10.04.2019 - 18:51 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Wolf tappt im östlichen Landkreis Tirschenreuth in Fotofalle

Im vergangenen Jahr wurde erstmals ein Wolf im Landkreis Tirschenreuth nachgewiesen. Nun hat das Landesamt für Umwelt (LfU) einen zweiten Fall bestätigt.

Eine Fotofalle hat im östlichen Landkreis Tirschenreuth Meister Isegrim abgelichtet. Das Landesamt für Umwelt bestätigt, dass es sich auf diesem Bild um einen Wolf handelt.
von Martin Maier Kontakt Profil

Das Tier ist am 22. März im östlichen Landkreis in eine automatische Fotofalle getappt. "Experten des LfU und der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) haben auf dem Bildmaterial einen Wolf identifiziert", schreibt ein Sprecher des LfU auf NT-Anfrage. Die Bilder wurden per Screenshot aus einem kurzen Film gemacht.

Das Tier weise wolfstypische Merkmale auf, die es von einem Hund unterscheiden. Als Beispiel nennt der Pressesprecher die Proportionen. Einen genetischen Nachweis gebe es nicht. Er bestätigt zudem, dass es sich um den zweiten Nachweis eines Wolfes im Landkreis Tirschenreuth handelt. Im April 2018 war Meister Isegrim in den Wäldern bei Bärnau unterwegs.

Behörden, Interessenverbände und Vertreter von Nutztierhaltern seien verständigt worden. Die Information der Nutztierhalter erfolgt über die Verbände, in denen sie organisiert sind. Darüber hinaus bieten die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten über ihre Kleintierfachberater für Nutztierhalter Beratung zum Schutz von Nutztieren vor großen Beutegreifern.

"Davor und danach sind meines Wissens keine Wolfs-Beobachtungen in dieser Region erfolgt", nimmt Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg, Kreisvorsitzender des Landesjagdverbands, zu dem aktuellen Fall Stellung. Wahrscheinlich - aber nicht gesichert - sei, dass es sich um einen durchziehenden Wolf gehandelt habe. Die Tiere könnten bei der Suche nach Nahrung ohne weiteres 30 Kilometer in einer Nacht zurücklegen.

Im Raum Grafenwöhr und Veldensteiner Forst leben etwa acht Wölfe, darunter drei Jungtiere. Gerade letztere würden gerne mal auf Wanderschaft gehen. "Tatsache ist, dass wir hier in Nordost-Bayern die erste Wolfspopulation in Bayern haben", so der Kreisvorsitzende. Diese werde sich vermutlich etablieren und auch weiter entwickeln. "Voraussetzung für ein konfliktfreies Miteinander von Wölfen und Menschen ist die banale Tatsache, dass die Menschen die Wölfe akzeptieren", blickt der Baron in die Zukunft. Denn dieses Thema werde uns in den nächsten Jahren zunehmend beschäftigen.

Auch für Norbert Zintl, den neuen Leiter des Forstbetriebs Waldsassen, ist der Foto-Nachweis keine Überraschung. Es habe zuletzt mehrere Sichtungen im Gebiet des Forstbetriebs gegeben, bei denen man vermute, dass es sich um einen Wolf gehandelt habe. Erst unlängst habe ein Kollege in der Wondrebaue ein solches Tier gesehen. "Es sieht so aus, als würde sich der Wolf in der Region ausbreiten."

Bericht zur Sichtung des Wolfs bei Bärnau 2018

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