01.10.2021 - 16:03 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Das ist Tirschenreuths neue Freizeitanlage im Mühlbachpark

Die Wasserfontäne war die „Krönung“ der Freigabe des Mühlbachparks. Diese überraschende Attraktion war aber nur ein weiterer Teil der gelungenen Freizeitanlage, die neben Spaß vor allem Raum für Begegnungen von Jung und Alt bieten soll.

von Werner Schirmer Kontakt Profil

Bei „Kaiserwetter“ durfte Bürgermeister Franz Stahl im neuen Mühlbachpark eine Schar von Ehrengästen aus der Politik, Vertreter der Kirchen, Firmen und der Planer sowie Mitarbeiter freudestrahlend die neue Erholungsfläche präsentieren. Der „Mühlbachpark“, der bis zum Platz La Ville du Bois reicht, ist ein erster Abschnitt des Projekts „Zukunft Stadtgrün“ und soll den grünen Gürtel um die Altstadt schließen. Bei der offiziellen Eröffnung richtete Stahl deshalb gleich seine Bitte an Regierungspräsidenten Axel Bartels und Abgeordneten Tobias Reiß, die Stadt auch künftig mit Fördergeldern auszustatten.

Grünes Band um die Altstadt

In seinen Ausführungen erinnerte Stahl an die „Vorgeschichte“ und damit die nochmalige Bewerbung für die Gartenschau 2022. Dafür hatte man die Idee eines „Grünen und blauen Bandes um die Altstadt“ in ein „360-Grad-Konzept“ gepackt. Den Zuschlag hatte am Ende Freyung erhalten, doch wäre die Idee des besonderen Stadtgestaltungskonzepts nicht aufgegeben worden, stellte Stahl heraus. Als „Zukunft Stadtgrün“ hätte Tirschenreuth dieses Projekt weiterverfolgt und sogar noch eine sehr gute Finanzierung gefunden. Einstimmig hatte der Stadtrat Ende Januar 2019 den Beschluss gefasst, den „grünen und blauen Ring“ um die Altstadt zu schließen. Am Rande vermerkte Stahl, dass man bei der Realisierung, zumindest beim ersten Abschnitt, Freyung bereits „überholt“ hätte. Dort hätten die Gartenschau-Arbeiten erst begonnen.

Der Mühlbachpark ordne sich in die Philosophie der Stadt ein, das Herz und Gesicht des Ortes aufzuwerten, neue Begegnungs- und Erlebnismöglichkeiten für die Bewohner zu schaffen, aber auch historische Gegebenheiten zu revitalisieren. Immerhin sei Tirschenreuth bis 1808 von rund 200 Hektar Teichfläche umgeben gewesen. Naturerleben, Sport und Erholung sowie soziale Angebote stehen weiter in der Liste der Stadtphilosophie, ebenso wie die nachhaltige Ausrichtung gegen Klimaveränderungen. „Tirschenreuth ist damit ein Erfolgsmodell einer nachhaltigen Zentralentwicklung“, fasste Stahl zusammen.

Dem Druck der Kinder nachgegeben

Das Interesse an der neuen Freizeitfläche sei in den vergangenen Wochen enorm angewachsen, so Stahl. „Mit der Eröffnung mussten wir dem Druck der Kinder nachgeben“, gestand der Bürgermeister. Und gerade diese Freiräume für die Kinder sind laut Stahl auch ein wichtiger Ansatz für den „grünen Gürtel“ um die Altstadt, zu dem natürlich der Fischhofpark im Osten gehört. Rundwege, große Wasserbereiche und Erholungsflächen umrahmen so bald den Ortskern. „Der Ring um die Altstadt schließt sich“, blickte Stahl nach vorne – und zur Seite in Richtung des Regierungspräsidenten, von dem er sich weiter die finanzielle Unterstützung erhofft.

Bestnoten für neuen Park

Axel Bartelt wollte bei der Förderung allerdings keine Blanko-Zusage geben, sicherte allerdings zu, dass man zusammen mit dem Freistaat bei der Verteilung der Steuergelder weiter an Tirschenreuth denken werde. Dem neuen Areal im Mühlbachpark stellte der Regierungspräsident schon zum Auftakt Bestnoten aus: „Hier hätte ich gerne als Kind gespielt und kann mir vorstellen, dass man hier gerne als Opa mit seinen Enkeln ist“! Doch nicht nur zu dem „schönen Platz“ beglückwünschte Bartelt den Bürgermeister, auch für den Ort selbst hatte der Regierungspräsident viel Lob: „Ich freue mich immer wieder in die nördlichste Hauptstadt der Oberpfalz zu kommen!“ Zumal stets neue Projekte der Stadtsanierung vorgestellt würden, die aufzeigen, dass das Geld der Steuerzahler gut angelegt sei. „Tirschenreuth hat sich gemausert“, bescheinigte Bartelt und stellte das als größtes Kompliment eines Regierungspräsidenten an eine Kommune heraus.

„Schandflecke“ enteignen

Doch bei all den Bemühungen durch die Stadtsanierung in der Oberpfalz wollte Bartelt immer noch viele „Schandflecke“ in den Orten erkennen, unter denen das gesamte Stadtbild leiden würde. Hier appellierte er an die Besitzer, auch ihrer sozialen Verpflichtung nachzukommen. Bartelt konnte sich eine Frist, oder im schlimmsten Fall eine Enteignung vorstellen. Natürlich sollten zunächst alle staatlichen Hilfen und Initiativen aufgezeigt werden.

Wieder zurück zum Mühlbachpark sah Bartelt in der Anlage auch eine Wohlfühloase, die ein gutes soziales Miteinander ermöglicht sowie der Gesundheit und dem Wohlbefinden dient. „Der Bezug des Menschen zur Natur ist elementar“, betonte Bartelt und wünschte den Besuchern erholsame Stunden.

Den kirchlichen Segen erhielt der Mühlbachpark dann durch Stadtpfarrer Georg Flierl, Diakon Fritz Lieb und Kaplan Ramon Rodriguez. Der Stadtpfarrer zeigte Respekt vor dem Geschaffenen und freute sich über die gelungene Ausführung. „Der Park kann helfen, die Spur zu Gott wieder zu finden“, betonte Flierl.

Weitere interessante Ideen

Gemeinsam mit den Ehrengästen durfte Stahl dann das Band zur Eröffnung des Mühlbachparks durchschneiden. Zeit für ein entspanntes Gespräch blieb dann auch noch. Am Nachmittag durfte Franz Stahl dann ein weiteres Mal den Park besuchen. Beim Bürgerdialog (Bericht folgt) zeigte Stahl den Besuchern auch die weitere Entwicklung der Stadt auf. So werde beim Projekt „Zukunft Stadtgrün“ der zweite Bauabschnitt vom Busbahnhof in Richtung Lengenfelder Straße folgen. „Die Planer vom Büro NRT haben bereits interessante Ideen“, machte Stahl auf die Fortsetzung neugierig.

Vor einer Woche konnte das Hebfest beim Rathaus-Neubau gefeiert werden

Tirschenreuth
Hintergrund:

"Stadt am Wasser" im Mühlbachpark

  • Spatenstich für den 1.Bauabschnitt vom BRK-Seniorenheim bis zum "Platz La Ville du Bois“ im März 2020.
  • Baukosten rund vier Millionen Euro, Förderung insgesamt rund 2,1 Millionen Euro.
  • Im Mühlbachpark finden sich der Gerätespielplatz „Stadt im Wasser“, Pergola-Anlagen sowie ein Multifunktionsbereich (Federballfeld). In dem vom Mühlbach abgetrennten Teich können Wehre den Wasserspiegel regulieren. Im Winter könnte so eine Eislauffläche entstehen. Am „Platz La Ville du Bois“ findet sich eine Treppenanlage mit Zugang zum Bach, an dem eine Flachwasserzone geschaffen wurde. Im Mühlbachpark soll noch ein kleines Kunstprojekt entstehen.
  • Im Frühjahr 2022 erfolgt die altstadtgerecht Erneuerung der Franz-Böhm-Gasse mit Brückenbauwerk.
  • Der zweite Bauabschnitt beinhaltet die Neugestaltung des Bereichs um den Zentralen Omnibusbahnhof bis zum Lengenfelder Weg.

„Tirschenreuth ist damit ein Erfolgsmodell einer nachhaltigen Zentralentwicklung.“

Bürgermeister Franz Stahl bei der Einweihung des Mühlbachparks

Bürgermeister Franz Stahl bei der Einweihung des Mühlbachparks

„Hier hätte ich gerne als Kind gespielt und kann mir vorstellen, dass man hier gerne als Opa mit seinen Enkeln ist.“

Regierungspräsident Axel Bartelt über den Mühlbachpark

Regierungspräsident Axel Bartelt über den Mühlbachpark

 

 

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