02.09.2021 - 13:45 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

"Weltentdecker" in Tirschenreuth brauchen noch Geduld

Bis die „Weltentdecker“ ihr neues Zuhause erforschen können, wird es noch etwas dauern. Immerhin soll das Abenteuer noch in diesem Herbst starten.

Noch herrscht Ruhe im neuen Kinderhaus "Weltentdecker". Gerade durch Materialengpässe konnte die Eröffnung zum 1.September nicht eingehalten werden. Doch noch im Herbst soll der vierte Kindergarten der Stadt den "Weltendeckern" offen stehen.
von Werner Schirmer Kontakt Profil

Damit hat die Stadt Tirschenreuth als Bauherr des vierten Kindergartens im Ort den ambitionierten Zeitplan nicht einhalten können. Und die Pandemie ist auch an dieser Verzögerung nicht ganz unschuldig. Gerade die Engpässe beim Baumaterial sind laut Nachfrage bei Bürgermeister Franz Stahl mit ein Grund für die Verschiebung. Doch kann die Verzögerung die Begeisterung des Stadtoberhaupts nicht dämpfen. „Der Kindergarten in der Altstadt ist etwas ganz Besonderes“, freut sich Stahl auf den Einzug im Herbst.

Erste Probleme schon im Frühjahr

Nach dem Baubeginn im April vergangenen Jahres war die Stadt beim Zeitplan und auch den Kosten deutlich optimistischer. Dass noch 2020 der Betrieb hätte beginnen können, stand von Anfang an nicht im Plan. Trotz der Ausführung in Holzständerbauweise wäre das nicht gegangen. Dabei wollte der vierte Kindergarten, der vom Roten Kreuz betrieben wird, schon am 1.April 2021 starten. Doch schon im Frühjahr kennzeichneten Probleme mit der Auftragsvergabe die Situation.

Keine Rohre oder Dämmmaterial

Gerade die Engpässe bei der Materialbeschaffung haben jetzt die Eröffnung des vierten Kindergartens erneut verzögert. „Es ist katastrophal“, beschreibt Franz Stahl die Lage bei den Baumaterialien. Ob PVC-Rohre oder Dämmermaterial, überall sei es schwer, die benötigten Mengen zu bekommen. Deshalb habe man sich dazu durchgerungen, den Termin in den Herbst zu verschieben.

Mit Eltern abgesprochen

Dabei ist das neue Kinderhaus „Weltentdecker“ schon ein Jahr in Betrieb. So startete die Einrichtung bereits am 1.September 2020, allerdings als Übergangslösung in mobilen Modulen am Volksfestplatz. Und dort werden die Kinder noch etwas ausharren müssen. Mit den Eltern und auch der Kindergartenleitung sei alles abgesprochen worden, betont Stahl und freut sich über das Verständnis gerade der Eltern für die Verzögerung. „Doch dann ist auch alles fertig“, blickt der Bürgermeister nach vorne.

Fußweg bald wieder offen

Um Verständnis bittet Stahl zudem die Fußgänger, denen aktuell der Weg zwischen Großparkplatz und Altstadt durch die Bauarbeiten versperrt ist. „Da werden verschiedene Maßnahme im Außenbereich sowie am Haupteingang des Kindergartens vorgenommen“, erklärt Stahl die Behinderungen. Doch sollten diese Arbeiten nicht all zu lange dauern. Voraussicht zum Ende der kommenden Woche wird dann der Fußweg wieder zur Verfügung stehen.

Alles in allem würden sich aber das Warten und der Aufwand durchaus auszahlen. „Wir bekommen einen herrlichen Kindergarten, der hervorragend in die Altstadt passt“, freut sich Stahl auf den Einweihungstermin im Herbst.

Bereits beim Baustellenbesuch im März war klar, dass sich die Fertigstellung verzögern würde

Tirschenreuth
Kein Durchkommen gibt es derzeit auf dem Fußweg vom ZOB zur Altstadt. Aktuell finden Arbeiten am Kindergarteneingang sowie an den Außenanlagen statt. Bis Ende nächster Woche sollen diese aber abgeschlossen werden.
Hintergrund:

Mit Kinderrestaurant und Atelier

  • Im Juli 2018 hatte der Stadtrat beschlossen, einen vierten Kindergarten im Ort zu errichten. Im April 2020 begannen die Arbeiten, Ende August folgte das Hebfest. Geplant war die Fertigstellung ursprünglich zum 1.April 2021.
  • Bei den Kosten für das Gebäude (Holzständerbauweise) war man ursprünglich von 3,7 Millionen Euro ausgegangen. Aktuell sind die Kosten auf 5,7 Millionen Euro gestiegen. Dazu gibt es rund 2,2 Millionen Euro an Förderung.
  • Träger des Kinderhauses „Weltentdecker“ ist das Bayerische Rote Kreuz. Der Kindergarten bietet auf 960 Quadratmeter Nutzfläche Platz für zwei Kinderkrippen-Gruppen sowie zwei Kindergarten-Gruppen.
  • Aktuell besuchen 63 Mädchen und Buben, davon 24 in der Krippe, das Kinderhaus. In der künftigen neuen Einrichtung finden sich unter anderem Intensivräume und Inklusionsräume sowie ein Kinderrestaurant und ein Atelier für künstlerische Betätigung.
  • In der Kreisstadt finden sich noch die Kindergärten der Stadt sowie der beiden Kirchen.

 

 

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