04.03.2020 - 14:30 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Totes Baby in Tirschenreuth: Noch viele Fragen offen

Die Kriminalpolizei Weiden hat am Mittwoch über den Tod eines Säuglings (drei Monate) in Tirschenreuth informiert. Das Baby weise starke Anzeichen von Unterernährung auf. Gegen die spanischsprachige Mutter (25) wird ermittelt.

Vor einer Woche, am Mittwoch, 26. Februar, war nach einem Notruf in einer Wohnung in der Kreisstadt Tirschenreuth der unterernährte Leichnam eines Mädchens gefunden worden.
von Christine Ascherl Kontakt Profil

Noch bleiben viele Fragen offen. Vor einer Woche, am Mittwoch, 26. Februar, war nach einem Notruf in einer Wohnung in der Kreisstadt Tirschenreuth der unterernährte Leichnam eines Mädchens gefunden worden. Seither ermitteln Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft Weiden gegen die Mutter wegen des Verdachts auf ein Tötungsdelikt.

Die Untersuchung des Leichnams im rechtsmedizinischen Institut am 27. Februar ergab nach Auskunft von Polizeihauptkommissar Florian Beck, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz, Anzeichen einer starken Unterversorgung. Das Kind sei dehydriert gewesen. Säuglinge im Alter von drei Monaten werden üblicherweise ausschließlich mit Milch ernährt. Es stehen noch Ergebnisse einer feingeweblichen Untersuchung auf, von denen sich die Polizei Erkenntnisse über die genaue Todesursache erhofft.

Zum Hergang: Am Mittwoch, 26. Februar, war um 11.22 Uhr bei der Rettungsleitstelle in München ein Notruf eingegangen. Eine Frau berichtete, dass sie von einer ihr bekannten 25-Jährigen aus Tirschenreuth angerufen worden sei. Die junge Mutter habe ihr gesagt, dass ihr Baby tot sei. Der Notruf wurde an die Integrierte Rettungsleitstelle in Weiden weitergeleitet, wie ILS-Leiter Jürgen Meyer bestätigt. Das Rote Kreuz mit Notarzt und eine Polizeistreife fuhren daraufhin zur Wohnung. Die Rettungskräfte trafen auf die Spanisch sprechende Frau und fanden den Leichnam eines weiblichen Säuglings vor.

Das Kommissariat 1 der Weidener Kriminalpolizei übernahm. Die Kindsmutter wurde noch am selben Tag vorläufig festgenommen. Inzwischen ist Haftbefehl erlassen. Die 25-Jährige befindet sich nicht in einer Justizvollzugsanstalt. Sie sei aufgrund „psychischer Beeinträchtigung“ in einer Fachklinik untergebracht worden, so Beck.

Sparsam mit Informationen ist die Polizei auch, was den Vater des Kindes anbelangt. „Er hatte sich nach derzeitigem Ermittlungsstand seit kurzer Zeit im Ausland befunden“, sagt der Polizeisprecher. Der Mann konnte schließlich in Spanien telefonisch erreicht und befragt werden. Beschuldigter oder Tatverdächtiger sei er aber nicht.

Das Kind wies zum Zeitpunkt des Todes Anzeichen starker Unterversorgung auf.

Florian Beck

Florian Beck

Netzaberg: Kurz vor Abschluss

Damit ist innerhalb weniger Monate Haftbefehl gegen eine weitere junge Mutter erlassen worden. Zur Erinnerung: Im November 2019 war in einem Haus am Netzaberg in Eschenbach (Landkreis Neustadt/WN) ein vierjähriges Kind zu Tode gekommen. Die Kriminalpolizei nahm die Stiefmutter (25) fest, die zur Tatzeit mit drei Stiefkindern und einem eigenen Baby allein daheim war. Der Vater der Vier, ein US-Soldat, befand sich in Amerika. Oberstaatsanwalt Bernhard Voit, Staatsanwaltschaft Weiden, kündigt in diesem Fall einen „zeitnahen Abschluss“ dieses Ermittlungsverfahrens wegen Totschlags an.

Erinnerungen an denn Fall der kleinen Lea werden wach

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