11.10.2021 - 17:40 Uhr
MünchenOberpfalz

Die Union muss runter von den Elfenbeintürmen

Mit der Arroganz der Macht und der Gewissheit, dass diese nach der Wahl schon irgendwie in den Elfenbeintürmen in Berlin und München bleiben wird, wurde der Kanzlerkandidat festgelegt, das muss sich ändern - ein Kommentar.

Markus Söder (CSU, r), Ministerpräsident von Bayern und CSU-Vorsitzender, kommt neben Armin Laschet, CDU-Bundesvorsitzender, zu einer Pressekonferenz.
von Sebastian Böhm Kontakt Profil
Kommentar

Der Elfenbeinturm ist laut Definition der Ausdruck der selbst gewählten Isolation. Man lebt in seiner eigenen Welt, ohne sich um die Gesellschaft und die Tagesprobleme zu kümmern. Ersetzt man den Elfenbeinturm durch die Parteizentralen von CDU und CSU, trifft diese Metapher leider immer noch zum Großteil zu.

Mit der Arroganz der Macht und der Gewissheit, dass diese nach der Wahl schon irgendwie in den Elfenbeintürmen in Berlin und München bleiben wird, wurde der Kanzlerkandidat festgelegt. Und zwar entgegen der Wünsche der Parteibasis - und noch schlimmer: entgegen dem Wunsch vieler Wählerinnen und Wähler. Das muss sich ändern. Die Union-Granden brauchen mehr Demut und müssen endgültig der Basis mehr Gehör schenken.

Die ersten Signale, die am Montag vom Berliner Elfenbeinturm aus an die Gesellschaft gefunkt wurden, sind deshalb die richtigen: Die Kreisvorsitzenden sollen zu Wort kommen, und ein Parteitag soll den Bundesvorstand komplett neu wählen. Jetzt sollte aber auch unbedingt eine Mitgliederbefragung folgen. Diese ist für den Parteitag zwar nicht bindend - für die neuen Chefinnen und Chefs der Partei ist sie aber trotzdem ein wichtiges Stimmungsbild, das eine größere Rolle bei den Entscheidungen spielen sollte als zuletzt.

Die Union muss wieder die Tagesprobleme der Gesellschaft in den Fokus nehmen und persönliche Befindlichkeiten hintanstellen - letzteres gilt vor allem für Markus Söder in seinem Münchener Elfenbeinturm.

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