03.02.2021 - 12:54 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Vogelgrippe: Was Besitzer von Hühnern beachten müssen

Die Geflügelpest breitet sich in Bayern aus. Um die Tiere zu schützen, gelten auch für private Hühnerbestände im Landkreis Tirschenreuth verschärfte Regeln.

Amrock-Henne Henriette sucht im verschneiten Auslauf nach Futter. Wird eine Stallpflicht verordnet, muss sie den Tag im Stall oder einer Voliere verbringen.
von Katrin Pasieka-Zapf Kontakt Profil

Nach dem Ausbruch der Geflügelpest im Landkreis Bayreuth müssen sich nicht nur Geflügelhalter im Landkreis Tirschenreuth auf strengere Hygienevorschriften einstellen. Die Allgemeinverfügung verbietet auch das Füttern von Wildvögeln.

"Die Verordnung gilt für jeden Geflügelhalter", erklärt Dr. Klemens Dötsch, Leiter des Veterinäramts in Tirschenreuth, auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien. "Auch Hobby-Hühnerhalter mit wenigen Tieren sind verpflichtet, sich an die Biosicherheitsmaßnahmen zu halten und diese umzusetzen." Die hoch ansteckende Krankheit endet für Hühner und Puten fast immer tödlich. Für Menschen gilt die Tierseuche als ungefährlich.

Derzeit keine Stallpflicht

Wer privat Hühner hält, kann mit verschiedenen Maßnahmen versuchen, die Tiere schützen. Die größte Gefahr geht von direktem oder indirektem Kontakt zu infizierten Wildvögeln aus. Zwar gibt es aktuell noch keine Stallpflicht im Landkreis, Dötsch empfiehlt aber bereits jetzt, die Tiere im Stall zu halten. Im Falle einer Stallpflicht dürften die Tiere nur nach draußen, wenn eine Voliere vorhanden ist. "Der Auslauf muss überdacht sein", erklärt Dötsch. Dies soll verhindern, dass infizierte Vögel oder deren Kot ins Gehege gelangt.

Damit Futter nicht verunreinigt wird, sollten Hühner im Stall gefüttert und mit Leitungswasser getränkt werden. "Regenwasser aus der Tonne oder sonstiges Oberflächenwasser ist nicht geeignet", so Dötsch. Auch auf das Füttern von Eierschalen von gekauften Eiern sollte verzichtet werden.

Schuhe desinfizieren

Um den Erreger nicht in den Stall zu tragen, sollten Hühnerbesitzer strickt Stall- und Straßenbekleidung voneinander trennen. Die Allgemeinverfügung schreibt betriebseigene Schutz- oder Einwegkleidung vor. "Mit Schuhen, die man draußen getragen hat, sollte man nicht den Stall betreten", erklärt Dötsch. An den Sohlen könnte Kot oder Material von infizierten Vögeln sein. "Am besten bleiben die Schuhe, die man im Stall trägt, gleich dort." Während Schutzkleidung weggeworfen oder bei 60 Grad gewaschen wird, sollten Schuhe gründlich mit Seifenwasser desinfiziert werden. Dötsch empfiehlt auch gegen Mäuse und Ratten vorzugehen, denn "sie können den Erreger in den Stall tragen".

Fütterungsverbot für Wildvögel

Ein Passus der Allgemeinverfügung gilt auch für Menschen, die kein Geflügel im Garten halten. Wildvögel wie Gänse, Enten und Schwäne dürfen nicht gefüttert werden. "Abstand halten gilt in diesem Fall auch für Vögel", sagt Dötsch. Beim Füttern würden sich die Tiere sehr nahe kommen, die Übertragungswahrscheinlichkeit nimmt zu. Sing- und Gartenvögel sind von dieser Regelung ausgenommen und dürfen weiterhin gefüttert werden.

Das Veterinäramt weist darauf hin, dass alle Geflügelhaltungen beim zuständigen Veterinäramt zu melden sind. Auch vermehrte Todesfälle im Hausgeflügelbestand und bei Wildvögeln sind mitzuteilen. Die Geflügelpest-Verordnung und weitere Hinweise können auf der Internetseite des Landratsamts nachgelesen werden.

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