28.08.2020 - 18:15 Uhr
TrausnitzOberpfalz

Kombiklasse bleibt in Trausnitz

"Ein erleichterter Bürgermeister": So ist die Mitteilung von Martin Schwandner unterzeichnet. Das ist kein Wunder nach dem Telefonat mit dem Ministerium. Demnach wird die Kombiklasse 3/4 der Landschule Trausnitz nicht nach Pfreimd verlegt.

Die Gemeinde Trausnitz befürchtete, dass mit dem Abzug der Kombiklasse 3/4 nach Pfreimd auf längere Sicht der Schulstandort Trausnitz angezählt ist. Nun ist sicher: Nebend er Kombiklasse 1/2 bleibt 3/4 in Trausnitz.
von Claudia Völkl Kontakt Profil

Das Treffen, das nächste Woche mit Kultusminister Michael Piazolo und Staatssekretärin Anna Stolz in München anberaumt gewesen wäre, braucht's nicht mehr. Martin Schwandner hatte sich schon mit den Argumenten gewappnet, die für einen Verbleib der Kombiklasse 3/4 in Trausnitz sprechen (wir berichteten). Eine pädagogische Kraft wird von der Gemeinde bezahlt, damit Lehrerstunden reduziert werden konnten. In der Schule gibt es schnelles Internet. Baugebietsausweisung, Leerstandsoffensive, der neue Landkindergarten im Schulgebäude mit durchgängiger Mittagsbetreuung: Die Kommune hat ihre Hausaufgaben erledigt, um "das Land" attraktiv zu machen. Alles in allem wurden für dieses Paket in den letzten fünf Jahren rund 800 000 Euro investiert.

Empfindliche Delle

Ein starkes Argument für die Auslagerung der Kombiklasse 3/4 war jedoch die Delle, die heuer die Schülerzahlen drückt. Das bedeutet sechs Kinder in der Kombiklasse.

Der Forderung, doch einen Lehrer für die Kombiklasse in Trausnitz zur Verfügung zu stellen, konnte Schulamtsdirektor Georg Kick nicht nachkommen: aus Gründen der Bildungsgerechtigkeit. Er könne nicht für sechs Kinder in Trausnitz einen Lehrer zuteilen, wenn andernorts Klassen mit bis zu 28 Kindern unterrichtet werden müssen. Bei dem Kontingent an Lehrern, das ihm für den Landkreis vom Ministerium zugeteilt sei, wäre das schlichtweg nicht vertretbar.

"Wie die Staatssekretärin für Unterricht und Kultus, Anna Stolz, und der Abgeordnete Joachim Hanisch mir in einem persönlichen Gespräch mitteilten, wird die geplante Verlegung der Kombiklasse 3/4 an die Grundschule Pfreimd nicht vollzogen. Der Unterricht an unserer Naturpark-Grundschule findet auch im kommenden Schuljahr wie gewohnt statt", sagte Bürgermeister Martin Schwandner am Freitag gegenüber Oberpfalz-Medien.

Der Grund für diese Entscheidung liege in erster Linie in den Anstrengungen und Investitionen der Gemeinde am Schulstandort, der hervorragenden Ausstattung der Schule, der positiven Schülerentwicklung in den kommenden Jahren und nicht zuletzt in der Corona-Pandemie. "Wir alle sind erleichtert, dass unsere Gemeinde den eingeschlagenen Weg in Richtung familien- und kinderfreundliche Kommune weiter fortsetzen kann", betont Schwandner. Auf kommunaler Ebene, Landkreis- und Stimmkreisebene seien sich bereits alle Entscheidungsträger einig gewesen, dass dieser Prozess gerade in Corona-Zeiten nicht zielführend gewesen wäre, ergänzt der Bürgermeister. Schwandner freut sich im Namen der Kinder, Eltern und der Trausnitzer Bevölkerung "über das deutliche Zeichen für den ländlichen Raum", das die Staatssekretärin gesetzt habe.

Der Hilferuf des Trausnitzer Bürgermeisters

Trausnitz

Er hat die Politikerin übriges schon nach Trausnitz eingeladen, "damit sie sieht, wofür wir uns mit Herzblut einsetzen". Er war froh, dabei die Abgeordneten Joachim Hanisch, Alexander Flierl, Marianne Schieder sowie Landrat Thomas Ebeling und seinen Bürgermeisterkollegen Richard Tischler an der Seite zu haben. Und sowohl die Regierung der Oberpfalz als auch das Schulamt Schwandorf hätten stets die offene Kommunikation gepflegt. Für das Kontingent, das Schulamtsdirektor Kick für den Landkreis zugeteilt wurde, hat sich nichts geändert. Er muss keinen Lehrer nach Trausnitz abgeben. Auf Initiative des Ministeriums wird hier ein "Lehrer auf Arbeitsvertrag" eingesetzt.

Landkinderkrippe entsteht

Trausnitz verfolgt seine Politik, eine Landgemeinde mit attraktiven Kinderbetreungsmöglichkeiten zu sein, weiter: In der Sitzung am Mittwoch beschloss der Gemeinderat, neben dem Landkindergarten eine Landkinderkrippe mit zwölf Plätzen zu bauen. Die Gemeinde reagiert damit auf die Entwicklung der Kinderzahlen im Gemeindegebiet. Laut Bürgermeister wohnen hier aktuell 67 Kinder im Alter bis zu sechs Jahren.

Wir alle sind erleichtert, dass unsere Gemeinde den eingeschlagenen Weg in Richtung familien- und kinderfreundliche Kommune weiter fortsetzen kann.

Bürgermeister Martin Schwandner, Trausnitz

Bürgermeister Martin Schwandner, Trausnitz

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