27.06.2021 - 13:01 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Wegen der Corona-Regeln gibt es weiterhin Theater ums Theater

Einige zögern noch oder warten bis 2022, andere starten mutig wieder im Herbst. Ein Umfrage bei einigen Laientheatergruppen im Landkreis Tirschenreuth.

Wer in diesem Sommer eine Laienspielbühne sucht, muss wie die Darstellerinnen auf dem Bild aus einem Stück der "D'Werdenfelser" Tirschenreuth weit in die Ferne gucken. Viele Laienbühnen warten ab und wollen erst 2022 durchstarten. Die Werdenfelser selbst sind mutig genug für einen Neustart in diesem November.
von Ulla Britta BaumerProfil

Immer dieses Theater ums Theater: Das mag sich mancher Regisseur und mancher Darsteller in den Laienschauspielgruppen der Region seit Monaten denken. Die Bühnen sind seit über einem Jahr verwaist, die Bühnenkultur liegt brach. Einzig das Moderne Theater Tirschenreuth zeigt kleine Szenen im Rahmen der "Historischen Stadtführungen". Dem schließt sich erstmals die Theatergruppe "Shalom Amitié" aus Wiesau an, die unter Regie von Bernhard Neumann als Premiere die erste Wiesauer Ortsführung angeboten hat, inklusive Theaterszenen an exponierten Schauplätzen.

"Döi vom Krankenhaus", Waldsassen

"Döi vom Krankenhaus" melden weiterhin "tote Hose" im doppelten Sinn. Die Waldsassener hat es doppelt schwer getroffen. Zum einen wurde das Krankenhaus Waldsassen geschlossen. Dann kam der Lockdown, 2020 war Schluss mit "Theater ums Krankenhaus". Spielleiter Peter Schröpf seufzt ins Telefon, wenn er daran denkt. Er hofft sehr, dass er das Ensemble wieder komplett zusammenführen kann. Angedacht, sagt er, sei ein neues Stück erst für 2022. "In diesem Jahr machen wir nichts mehr. Konkrete Planungen sind zu unsicher", so Schröpf. Ausdrücklich betont er: "Wir machen weiter."

Eingeschränkt oder mit den umständlichen Abstandsregelungen wegen Corona werde aber nicht gespielt. Der Trend geht hin zu 2022, aber geplant ist bisher nichts. Kaum gebe es Gelegenheit, mit Darstellern und Helfern Kontakt zu halten. Nicht allein wegen Corona. Auch wegen der Krankenhausschließung seien die Leute nun beruflich und privat anders aufgestellt. "Zusätzlich haben alle die Schichtarbeit. Da war es eh immer schwer, alle zusammenzubringen." Teils würden die Leute jetzt auch in Weiden arbeiten, sagt Schröpf. Was vieles komplizierter mache.

Clubhaus Kondrau

Kaum einen anderen Ton schlägt Andreas Riedl vom Clubhaus Kondrau an. "Volles Haus" wie gewohnt, das sei aktuell Zukunftsmusik, höchstens für 2022. "Wir werden noch einmal aussetzen", verkündet der Spielleiter. Wenn, dann solle das Theater auch richtig gemacht werden. "Ob die Zuschauer die Einschränkungen wegen Corona akzeptieren, ist ja nicht sicher." Spielzeit in Kondrau ist der August. Wintertheater sei nicht möglich, so Riedl.

Er findet den nochmaligen Aufschub sehr schade, verspricht aber zumindest fürs Ferienprogramm, falls möglich, ein Kasperltheater für die Kinder. "Wir müssen schauen, was sich machen lässt", so Riedl. Seine Truppe hält er über Whatsapp am Laufenden und hofft wie Kollege Schröpf, dass auch alle weiter bei der Stange bleiben, sobald es heißt "Vorhang auf fürs Clubhaus Kondrau".

Laienspielgruppe "D'Werdenfelser", Tirschenreuth

Mit einer positiven Nachricht wartet Florian Busl auf. Die Laienspielgruppe "D'Werdenfelser" vom Trachtenverein D'Werdenfelser steht, wenn alles klappt, im November wieder auf der Bühne. Sogar das Stück und die Aufführungstermine sind bereits bekannt. Mit dem lustigen Titel das "Regenwurm-Orakel" setzen die Tirschenreuther Volkstheaterspieler ein Zeichen für Mut in der Krise. Florian Busl berichtet, das Stück sei 2020 in den Proben steckengeblieben. "Nach der ersten Bühnenprobe war Schluss."

Für die rund 30 Mitwirkenden sei die Proben-Wiederaufnahme deshalb umso leichter. Auch ein Hygienekonzept stünde. "Da hat uns im vergangenen Jahr die Tourist-Info Tirschenreuth sehr unter die Arme gegriffen. Das hat uns die Scheu vor den Berührungsängsten genommen", so Busl. Alle seien natürlich absolut gespannt und würden aufgeregt auf das Startzeichen warten. Zeit für erste Treffen mit dem Ensemble sei noch, erklärt er zur Frage, ob denn Kontakte allgemein wieder geplant seien. "Wir haben uns über Whatsapp und die Medien sporadisch informiert. Und ab und zu jemand aus der Truppe wenigstens noch beim Einkaufen erkannt, trotz Maske", sagt Busl lachend.

Wegen der Platzeinschränkungen, 70 Personen sind in der St.-Peter-Turnhalle erlaubt, sei eine vierte Aufführung an einem Sonntagnachmittag angedacht. "Vielleicht gefällt das den Leuten. Nicht jeder geht im November gerne am Abend noch raus", sinniert Busl. So kann dem Übel der Platznot auch eine positive Seite abgewonnen werden. Wer sich schon jetzt ein wenig freuen möchte: D'Werdenfelser spielen traditionell am Sonntag nach Allerheiligen und noch zwei Mal am Wochenende darauf.

Laienspielgruppe Fuchsmühl

Nicht wegen Corona, aber wegen personeller Unsicherheiten ist die Laienspielgruppe Fuchsmühl traurig, vorerst aufs Theater weiterhin verzichten zu müssen. Spielleiter Wolfgang Lang berichtet, die LSG habe bereits im Februar mit einem Konzept begonnen, bei dem die Kinder- und die Erwachsenengruppe gemeinsam zum Einsatz hätte kommen sollen, sobald es coronabedingt wieder möglich gewesen wäre. "Mittlerweile gibt es personelle Unsicherheiten. Unseren Besuchern wollen wir aber die gewohnte Unterhaltung bieten", so Lang. Darum müsse aktuell sorgfältig weitergeplant werden. Lang hat für 18 Personen ein Stück geschrieben. Nun seien aber Absagen gekommen und es könnten nicht mehr alle Rollen umbesetzt oder umgeschrieben werden.

Theater gibt es bei den Historischen Stadtführungen in Tirschenreuth

Tirschenreuth

"Wir werden noch einmal aussetzen. Ob die Zuschauer die Einschränkungen wegen Corona akzeptieren, ist ja nicht sicher."

Spielleiter Andreas Riedl vom Clubhaus Kondrau

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.