand der Stiftlandgriller auf der Bayerischen Meisterschaft in Poing. 150 Liter Friedenfelser Bier wurden als Freibier an die Zuschauer ausgeschenkt.

Am Samstag ging es sportlich um 7.30 Uhr los. "Gegrillt wurden keine Steaks oder Bratwürste, sondern Gerichte mit Sterneniveau", betont Brunner. Vor dem Wettbewerb durften die sechs Teammitglieder nicht verraten, welche Gerichte sie geprobt hatten. "Beim ersten Gang war ein Schweinebauch mit Beilage gefordert. Umgesetzt haben wir das mit einem Brezenknödel, den wir in einem Speckmantel gegrillt haben. Dazu gab es eine Dunkelbiersoße, die wir in einer Zwiebel erhitzten und servierten." Töpfe und Pfannen waren nicht erlaubt, alles musste auf der offenen Flamme zubereitet werden.

Bewertet wurde jeder Gang nach den Richtlinien der 'German Barbecue Association'. So gab es Noten von null (ungenießbar) bis zehn (sehr gut). Zudem wurde jeder Gang auf bestimmte Kriterien (Optik, Garzustand, Geschmack von Beilage und Hauptbestandteil, Harmonie des Gerichts) hin überprüft, die unterschiedlich prozentual gewichtet wurden.

Die Variation des ersten Ganges der Stiftlandgriller auf der Bayerischen Meisterschaft in Poing: Schweinebauch mit Brezenknödel und Dunkelbiersoße, serviert und erhitzt in einer Zwiebel. Dieser Gang schaffte es auf Platz acht.

"Die 45-köpfige Jury saß in einem separaten Zelt. Diese verkostete jeden Gang blind und durfte nicht wissen, von welchem Team, welches Gericht kam." Oft ging es bei der Bewertung knapp zu. Die Stiftlandgriller bekamen für ihre erste Variation 164,975 Punkte. "Wir waren damit am achten Platz, der Erste hatte 175,375 Punkte. Da war nicht viel um."

Der zweite Gang war ein "Surf&Turf"-Burger. "Mit unserem gelben Patty war das ein Hingucker. Das Grillmagazin hat unseren Burger sogar auf Instagram gepostet", sagt Brunner. "Unser Team hat die ganze Zeit über wirklich gut harmoniert. Wir hatten kein Zeitproblem und alles war auf den Punkt gegart." Auch mit der Konkurrenz verstand sich der Verein gut. "Es war wirklich ein Erlebnis. Die Mannschaften, die besser als wir waren, hatten oft einfach mehr Erfahrung als wir. Im Grunde waren wir alle auf dem Platz wie eine große Familie. Immer wenn eine Gruppe einen Teller nach vorne zur Jury brachte, klatschten die anderen mit", betonte Karl Maschauer.

Gang Nummer zwei der Stiftlandgriller: Ein "Surf&Turf"-Burger mit gegrillten Entrecote, dazu gab es Tomatensalat. Mit diesem Gang kam der Verein auf Platz 12.

Für die Zuschauer hatten die Stiftlandgriller auch Kostproben ihrer eigenen Curry- und Bratwürste dabei. "Das war super auch neben dem Grillen mit anderen Kontakte zu knüpfen. Wir haben wirklich viel von dem Wettbewerb für uns mitnehmen können", verrät Kassier Karsten Heßing. Kniffliger war die Vorbereitung für Gang Nummer drei "Chef Choice". Brunner: "Die Veranstalter hatten eigentlich einen Warenkorb vorgesehen, aus dem jedes Team etwas vorbereiten sollte. Doch zehn Tage vor dem Wettbewerb hieß es dann, dass es ein Gericht nach eigener Wahl werden soll." Das Team entschied sich für einen Oberpfälzer Saibling auf Zedernholz geräuchert mit mediterranem Gemüse der Saison und Grillkartoffel mit Sour Cream als Beilage. "Dieses Gericht schnitt am besten ab. Wir machen damit den vierten Platz."

Am besten abgeschnitten hat der dritte Gang: Oberpfälzer Saibling auf Zedernholz geräuchert mit mediterranem Gemüse der Saison und Grillkartoffel mit Sour Cream. In der Wertung kam das Gericht der Stiftlandgriller auf Platz vier.

Das Dessert musste das Team um einen Eierlikör aufbauen. Dieser wurde von einem Sponsor des Wettbewerbs zur Verfügung gestellt. "Wir machten eine gegrillte beschwipste Ananas mit einem Eierlikör-Vanille-Pudding. Dazu gab es Erdbeersalat und ein Schokoküchlein mit Eierlikörcreme. Pudding und Kuchen machten wir ebenfalls mit dem Grill. Das war nicht einfach", sagt Maschauer. Als das Grillen vorbei war, kam eine Unwetterwarnung. "Der Himmel wurde schwarz. Die Siegerehrung wurde dann in eine Einkaufszentrum nebenan verlegt." In der Gesamtwertung hatte das Team 670,725 Punkte und lag damit knapp 29 Punkte hinter dem Sieger und nur 0,91 Punkte hinter dem fünften Platz. Den ersten Platz machte das "BBQ Team Los Grillos" (699,75 Punkte), die auch amtierende Deutsche Meister sind und den Bayerischen Meistertitel halten konnten.

Das Dessert: Gegrillte beschwipste Ananas mit Eierlikör-Vanille-Pudding und einem Schokokuchen mit Eierlikörfüllung. Gang vier der Stiftlandgriller schaffte es auf Platz vier.

Ob sie wieder bei so einem Wettbewerb mitmachen wollen, wissen die Stiftlandgriller noch nicht. "Es war viel Aufwand. Rund 250 Stunden haben wir für den Wettbewerb eingesetzt. Ohne Unterstützung hätten wir das nicht meistern können. Für so eine Veranstaltung kann man schon Vereinsvermögen ausgeben", sagt Heßing. Jedoch würden die Stiftlandgriller eine Veranstaltung dieser Art gerne nach Tirschenreuth holen. "Entweder wollen wir das als Wettbewerb oder als Festival machen", meint Brunner. Die Stiftlandgriller kommen am Sonntag, 7. Juli, auf das Mohnblütenfest nach Friedenfels. "Da gibt es unsere Bio-Burger und Auszüge unserer Gerichte von der Bayerischen Meisterschaft", verspricht der Vorsitzende.

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