29.08.2019 - 14:08 Uhr
Oberpfalz

Ungewöhnlich statt alltäglich

Irgendwann verliert alles einmal seinen Reiz. Gehen Sie die Dinge anders an und machen Sie dadurch neue Erfahrungen, rät die OWZ-Glücksexpertin.

Ein kleines Picknick an einem ungewöhnlichen Ort macht das Leben glücklicher.
von Autor EWAProfil

"Wie immer." "Irgendwie langweilig." "Nicht schon wieder Pizza." Kennen Sie das? Egal ob Lieblingsserie, Lieblingsmusik oder Lieblingspizza - wenn etwas alltäglich wird, verliert sogar das Beste und irgendwann mal Außergewöhnliche seinen Reiz. Seien wir mal ehrlich: Meistens bleibt doch immer nur das erste Mal in Erinnerung, die erste Liebe, die erste Reise ans Meer, der erste Fallschirmsprung, die erste eigene Wohnung, das erste Konzert der Lieblingsband. Irgendwann ist alles doch nur irgendeine Wiederholung einer Wiederholung, so richtig glücklich macht es uns beim dritten, fünften oder zehnten Mal nicht mehr.

Doch nun soll es einen Trick geben, der Abhilfe schafft - zumindest, wenn es nach den Wissenschaftlern Ed O'Brien von der University of Chicago und Robert W. Smith von der Ohio State University geht. Und dieser funktioniert so: einfach mal alltägliche Dinge auf ungewöhnliche Art und Weise tun. "Wie soll das denn gehen?", fragen Sie sich nun vielleicht. "Soll ich meinen Lieblingsfilm etwa mal in Schwarz-Weiß gucken statt in Farbe? Oder die Lieblingspizza am See essen statt im Restaurant?" So ganz falsch liegen Sie mit diesen Ideen tatsächlich gar nicht.

O'Brian und Smith bestellten etwa Probanden in ihr Labor, um Popcorn zu essen. Während die eine Hälfte die Körner mit der Hand in den Mund schob wie immer, mussten die übrigen Teilnehmer die Knabberei mit Stäbchen essen. Das Ergebnis: Die zweite Gruppe genoss das Popcorn viel mehr.

In einem anderen Experiment sollten sich die Probanden seltsame Methoden überlegen, Wasser zu trinken. Es genossen auch hier die mehr, die ihr Wasser aus einem Martiniglas schlürften oder aus einer Schale schlabberten statt wie gewöhnlich aus dem Glas zu trinken.

Die These der Wissenschaftler: Die ungewöhnlichen Ess- und Trinkmethoden halfen dabei, sich ganz genau auf die Erfahrung zu konzentrieren. Ganz genau so, wie wenn man etwas zum allerersten Mal tut. Durch die Stäbchen bekam das Popcorn wieder den Reiz des Neuen, es wurde zu einer außergewöhnlichen Erfahrung. Lassen Sie uns also öfter mal etwas Alltägliches in einer eben nicht alltäglichen Art und Weise tun: unser Lieblingsgericht einmal in einem Dunkelrestaurant essen zum Beispiel, den Lieblingsfilm mal im Autokino schauen (da können Sie dann auch gleich die Pizza dazu essen) - oder die Zeitung mal in der Badewanne oder der Hängematte lesen statt am Küchentisch.

Mehr Rezepte zum Glück: www.onetz.de/themen/gluecksrezept

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.